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Komplott in Jordanien? Prinz Hamsa steht unter Hausarrest

Komplott im Königspalast  

Jordanischer Prinz Hamsa unter Hausarrest

04.04.2021, 10:48 Uhr | dpa, t-online, wan

Komplott in Jordanien? Prinz Hamsa steht unter Hausarrest. Jordaniens Prinz Hamsa (Archivbild) steht nach eigenen Angaben unter Hausarrest. Nach Medienberichten wurden in 20 Menschen wegen eines Komplotts gegen den König festgenommen. (Quelle: imago images/Xinhua)

Jordaniens Prinz Hamsa (Archivbild) steht nach eigenen Angaben unter Hausarrest. Nach Medienberichten wurden 20 Menschen wegen eines Komplotts gegen den König festgenommen. (Quelle: Xinhua/imago images)

Im jordanischen Königshaus scheint es zu rumoren. Zwei Mitarbeiter sind festgenommen worden, Berichte sprechen von weiteren Festnahmen nach einem angeblichen Komplott. Im Mittelpunkt: Prinz Hamsa.

In Jordanien sind laut einem Bericht der "Washington Post" fast 20 Menschen festgenommen worden – in Zusammenhang mit einem angeblichen Komplott gegen König Abdullah II. Zudem sei Prinz Hamsa bin Hussein – Halbbruder des Königs – aufgefordert worden, im Rahmen von Ermittlungen zu einer "komplexen und weitreichenden" Verschwörung seinen Palast in Amman nicht zu verlassen.

Das berichtete die Zeitung am Samstag unter Berufung auf einen hochrangigen Regierungsvertreter im Nahen Osten, der über den Fall in Kenntnis gesetzt worden sei. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es zunächst nicht.

Die Staatsagentur Petra berichtete lediglich, dass zwei hochrangige Männer "aus Sicherheitsgründen" festgenommen worden seien: Bassim Auadalla, ehemaliger Vorsitzender des Königlichen Gerichts, und Hassan bin Said, Mitglied der Königsfamilie. Im Rahmen der Ermittlungen seien auch weitere Verdächtige festgenommen worden. Petra berichtete zudem unter Berufung auf eine namentlich nicht genannte, "gut informierte Quelle", dass Prinz Hamsa weder festgenommen noch unter Hausarrest gestellt worden sei.

Demgegenüber steht aber ein Bericht der BBC, der ein Video des Kronprinzen zugespielt wurde. In diesem spricht er davon, unter Hausarrest gestellt worden zu sein. Der Chef der Armee sei zu ihm gekommen und habe ihm gesagt, er dürfe keine anderen Personen treffen. Er dürfe keine Nachrichten auf Twitter veröffentlichen, Internet und Telefon seien gekappt worden. Das Video sei die letzte Möglichkeit, zu sprechen. In dem Video übte er scharfe Kritik  an der jordanischen Regierung und der dort herrschenden Korruption.

Der 41 Jahre alte Hamsa bin Hussein war von 1999 bis 2004 Kronprinz Jordaniens. König Abdullah II. setzte ihn dann aber überraschend als Thronfolger ab und machte den Weg frei für seinen damals achtjährigen Sohn. Er wolle Prinz Hamsa von den "Zwängen" seiner Position befreien, um ihm andere Möglichkeiten zu geben, hieß es damals.

Generalstabschef Jussif al-Hunaiti forderte Prinz Hamsa in einer Mitteilung am späten Samstagabend auf, Handlungen zu unterlassen, die die Stabilität des Königreichs gefährden könnten. Der Prinz solle "Aktivitäten und Schritte beenden, die auf die Sicherheit und Stabilität Jordaniens abzielten". Diese Aufforderung sei nach "umfassenden Ermittlungen der Sicherheitsbehörden" erfolgt. Auch al-Hunaiti dementierte, dass Prinz Hamsa unter Hausarrest gestellt worden sei.

Unbestätigten Berichten zufolge wurde auch Prinz Hamsas Büroleiter Jassir Madschali festgenommen. Seine Nichte Basma schrieb bei Twitter, dass Madschali nach einer Razzia an einen unbekannten Ort gebracht worden sei.


Auf im Internet veröffentlichten Videos war ein großes Polizeiaufgebot in der Nähe des Königspalastes in Amman zu sehen. Laut der amtlichen Nachrichtenagentur Petra wurden "aus Sicherheitsgründen" unter anderem Ex-Finanzminister Bassem Awdallah, früher ein enger Vertrauter des Königs und von 2007 bis 2008 Chef des Palasts, festgenommen sowie Scherif Hassan ben Said. Der Titel Scherif weist darauf hin, dass es sich um eine dem Königshaus nahestehende Person handelt.

Unterstützung von Alliierten

Saudi-Arabien erklärte am Samstag seine "volle Unterstützung für die von König Abdullah II. und Kronprinz Hussein getroffenen Entscheidungen und Maßnahmen zur Gewährleistung von Sicherheit und Stabilität" im Land. Ähnlich äußerte sich der Golfkooperationsrat.

Auch der Sprecher des US-Außenministeriums, Ned Price, versicherte Abdullah die "volle Unterstützung". Er sei "ein wichtiger Partner der Vereinigten Staaten".

Der Hausarrest des Prinzen und die Verhaftungen kommen nur wenige Tage vor der 100-Jahr-Feier des Königreichs. Am 11. April 1921 hatte der damalige König Abdullah seine erste Regierung gebildet.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Eigene Recherchen

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