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Nordkorea: Ehefrau soll hinter Hinrichtung von Jang Song Thaek stecken

Brutale Säuberungen in Nordkorea  

Ehefrau soll hinter Hinrichtung von Jang Song Thaek stecken

16.12.2013, 20:07 Uhr | AFP, dpa, t-online.de

Nordkorea: Ehefrau soll hinter Hinrichtung von Jang Song Thaek stecken. Macht gefestigt? Kim Kyong Hui zusammen mit Nordkoreas Diktator Kim Jong Un (Archivbild) (Quelle: AP/dpa)

Macht gefestigt? Kim Kyong Hui zusammen mit Nordkoreas Diktator Kim Jong Un (Archivbild) (Quelle: AP/dpa)

Vor wenigen Tagen hat Nordkoreas Diktator Kim Jong Un seinen Onkel und Mentor Jang Song Thaek überraschend entmachtet und hingerichtet. Nun gibt es Berichte, wonach Kims Tante, die Ehefrau von Jang, hinter der Ermordung ihres eigenen Mannes stecken soll.

Kim Kyong Hui soll die Entmachtung ihres Mannes maßgeblich vorangetrieben haben, berichtet das im südkoreanischen Seoul ansässige Institut "North Korea Strategic Information Service Center". Sie habe ihren Mann "geopfert", um ihrer Familie dauerhaft Einfluss in der kommunistischen Beton-Diktatur zu sichern.

Tante hat Stellung behalten

Ähnlicher Ansicht ist auch Leonid Petrov, Nordkorea-Experte der Australischen Nationaluniversität. Er geht davon aus, dass Kim Kyong Hui treibende Kraft hinter der Ermordung ihres Mannes war, um damit dem Regime ihre unbedingte Treue zu beweisen.

Für diese Vermutungen spricht, dass die Schwester des verstorbenen Machthabers Kim Jong II ihre einflussreiche Stellung im Regime behalten hat. Die 67-Jährige wurde am Wochenende von den Staatsmedien neben anderen führenden Vertretern des Regimes genannt, die das geplante Staatsbegräbnis für einen ehemaligen hochrangigen Parteifunktionär organisieren sollen.

Solche Listen liefern Beobachtern im Ausland gewöhnlich Hinweise auf die Hierarchie in dem abgeschotteten Staat. Dem Komitee gehören den Berichten zufolge mehr als 50 Mitglieder an.

Nach der Hinrichtung von Jang Song Thaek hatte es in Südkorea zunächst Spekulationen gegeben, wonach auch seine Frau Opfer der jüngsten politischen Säuberung geworden sein könnte. Neben Jang galt Kim Kyong Hui lange als die Schlüsselperson, die Kim Jong Un bei der Konsolidierung der Macht unterstützen und die Interessen der Herrscherfamilie wahren sollte.

Lage "ernst und unvorhersehbar"

Jang war lange Zeit die graue Eminenz des Regimes. Nordkorea hatte am Freitag seine Hinrichtung bestätigt. Ein Militärtribunal habe ihn wegen eines Umsturzversuches zum Tod verurteilt, hatte es geheißen. Südkorea befürchtet eine große Instabilität im Nachbarland.

Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye warnte vor möglichen "skrupellosen Provokationen" Pjöngjangs. Die politische Entwicklung in Nordkorea sei derzeit schwer auszumachen, die Lage auf der koreanischen Halbinsel sei "ernst und unvorhersehbar", erklärte die Staatschefin. Sie forderte das Militär auf, seine Wachsamkeit an der Grenze zum Norden zu erhöhen, insbesondere an der explosiven Gemarkung im Gelben Meer.

US-Außenminister John Kerry hatte die Hinrichtung von Jang Song Thaek bereits am Sonntag als "bedenkliches Zeichen der Instabilität" in einem nach Atomwaffen strebenden Staat gewertet.

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