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Prigoschin in Unterhose: Foto zeigt Wagner-Chef nach Aufstand in Russland


Unterhosen-Gruß in die Kamera
Foto zeigt Prigoschin erstmals seit Wagner-Aufstand in Russland

Von t-online, mam

Aktualisiert am 15.07.2023Lesedauer: 3 Min.
Jewgeni Prigoschin, Chef der Wagner-Söldner: Es ist das erste Foto Prigoschins, seit dem er gegen den Kreml rebelliert hat.Vergrößern des BildesJewgeni Prigoschin, Chef der Wagner-Söldner: Es ist das erste Foto Prigoschins, seit er gegen den Kreml rebelliert hat. (Quelle: t-online)
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Es ist das erste Foto seit dem Aufstand seiner Söldnertruppe: Jewgeni Prigoschin grüßt darauf in Unterhose in die Kamera. Wo er sich aufhält, ist weiter unklar.

Erstmals nach seinem Aufstand gegen den Kreml ist ein Foto des Wagner-Chefs Jewgeni Prigoschin aufgetaucht. Es wurde auf einem Telegramkanal verbreitetet, der der privaten Söldnertruppe nahesteht und zeigt den Wagner-Anführer in Unterhose und weißem Oberteil auf einem Feldbett.

Laut dem Post soll das Foto in einem Zeltlager der Wagner-Truppe im belarussischen Exil aufgenommen worden sein. Ob das wirklich stimmt, kann nicht unabhängig überprüft werden. Auch wie lang er tatsächlich bei seinen Söldnern ist, ist nicht bekannt.

Ebenso könnte sich Prigoschin in Russland aufhalten. Russische Medien hatten zuletzt über eine angebliche Rückkehr Prigoschins nach Russland berichtet. Demnach habe er sich nur kurz in dem Zeltlager nahe Minsk aufgehalten, sei dann aber entgegen der Vereinbarung mit dem Kreml nach Russland zurückgekehrt. Wo genau er sich dort aufhalte, sei unbekannt.

Warum der Gruß in Unterhose?

Auch warum sich Prigoschin ausgerechnet in Unterhose ablichten lässt, weiß wohl nur er selbst. Er könnte damit seine Nähe zur Front und seinen Kämpfern darstellen wollen, hatte er doch immer wieder die Kremlelite dafür kritisiert, dass diese nicht den Bedürfnissen der Kämpfer an der Front nachkommen würden.

Doch es könnte auch Prigoschins Art und Weise sein, auf die Rufmordkampagne des Kremls zu antworten: Der Thinktank Instute for the Study of War (ISW) hat russische Staatsmedien analysiert und kommt dabei zu dem Schluss, dass dort versucht werde, Prigoschin als Lügner darzustellen. So berichteten russische Propagandasender ausgiebig über Razzien des Geheimdienstes in Prigoschins Büros und Privathäusern und legten den Fokus dabei auf seine Immobilien und sein Vermögen.

Auch zeigten sie durchgestochene Videoaufnahmen der Razzia in Prigoschins Landsitz nahe St. Petersburg sowie Fotos eines verkleideten Prigoschin mit unterschiedlichen Bärten, Haarteilen und Brillen. Dazu mehrere gefälschte Pässe und eine Foto-Collage abgeschlagener menschlicher Köpfe an einer Wohnzimmerwand. Ob die Filmaufnahmen echt sind, lässt sich bislang nicht klären.

Wagner gab Panzer und Schusswaffen offenbar an Kreml ab

Die Wagner-Kämpfer hatten während des russischen Einmarsches in die Ukraine einige der heftigsten und blutigsten Kämpfe, etwa in der Region Bachmut, ausgefochten. In der Nacht zum 24. Juni hatte ihr Anführer Prigoschin jedoch einen Aufstand gegen den Kreml angezettelt. Mit seinen Kämpfern besetzte er mehrere Militärstützpunkte im Süden Russlands und bewegte sich Richtung Moskau. Kurz vor der russischen Hauptstadt aber brach er seinen Marsch nach Vermittlung durch den belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko ab.

Kremlchef Wladimir Putin hatte Prigoschin während seines Aufstands als "Verräter" gebrandmarkt, ließ ihm und seinen Söldnern nach seiner Kapitulation aber die Wahl, ins Exil nach Belarus zu gehen, sich den regulären russischen Streitkräften anzuschließen oder nach Hause zu gehen. Auch versprach er ihnen Straffreiheit.

Am Mittwoch teilte das russische Verteidigungsministerium dann mit, dass die Wagner-Söldner die Übergabe von Waffen an die regulären Streitkräfte Russlands abgeschlossen hätten. Nach US-Angaben seien sie zudem nun nicht mehr in relevanter Weise an militärischen Aktionen in der Ukraine beteiligt.

Laut Wladimir Putin existiere die Wagner-Gruppe aus einer juristischen Perspektive zudem überhaupt nicht und stehe eigentlich unter der Führung eines anderen Mannes – Prigoschin sei nicht ihr Anführer, so der Kremlchef. Mehr zu den Aussagen Putins lesen Sie hier.

Verwendete Quellen
  • Telegram
  • Mit Material der Nachrichtenagenturen dpa und Reuters
  • Eigene Recherche
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