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Russland: Ex-Präsident Medwedew stellt Existenz der Ukraine in Frage


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Russischer Ex-Präsident Medwedew stellt Existenz der Ukraine infrage

Von dpa
15.06.2022Lesedauer: 2 Min.
Dmitri Medwedew: Der Politiker war zwischen 2008 und 2012 Präsident Russlands.
Dmitri Medwedew: Der Politiker war zwischen 2008 und 2012 Präsident Russlands. (Quelle: Yekaterina Shtukina/POOL/TASS/Reuters-bilder)
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Der ehemalige Kremlchef fällt erneut durch provozierende Aussagen auf. Nun hat er infrage gestellt, ob die Ukraine in wenigen Jahren noch ein eigenständiges Land sein wird. Ein Kremlsprecher wich nach der Provokation aus.

Russlands Ex-Präsident Dmitri Medwedew hat das Fortbestehen der Ukraine als souveräner Staat infrage gestellt – und damit einmal mehr für Aufsehen gesorgt. Er habe gelesen, die Ukraine wolle Verträge über die Lieferung von US-amerikanischem Flüssiggas für zwei Jahre abschließen, schrieb Medwedew, der mittlerweile stellvertretender Vorsitzender des russischen Sicherheitsrates ist, am Mittwoch auf Telegram. Dann fügte er hinzu: "Nur eine Frage: Wer hat denn gesagt, dass die Ukraine in zwei Jahren überhaupt noch auf der Weltkarte existieren wird?"

Medwedew hatte das Präsidentenamt zwischen 2008 und 2012 inne und galt damals vor allem unter jungen Menschen teils als Hoffnungsträger auf ein freieres Russland. Seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine aber fällt er vor allem mit verachtenden Kommentaren in Bezug auf das Nachbarland auf. In der Ukraine werden seine Aussagen als Beleg dafür gesehen, dass Moskaus offizielles Kriegsziel – die angestrebte "Befreiung" des Donbass – nur ein Vorwand für die Vernichtung der gesamten ukrainischen Kultur sei.

Kreml: "Wissen, dass die Ukraine große Probleme hat"

Der Kreml kommentierte Medwedews neueste Äußerungen nicht direkt. Sprecher Dmitri Peskow sagte auf Nachfrage von Journalisten lediglich: "Wir wissen, dass die Ukraine große Probleme hat." Das Land weigere sich weiterhin, "nationalistische Einheiten" in den eigenen Reihen zu "zügeln", meinte Peskow weiterhin. "Und deshalb verspricht das natürlich nichts Gutes für die Ukraine."

In Moskau wird der Ende Februar begonnene Angriffskrieg gegen die Ukraine immer wieder mit einer vermeintlichen "Befreiung" von "Nazis" gerechtfertigt. Erst am Montag hatte der Chef der russischen Raumfahrtbehörde, Dmitri Rogosin, behauptet: "Das, was in der Ukraine gewachsen ist, ist eine existenzielle Bedrohung für das russische Volk, die russische Geschichte, die russische Sprache und die russische Zivilisation." Dann schrieb er: "Deshalb lasst uns all dem besser ein Ende bereiten. Ein und für allemal."

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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