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Zoll in Rostock setzt Frachter aus Russland wegen sanktionierter Güter fest


Sanktionierte Güter an Bord
Deutscher Zoll stoppt Frachter mit Uran aus Russland

Von dpa, lim

Aktualisiert am 02.04.2024Lesedauer: 2 Min.
urn:newsml:dpa.com:20090101:240402-911-007206Vergrößern des BildesFrachter "Atlantic Navigator II": Das Schiff wurde in Rostock festgesetzt. (Quelle: Jens Büttner/dpa)
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In Rostock wird derzeit ein Frachter aus Russland festgehalten. Das Schiff habe sanktionierte Güter an Bord und darf nicht weiterfahren.

Die Zollbehörden haben im Rostocker Überseehafen einem aus Russland kommenden Frachter die Weiterfahrt untersagt. Hintergrund ist die Ladung des Schiffes. "Aufgrund an Bord befindlicher, durch die EU sanktionierter Güter hat das Schiff vom Zoll eine Festhalteverfügung erhalten. Das Verlassen des Hafens ist damit untersagt", teilte das Rostocker Hafen- und Seemannsamt mit. Die "Ostsee-Zeitung" (OZ) hatte am Dienstag über die Festsetzung des Schiffes berichtet.

Der unter der Flagge der Marshall Islands fahrende, 193 Meter lange Frachter lief den Angaben zufolge am 4. März wegen technischer Probleme am Propeller zur Reparatur in den Rostocker Hafen ein. Der Schaden sei vermutlich durch eine Eisfahrt verursacht worden, so die Behörde weiter.

Frachter war auf dem Weg in die USA

Nach Recherchen der "Ostsee-Zeitung" war das Schiff auf dem Weg in die USA und unter anderem mit Birkenholz und auch angereichertem Uran für US-Atomkraftwerke beladen. Diese Information sei von mehreren Quellen bestätigt worden, schrieb die Zeitung. Der Gesamtwert der Fracht belaufe sich auf rund 40 Millionen Euro. Sanktioniert ist allerdings nicht das Uran, sondern das Birkenholz, das als Reaktion auf den Angriffskrieg gegen die Ukraine nicht importiert werden darf.

Unter anderem Wirtschaftsminister Robert Habeck kämpft schon länger darum, auch russisches Uran sanktionieren zu lassen. Das wird allerdings in vielen europäischen Atomkraftwerken gebraucht – darum stand es bislang nicht auf der Liste. Noch im vergangenen Jahr setzte sich die Bundesregierung dafür ein, Uran in das elfte Sanktionspaket aufzunehmen. Doch auch im 13. Sanktionspaket, das im Februar verabschiedet wurde, ist Uran nicht aufgenommen.

Ermittlungen dauern noch an

Ungarn und Bulgarien, Tschechien und die Slowakei, aber auch Finnland betreiben bislang noch russische Reaktortypen und sind darum von Lieferungen aus Russland abhängig.

Das betroffene Schiff wird in der Flotte einer Reederei aufgeführt, die Niederlassungen und Büros unter anderem in Kanada, den USA, Russland (Sankt Petersburg) und der Ukraine (Odessa) betreibt.

Das zuständige Hauptzollamt Stralsund wies darauf hin, dass die Schiffsladung, wie alle in die EU verbrachten Waren, der zollamtlichen Überwachung unterliege. In diesem Rahmen werde insbesondere die Einhaltung der Beschränkungen des Außenwirtschaftsverkehrs, unter anderem auch die Sanktionen gegenüber Russland, geprüft. Im konkreten Falle dauerten die Ermittlungen noch an. Details zur Ladung nannte der Zoll nicht.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Eigene Recherche
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