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Weltwirtschaftsforum in Davos: Aufwändiger Corona-Schutz für die Mächtigen


Für die Mächtigen in Davos ist Corona nicht vorbei

  • Lars Wienand
Von Lars Wienand

Aktualisiert am 20.01.2023Lesedauer: 3 Min.
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Luftfilter: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach beim Weltwirtschaftsforum in Davos im Gespräch mit seinem indischen Amtskollegen Mansukh Mandaviya.
Luftfilter: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach beim Weltwirtschaftsforum in Davos im Gespräch mit seinem indischen Amtskollegen Mansukh Mandaviya. (Quelle: Twitter/mansukhmandviya)
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Es gibt viele Vorurteile und Mythen, wenn die Reichen und Mächtigen zusammenkommen. Gerade liefert in Davos das Corona-Schutzkonzept Diskussionsstoff.

Beim Weltwirtschaftsforum in Davos trägt auf Fotos niemand mehr Maske – wie bei fast allen Anlässen in der Öffentlichkeit inzwischen. Doch in Davos spielt Corona hinter den Kulissen durchaus eine Rolle: Corona ist da nicht vorbei – für das Treffen der Mächtigen und Reichen sind Vorkehrungen getroffen worden wie sonst selten. Darüber reden möchten die Organisatoren aber weniger.

"Ich bin in Sitzungen hier oft der einzige Maskenträger im Raum", sagte Gesundheitsminister Karl Lauterbach in einem "Welt"-Interview aus Davos. "Da habe ich sie meistens an, obwohl hier eigentlich jeder getestet ist". In Davos nämlich gelten Vorsichtsmaßnahmen, die man im Rest der Welt kaum noch kennt. Fürs Weltwirtschaftsforum ist dort sogar die Technik aufgerüstet worden.

Vollständige Impfung "dringend empfohlen"

Durch einen Tweet eines kanadischen Journalisten rückte erstmals das Sicherheitskonzept in den Blick der Öffentlichkeit. Beim Weltwirtschaftsforum ist der elektronische Zugang an einen aktuellen PCR-Test gekoppelt. Wer keinen negativen Test nachweist, dem wird die elektronische Zugangsberechtigung auf dem Chip entzogen – und muss damit draußen bleiben. An zwei Hotels in dem Alpendorf, an der Registrierung und neben dem Kongresszentrum wurden Teststationen eingerichtet. Ergebnisse kommen per Mail und SMS.

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In einem mehrseitigen Papier sind die Regeln zur Gesundheitsvorsorge bei dem Treffen festgelegt. Dafür habe man mit den "weltweit führenden Gesundheitsexperten und Virologen" zusammengearbeitet, heißt es. Teilnehmern sei "dringend empfohlen worden", vollständig und mit den neuesten Impfstoffen geimpft anzureisen sowie vorab einen Covid-19-Test zu machen. Das wird aber jeweils nicht kontrolliert. Ein Test daheim nutzt auch in Davos selbst nichts: Die Regularien schreiben vor, dass das Resultat von einer der offiziellen Stationen stammen muss.

Luftfilter eigens für Forum beschafft

Im Gesundheits-Leitfaden findet sich auch ein Hinweis darauf, was Nutzer in sozialen Netzwerken auf einzelnen Fotos des Treffens entdeckt haben: Hepa-Luftfilteranlagen. "In Orten mit eingeschränkter Luftzirkulation wurden zusätzliche hochmoderne Lüftungsanlagen installiert", heißt es dazu in dem Papier.

Die Luft ist rein: Bundesfinanzminister Christian Lindner im Gespräch mit seiner Schweizer Amtskollegin Karin Keller-Sutter.
Gute Luft: Bundesfinanzminister Christian Lindner im Gespräch mit seiner Schweizer Amtskollegin Karin Keller-Sutter. (Quelle: Twitter/FlueggerMichael)

Die Ausstattung dort löst in sozialen Netzwerken Diskussionen aus: Der in Kanada durch Medienauftritte bekannte Notfallmediziner Kashif Pirzada schrieb auf Twitter: "Die Weltelite des Davoser Forums genießt jeden erdenklichen Schutz vor Covid. Jede Schule, jeder Arbeitsplatz sollte den gleichen Schutz genießen wie die Reichen und Mächtigen." Die US-Bildungsforscherin Virginia Buysse schrieb: "Wir sind die Dritte-Klasse-Passagiere auf der Titanic."

Wie viele Luftfilter-Geräte es insgesamt sind, ist unklar: Das Büro des Weltwirtschaftsforums hat Fragen dazu und zu weiteren Maßnahmen des Covid-19-Konzepts auch auf Nachfrage von t-online nicht beantwortet. Diese mobilen Filter werden wohl bei der nächsten Veranstaltung in Davos, dem Ärztekongress "Lunge Zürich" mit 1.000 Teilnehmern, nicht zum Einsatz kommen.

Sie haben mit dem Davos Congress, seit 1971 Veranstaltungsort des Weltwirtschaftsforums, nichts zu tun, teilte die Gemeinde Davos t-online mit: "Die Installation der mobilen Luftfilter wurde auf Initiative des WEF vollzogen." Nicht beteiligt war demzufolge Kongresszentrum-Technikleiter Markus Finschi, der verantwortlich für die Schutzkonzepte dort war. Die letzte Fassung vom April 2021 garantierte Frischluft-Zufuhr und CO2-Überwachung.

Gut gesichert: Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation WHO, spricht in Davos bei gefilterter Luft und geht mit umgeschnallten Spikes.
Gut gesichert: Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation WHO, spricht in Davos bei gefilterter Luft und geht mit umgeschnallten Spikes. (Quelle: Twitter/RaquelPenaVice)

Die Handreichung zum Konzept verrät auch, dass mehrfach am Tag desinfiziert wird. Nicht zutreffend sind offenbar Berichte, dass bei dem Weltwirtschaftsforum auch UV-Anlagen zum Abtöten von Erregern eingesetzt werden. Entsprechende Fotos auf Twitter zeigen solche Geräte bei einem anderen Anlass.

Das Sicherheitskonzept des WEF sieht auch vor, dass Teilnehmer sich an vielen Orten kostenlos chirurgische oder FFP2-Masken nehmen können. Vorgeschrieben ist das Tragen aber auch in den Transportmitteln im Ort nicht – nur für die Fahrer. In der Schweiz gilt keine Maskenpflicht mehr.

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Verwendete Quellen
  • Eigene Recherchen
  • weforum.org: Guidance on Health Measures
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