Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Spanien und Niederlande als Hochinzidenzgebiete eingestuft

Von dpa
Aktualisiert am 23.07.2021Lesedauer: 4 Min.
BadegÀste am Strand von S'Arenal.
BadegĂ€ste am Strand von S'Arenal. Seit Ende Juni sind die Corona-Zahlen praktisch ĂŒberall in Spanien rapide in die Höhe geschossen. Auf Mallorca lag die Sieben-Tage-Inzidenz zuletzt bei 365. (Quelle: John-Patrick Morarescu/ZUMA Press Wire/dpa./dpa)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

Berlin/Madrid (dpa) - Die Bundesregierung stuft mit Spanien das beliebteste Urlaubsland der Deutschen von Dienstag an als Corona-Hochinzidenzgebiet ein.

Auch die Niederlande fallen dann in diese Kategorie, die verschĂ€rfte Auflagen bei der RĂŒckreise nach Deutschland vorschreibt, wie das Robert Koch-Institut am Freitag bekanntgab. Die Entscheidung folgt auf einen deutlichen Anstieg der Infektionszahlen in beiden LĂ€ndern in den vergangenen Wochen.

Wer aus einem Hochinzidenzgebiet nach Deutschland zurĂŒckkehrt und nicht vollstĂ€ndig geimpft oder genesen ist, muss fĂŒr zehn Tage in QuarantĂ€ne, kann diese aber durch einen negativen Test nach fĂŒnf Tagen verkĂŒrzen. Die neuen Einstufungen können ungeimpfte Urlauber vor die Entscheidung stellen, ob sie die Reise antreten oder fortsetzen.

Der Reiseverband DRV kritisierte die Entscheidung der Bundesregierung. Dies mache mitten in der Ferienzeit "zahlreichen Reisenden und insbesondere vielen Familien mit Kindern die UrlaubsplĂ€ne zunichte", sagte DRV-PrĂ€sident Norbert Fiebig. Die von der Corona-Krise hart getroffene Reisewirtschaft befĂŒrchtet, dass eine drohende QuarantĂ€ne Menschen verunsichert, die gerade im Urlaub sind oder kurz davor stehen.

Erste Reaktionen deutscher Urlauber auf Mallorca waren aber relativ gelassen. Sabrina aus Remagen ist mit Mann und zwei Kindern im Alter von sieben Jahren und zehn Monaten in einer Ferienwohnung auf Mallorca. "Mein Mann und ich sind geimpft. Wir sind relativ entspannt, aber ein unwohles GefĂŒhl ist auch schon dabei", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Zuhause hĂ€tten sie einen Garten und wĂŒrden die QuarantĂ€ne der Kinder in Kauf nehmen.

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
Putin warnt Scholz in Telefonat vor Waffenlieferungen
Kremlchef Wladimir Putin: Bei Lockerungen der Sanktionen wolle er die Ausfuhr von Getreide aus der Ukraine zu ermöglichen.


Nach DRV-Angaben machen aktuell etwa 200.000 Pauschalreisende aus Deutschland in Spanien Urlaub. Davon etwa 60 Prozent auf den Balearen, 30 Prozent auf den Kanaren und der Rest auf dem Festland. Hinzu kommen insgesamt geschÀtzt etwa 200.000 Individualurlauber aus Deutschland in dem Land.

Fiebig forderte: "Wir mĂŒssen weg von der reinen Inzidenzbetrachtung bei der Einstufung von Zielgebieten." Stattdessen sollte die tatsĂ€chliche regionale GefĂ€hrdungslage fĂŒr Reisende sowie die konkrete Belastung des Gesundheitssystems in den Mittelpunkt der Überlegungen gerĂŒckt werden. Eine Ă€hnliche Forderung kam auch aus spanischen Regierungskreisen in Madrid. Es mĂŒssten auch die Lage in den KrankenhĂ€usern und die Impfkampagne berĂŒcksichtigt werden.

Allerdings sind schon seit Ende Juni die Corona-Zahlen praktisch ĂŒberall in Spanien rapide in die Höhe geschossen. Das Land hat mit die schlechtesten Werte in ganz Europa. Binnen eines Monats wurden rund 515.000 Neuinfektionen gezĂ€hlt, die Sieben-Tage-Inzidenz stieg von 42 im Juni auf jetzt 338, auf den Balearen mit Mallorca liegt sie sogar bei 375. Vor allem junge, ungeimpfte Menschen infizierten sich bei Partys und Musikfestivals, meist mit der ansteckenderen Delta-Variante.

Aber auch die Impfkampagne zeigt Wirkung. 62,6 Prozent der 47 Millionen Einwohner haben mindestens eine Corona-Impfung verabreicht bekommen, 53,5 Prozent sind vollstÀndig geimpft. WÀhrend die Infektionszahlen förmlich explodierten, stieg die Zahl der Corona-Patienten in KrankenhÀusern nur von gut 2800 auf jetzt knapp 8000. Die Corona-TodesfÀlle binnen sieben Tagen nahmen von 59 auf 92 zu.

Aber in der Tourismusbranche herrscht dennoch Alarmstimmung. Unternehmen und Touristen befĂ€nden sich auf einer Achterbahnfahrt, klagte die PrĂ€sidentin des Verbandes der Hoteldirektoren auf den Balearen (AEDH), Alicia Reina. Die Unternehmen wĂŒrden sich stĂ€ndig schnell auf neue Situationen einstellen, wĂ€hrend die Politik Maßnahmen gegen Infektionen oft zu langsam ergreife. Auf europĂ€ischer Ebene mĂŒssten die Geimpften von BeschrĂ€nkungen befreit werden. Deshalb sei die Entscheidung, Spanien zum Hochinzidenzgebiet zu erklĂ€ren richtig. Denn sie privilegiere die Geimpften.

Pauschalurlauber, die aktuell in Spanien sind, werden dem DRV zufolge von ihrem Veranstalter ĂŒber die geĂ€nderte Situation informiert. Sollten Reisende vorzeitig ihren Urlaub beenden wollen, kĂŒmmerten sich die Veranstalter um eine Flugumbuchung. Urlauber, die in den nĂ€chsten Tagen eine Reise nach Spanien geplant haben, wĂŒrden von den Veranstaltern sukzessive kontaktiert. Deutschlands zweitgrĂ¶ĂŸter Reiseveranstalter DER Touristik hatte bereits angekĂŒndigt, sollte Spanien als Hochinzidenzgebiet eingestuft werden, wĂŒrden GĂ€sten kostenfreie Stornierungs- und Umbuchungsmöglichkeiten angeboten.

Auch Georgien gilt nun als Hochinzidenzgebiet. DĂ€nemark - mit Ausnahme von Grönland - gilt nun als einfaches Risikogebiet. Das gilt auch fĂŒr Teile Frankreichs: die Regionen Korsika, Okzitanien, Provence-Alpes-CĂŽte d'Azur und das Übersee-DĂ©partement Martinique. Einfache Risikogebiete sind nun auch Irland, Malta und Monaco.

Aus dem deutschen Nachbarland Niederlande ist die RĂŒckreise kein Problem, wenn auch nun mit Auflagen versehen. Seit Anfang Juli waren dort die Infektionszahlen um 500 Prozent innerhalb einer Woche gestiegen. Höhepunkt war eine Sieben-Tage-Inzidenz von etwa 415 am Dienstag. Zuvor hatte die Regierung fast alle Corona-Maßnahmen aufgehoben.

Vor allem in Diskotheken, bei Festivals und Partys hatte sich die Delta-Variante des Virus rasant verbreitet. Gerade junge Menschen bis 29 Jahre infizierten sich. Auch die Patientenzahlen in den KrankenhÀusern nehmen seither deutlich zu. Die Regierung der Niederlande zog vor zwei Wochen die Notbremse. So bleiben Diskotheken und Nachtclubs nun geschlossen, Festivals sind untersagt. Seit einigen Tagen sinken die Infektionszahlen wieder.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Neueste Artikel
  • Bastian Brauns
  • Arno Wölk
Von B. Brauns, H. Molnår, A. Wölk
BundesregierungDeutsche Presse-AgenturDeutschlandKanarische InselnMadridMallorcaNiederlandeSpanien
Aktuelles zu den Parteien

Politik international




t-online - Nachrichten fĂŒr Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlÀngerung FestnetzVertragsverlÀngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website