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Scheitert die russische Armee an platten Reifen?

Von Martin Küper

Aktualisiert am 03.03.2022Lesedauer: 2 Min.
Ukraine: Die Zivilisten verteidigen sich mit drastischen Mitteln gegen die russischen Truppen. (Quelle: t-online)
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In sozialen Medien kursieren etliche Bilder von russischen Armeefahrzeugen, die mit kaputten Reifen in der Ukraine liegen bleiben. Ein Spezialist der US-Armee kennt das Problem – und sieht schwarz für Putins Pläne.

Nicht nur in der Ukraine fragen sich viele Menschen: Wer kann die russische Invasionsarmee noch aufhalten? Mehrere Städte sind heftig umkämpft, ein kilometerlanger Konvoi bedroht die Hauptstadt Kiew. Zugleich sind die sozialen Medien voll mit Bildern liegen gebliebenen russischen Militärgeräts – oft mit kaputten Reifen.


Das dramatische Ausmaß des Ukraine-Kriegs

24 Kilometer von Kiew entfernt steht ein Einwohner vor einem brennenden Wohnhaus.
Zhytomyr: Gebäude liegen in Schutt und Asche.
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Das könnte für Putin noch zum Problem werden, glaubt der US-Spezialist Trent Telenko, der nach eigenen Angaben für die Wartung von Lkw der US-Armee zuständig war.

"Auf der Grundlage dieses Fotos eines russischen Luftabwehrsystems vom Typ Pantsir-S1 mit kaputten Reifen will ich erklären, wie sich die schlechte Wartung von Militärfahrzeugen auf das russische Vorrücken zu dieser Jahreszeit auswirken könnte", schreibt Telenko auf Twitter.

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"Kurzum: Aus Wartungsgründen müssen Militär-Lkw einmal im Monat gestartet und bewegt werden, weil direktes Sonnenlicht die Reifen altern lässt." Das regelmäßige Umparken in enger Aufstellung nebeneinander verhindere, dass die Reifen im Sonnenlicht verrotteten.

Telenko: Russen sind auf Straßen angewiesen

Weiter schreibt Telenko: "Lässt man die Reifen eines Militär-Lkw mehrere Monate auf einer Stelle, werden die Seitenwände so spröde, dass sich die Reifen nicht mal mehr auf kurzen Strecken mit wenig Druck fahren lassen, weil sie dann komplett zerreißen". Versuche man, so einen geplatzten Reifen von der Felge zu lösen, falle er komplett auseinander. "Dieses Fahrzeug wurde ein Jahr lang nicht bewegt", schreibt Telenko mit Blick auf den im Schlamm steckenden Pantsir-S1.

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Das könnte für den weiteren Verlauf des Krieges von immenser Bedeutung sein, so der Experte: "Wenn die russische Armee es nicht geschafft hat, den Pantsir-S1 zu bewegen, dann haben sie auch nicht geschafft, ihre Lkw und Truppentransporter, die jetzt in der Ukraine sind, zu bewegen." Das bedeute, dass es die Russen gar nicht riskieren könnten, ihren Fuhrpark in der Schlammzeit außerhalb von befestigten Straßen fahren zu lassen. "Dazu müsste nämlich Druck aus den Reifen gelassen werden, damit sie nicht im Schlamm versinken."

Wird die Schlammzeit für Putin zum Desaster?

Als fotografischen Beleg führt Telenko dieses Foto an, das Fahrzeuge aus dem Konvoi nördlich von Kiew zeigt:

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"Da stehen mindestens 60 russische Lkw dicht gedrängt auf einer erhöhten Straße, um nicht wie der Pantsir-S1 im Schlamm stecken zu bleiben." Telenko nimmt an, dass es wegen der schlechten Wartung "in der Hölle nicht genug Reifen gibt, um die russische Logistik am Laufen zu halten". Im Grunde dürfte die russische Angriffsfront nicht breiter werden als ein einzelner Truppentransporter. "Wenn die Ukrainer es schaffen, die Straßen mit abgeschossenen Fahrzeugen zu blockieren, könnten sie von beiden Straßenseiten aus angreifen."

Das gelte jedenfalls für die Landesteile, in denen jetzt Schlammzeit ist. "Die Halbinsel Krim ist eine Wüste und die südliche Ukraine generell trockener als der Norden", so Tenenko. "Deshalb sehen wir dort kaum russische Fahrzeuge im Schlamm stecken. Überall im Rest des Landes haben die Russen die nächsten vier bis sechs Wochen ein Riesenproblem."

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