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Justin Trudeau: Kanadas Premier stellt sich den Rassismus-Vorwürfen

Wegen "Blackfacing"-Foto  

Kanadas Premier Trudeau stellt sich Rassismus-Vorwürfen

19.09.2019, 07:33 Uhr | aj, t-online.de

Justin Trudeau: Kanadas Premier stellt sich den Rassismus-Vorwürfen. Justin Trudeau gibt ein Pressestatement: Der kanadische Premier muss sich Rassismus-Vorwürfen stellen. (Quelle: AP/dpa/Sean Kilpatrick/The Canadian Press)

Justin Trudeau gibt ein Pressestatement: Der kanadische Premier muss sich Rassismus-Vorwürfen stellen. (Quelle: Sean Kilpatrick/The Canadian Press/AP/dpa)

Kanadas Premier steht unter Druck: Ein Foto von vor fast 20 Jahren ist aufgetaucht, dass Justin Trudeau mit einem dunkel angemalten Gesicht zeigt. Das Bild könnte dem Regierungschef die Wiederwahl kosten.

Der kanadische Premierminister Justin Trudeau muss sich inmitten seines Wahlkampfes gegen Rassismus-Vorwürfe rechtfertigen: Das "Time Magazine" hat ein altes Foto ausgegraben, auf dem Kanadas Regierungschef bei einer Schulgala zum Thema "Arabische Nächte" als Aladdin verkleidet zu sehen ist. Der Grund für die Aufregung: Der damals 29-jährige Trudeau trägt auf dem Bild nicht nur Turban und Robe – er hat sich auch das Gesicht und die Hände dunkel angemalt. 

Das Foto wurde im Jahr 2001 in einem Jahrbuch einer Privatschule in British Columbia veröffentlicht. Ein Sprecher des Premiers bestätigte kurz nach der Veröffentlichung, dass Trudeau auf dem Bild zu sehen sei. Zum Zeitpunkt der Aufnahme arbeitete Trudeau als Lehrer an der West Point Grey Academy in Vancouver

Eine solche Verkleidung, wenn weiße Menschen ihr Gesicht schwarz anmalen, um Schwarze darzustellen, wird in den USA und auch anderen angelsächsischen Ländern als "Blackfacing" bezeichnet. In den USA wurde erst im Februar dieses Jahres eine solche Aktion des Politikers Ralph Northam scharf kritisiert. Für Justin Trudeau dürfte das Foto besonders peinlich sein, da er in Kanada für eine progressive Politik steht und Weltoffenheit als eine seiner Grundprinzipien anpreist.

"Es tut mir wirklich leid"

Trudeau reagierte umgehend und entschuldigte sich mit deutlichen Worten: "Es tut mir wirklich leid", sagte er vor Vertretern der Presse. Auf die Frage, ob das Foto rassistisch sei, erwiderte er: "Ja, das war es. Ich habe es damals nicht für rassistisch gehalten, aber jetzt wissen wir es besser." Zudem räumte er ein, dass er schon mal als Schüler sein Gesicht schwarz angemalt habe, um ein jamaikanisches Lied zu performen. Er werde weiter daran arbeiten, Intoleranz und Diskriminierung zu bekämpfen, auch wenn er in der Vergangenheit offensichtlich einen Fehler gemacht habe.

Die Veröffentlichung des Fotos kommt zu keiner guten Zeit: Denn Kanadas Regierungschef kämpft am 21. Oktober um seine Wiederwahl. Der Wahlkampf läuft seit einer guten Woche. In jüngsten Umfragen liegen seine Liberalen etwa gleichauf mit den Konservativen seines schärfsten Konkurrenten Andrew Scheer.
 


Zuletzt war Trudeau zudem wegen unterdrückter Ermittlungen inmitten eines Bestechungsskandals unter Druck geraten. Dem Premierminister wird vorgeworfen, dass er Ermittlungen wegen Korruption und Schmiergeldzahlungen seiner damaligen Justizministerin gegen die kanadische Firma SNC-Lavalin habe unterdrücken wollen. Mitte August kam eine Ethik-Kommission zu dem Schluss, Trudeau habe sich falsch verhalten. Schon 2018 machte er zudem Schlagzeilen, als er sich bei einem Besuch in Indien in einem Kostüm zeigte, das als klischeehaft kritisiert wurde.

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