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Präsidentschaftwahl Frankreich: Le Pen vs. Macron nichts ist entschieden

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Macron gegen Le Pen  

Das Duell ist noch lange nicht entschieden

06.05.2017, 21:08 Uhr | AFP, MHa

Präsidentschaftwahl Frankreich: Le Pen vs. Macron nichts ist entschieden. Die Rechtspopulistin und Kandidatin der Front National, Marine Le Pen, und ihr sozialliberaler Gegner Emmanuel Macron.  (Quelle: dpa/Eric Feferberg/AFP POOL/AP/Archivbild)

Die Rechtspopulistin und Kandidatin der Front National, Marine Le Pen, und ihr sozialliberaler Gegner Emmanuel Macron (Quelle: Eric Feferberg/AFP POOL/AP/Archivbild/dpa)

Die Rollen sind klar verteilt: Bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich ist der parteilose Ex-Wirtschaftsminister Emmanuel Macron der Favorit, die Rechtspopulistin Marine Le Pen die Außenseiterin. Doch Experten warnen davor, einen Sieg Macrons bei der Stichwahl am 7. Mai als sicher anzusehen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick:

Die Umfragen sprechen für Macron

Meinungsforscher sehen Macron deutlich vor Le Pen, derzeit mit rund 60 Prozent. Auch wenn dieser Vorsprung seit der ersten Wahlrunde vom 23. April etwas geschmolzen ist, der Abstand bleibt sehr groß.

Eine Wiederholung von Brexit und Trump-Sieg?

Warnende Stimmen verweisen auf das Brexit-Votum und den Wahlsieg des Rechtspopulisten Donald Trump in den USA – beides galt lange Zeit als nahezu ausgeschlossen.

Allerdings hinkt der Vergleich mit Frankreich. So hatten Meinungsforscher kurz vor dem Brexit-Votum durchaus einen sehr knappen Wahlausgang vorhergesagt, was in Frankreich bislang nicht der Fall ist.

Der Ausgang einer US-Präsidentschaftswahl wiederum ist wegen des dortigen Wahlsystems offener als in Frankreich: Einzelne hart umkämpfte Bundesstaaten – die berühmten Swing States – können den Ausschlag geben.

In Frankreich gilt das nicht, hier zählt jede abgegebene Stimme gleich viel. Die französischen Meinungsforschungsinstitute arbeiten zudem recht verlässlich. Den Ausgang der ersten Wahlrunde haben sie ziemlich präzise vorhergesagt.

Reihenweise Wahlempfehlungen für den 39-Jährigen

Nach dem ersten Wahlgang gaben zahlreiche Politiker Wahlempfehlungen für Macron ab, unter ihnen der ausgeschiedene konservative Kandidat François Fillon und der ebenfalls unterlegene Sozialist Benoît Hamon. Auch Staatschef François Hollande und sein konservativer Vorgänger Nicolas Sarkozy wollen für den sozialliberalen Reformpolitiker stimmen.

Allerdings sind die Wahlempfehlungen für Macron ein zweischneidiges Schwert: Sie erleichtern es Le Pen, den Ex-Wirtschaftsminister als Kandidaten des alten Partei-Establishments und der Eliten abzustempeln.

Keine geschlossene "republikanische Front" gegen Le Pen

Die Wahlempfehlungen können über eines nicht hinwegtäuschen: Anders als 2002, als Front-National-Gründer Jean-Marie Le Pen überraschend in die Stichwahl einzog, gibt es dieses Jahr keine geschlossene "republikanische Front" gegen die FN.

So hat der Linkspolitiker Jean-Luc Mélenchon zwar dazu aufgerufen, nicht für Le Pen zu stimmen; eine klare Wahlempfehlung für Macron will er aber nicht abgegeben. Viele schielen bereits auf die Parlamentswahl im Juni, bei der Macrons Bewegung "En Marche!" wieder ein Gegner sein wird.

Macrons Punktsieg im TV-Duell

Macron ging als Sieger aus dem hitzigen TV-Duell mit Le Pen vom Mittwochabend hervor. Das war für den 39-Jährigen sehr wichtig – allerdings gelten die Auswirkungen solcher Fernsehduelle auf die Wählermeinung als begrenzt.

Die Wahlbeteiligung als zentrale Frage

Eine zentrale Frage wird die Wahlbeteiligung sein. Bei einer sehr niedrigen Wahlbeteiligung, warnen Experten, könnte Le Pen das Rennen machen. Denn die Anhänger der Rechtspopulistin sind besonders mobilisiert.

Von den potenziellen Macron-Wählern stehen dagegen viele nicht aus Überzeugung hinter dem Ex-Wirtschaftsminister, sondern eher, weil sie keine Alternative sehen.

Außerdem könnten viele Wähler, die eigentlich Le Pen verhindern wollen, den Wahlurnen fern bleiben, weil sie einen Sieg Macrons angesichts der Umfragen als sicher ansehen.

Zumal der 8. Mai ein Feiertag ist und viele Franzosen das verlängerte Wochenende für einen Ausflug fern ihrer Wahlbüros nutzen könnten.

Unvorhersehbare Ereignisse

Ein unvorhersehbares Ereignis könnte den Verlauf des Wahlkampfs in letzter Minute nochmal vollkommen auf den Kopf stellen. Immer wieder genannt wird die Gefahr eines großen Anschlags: Der könnte dazu führen, dass sich die Wähler doch der sicherheitspolitischen Hardlinerin Le Pen zuwenden.

Nach dem Anschlag auf Polizisten auf den Pariser Champs-Elysées drei Tage vor der ersten Wahlrunde hatte es allerdings keine Wählerwanderung gegeben.

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