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Türkische Gemeinde in Deutschland: Erdogans Bluttest-Forderung sind "abscheulich"

Türkische Gemeinde ist entsetzt  

Erdogans Bluttest-Forderung ist "abscheulich"

06.06.2016, 18:29 Uhr | dpa

Türkische Gemeinde in Deutschland: Erdogans Bluttest-Forderung sind "abscheulich". Die Äußerungen von Recep Tayyip Erdogan stoßen selbst der Türkischen Gemeinde in Deutschland sauer auf.  (Quelle: AP/dpa)

Die Äußerungen von Recep Tayyip Erdogan stoßen selbst der Türkischen Gemeinde in Deutschland sauer auf. (Quelle: AP/dpa)

Die Türkische Gemeinde in Deutschland hat die Angriffe von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan auf türkischstämmige Abgeordnete im Bundestag in scharfer Form zurückgewiesen. "Morddrohungen und Bluttestforderungen finden wir abscheulich", sagte der Bundesvorsitzende des Verbandes, Gökay Sofuoglu.

"Ich denke, dass Leute nach Blut definiert werden, hat 1945 aufgehört. Das ist absolut deplatziert", sagte Sofuoglu.

Erdogan fordert Blutproben von Bundestagsabgeordneten

"Wir können unterschiedlicher Meinung sein", sagte Sofuoglu. Aber Menschen könnten nicht in der Öffentlichkeit so bloßgestellt und Angriffen ausgesetzt werden. Die Lage sei aufgeheizt. Türkischstämmige Abgeordnete hätten Morddrohungen erhalten.

"Morddrohungen schockieren mich zutiefst"

Integrationsministerin Aydan Özoguz (SPD) hat die Attacken gegenüber türkischstämmige Abgeordnete scharf verurteilt. "Die Morddrohungen gegen uns Abgeordnete des Deutschen Bundestages sind absolut inakzeptabel und schockieren mich zutiefst", sagte Özoguz. "Ich erwarte, dass das Parlament jetzt seine Solidarität mit uns deutlich zum Ausdruck bringt und uns hier nicht alleine lässt."

Dass das Thema extrem emotional diskutiert werden würde, sei vorher klar gewesen, sagte Özoguz, aber dass ein ausländischer Staatspräsident Abgeordnete der Komplizenschaft mit Terrororganisationen bezichtige, sei nicht hinnehmbar. "Das ist ein unglaublicher Vorgang, der die deutsch-türkischen Beziehungen auf eine schwere Belastungsprobe stellt."

"Ihr Blut ist verdorben"

Nach der Völkermord-Resolution in Deutschland hatte Erdogan seine Angriffe auf türkischstämmige Abgeordnete im Bundestag verschärft. "Manche sagen, das seien Türken", sagte er am Sonntag. "Was denn für Türken bitte?" Erdogan sprach sich dafür aus, den Abgeordneten Blutproben entnehmen zu lassen.

Bereits am Samstag hatte Erdogan die türkischstämmigen Abgeordneten im Bundestag angegriffen. "Sie haben nichts mit Türkentum gemein. Ihr Blut ist schließlich verdorben." Er warf den Abgeordneten vor, der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK als verlängerter Arm in Deutschland zu dienen. "Es ist sowieso bekannt, wessen Sprachrohr sie sind", sagte Erdogan. "Von der separatistischen Terrororganisation in diesem Land sind sie die Verlängerung in Deutschland." Sofuoglu sagte zu den Anschuldigungen: "Das ist die Aussage, die wir inzwischen für alle Oppositionellen hören." 

Bundestag nennt Massaker an Armeniern Völkermord

Der Bundestag hatte am Donnerstag fast einstimmig die umstrittene Resolution zur Einstufung der historischen Massaker an den Armeniern im Osmanischen Reich als Völkermord beschlossen. Ein gemeinsam von Union, SPD und Grünen eingebrachter Antrag war bei nur einer Gegenstimme und einer Enthaltung angenommen worden.

Die Türkische Gemeinde hatte die umstrittene Armenien-Resolution des Bundestages am Donnerstag als eine "Politshow" mit negativen Folgen für das deutsch-türkische Verhältnis bezeichnet.

"Souveräne Entscheidung des Bundestages"

Regierungssprecher Steffen Seibert hatte noch einmal unterstrichen, dass es sich bei der Resolution, in der das Massaker der Türkei an den Armeniern vor 101 Jahren als Völkermord bezeichnet wird, "um die souveräne Entscheidung eines eigenständigen Verfassungsorgans" handele und die verbalen Attacken aus der Türkei auf deutsche Abgeordnete zurückgewiesen. 

Auch der CDU-Europapolitiker David McAllister hat die Türkei aufgefordert, das Votum des deutschen Parlaments zum Völkermord an Armeniern im Ersten Weltkrieg zu respektieren. "Das war eine souveräne Entscheidung des Bundestages", stellte McAllister klar. 

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