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Aleppo in Syrien: Hunderttausende können auf Rettung hoffen

Schlacht um Aleppo  

Hunderttausende können auf Rettung hoffen

07.08.2016, 18:02 Uhr | dpa, AP, t-online.de

Aleppo in Syrien: Hunderttausende können auf Rettung hoffen. Die Stadt Aleppo gleicht nach zahlreichen Luftschlägen einem Trümmerfeld. (Quelle: AP/dpa)

Die Stadt Aleppo gleicht nach zahlreichen Luftschlägen einem Trümmerfeld. (Quelle: AP/dpa)

Syrische Rebellen haben die Belagerung der umkämpften Stadt Aleppo durchbrochen und damit Hunderttausenden Eingeschlossenen Hoffnung auf Rettung gebracht. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bestätigte den Durchbruch. Zugleich berichtete sie von neuen heftigen Gefechten entlang des befreiten Korridors.

Aleppo gilt als wichtigstes Schlachtfeld in Syrien und als Symbol für den seit 2011 andauernden verheerenden Bürgerkrieg. Nach Schätzung der Vereinten Nationen sind durch die Belagerung im Osten der Stadt bis zu 300.000 Menschen von der Außenwelt abgeschnitten.

Aktivisten in Aleppo berichteten nach dem Durchbruch von feiernden Bewohnern auf den Straßen der eingekesselten Viertel. Die Menschen seien trotz der Gefahr von Luftangriffen ins Freie gelaufen und hätten gerufen "Gott ist groß" und "Unsere Rebellen werden uns retten". Von den Moscheen erschallten Koranverse.

Keine sichere Passage

Die Menschenrechtsbeobachter wiesen aber darauf hin, dass es den Rebellen noch nicht gelungen sei, eine sichere Passage zwischen den Ost-Vierteln Aleppos und den von Aufständischen kontrollierten Gebieten zu schaffen.

Die Islamisten durchbrachen nach eigenen Angaben am Samstag den Belagerungsring aus Regimetruppen und taten sich mit Aufständischen aus dem eingekesselten Ostteil der früheren Metropole zusammen. "Das beweist, dass wir die Belagerung durchbrochen haben", sagte ein Kommandant des früheren Al-Kaida-Ablegers Dschabhat Fatah al-Scham. Regierungsmedien wiesen die Erfolgsmeldungen der Rebellen als falsch zurück.

Ist nun West-Aleppo abgeschnitten?

Dagegen berichteten die Menschenrechtsbeobachter, mit ihrem Vormarsch hätten die Rebellen nun ihrerseits den Westteil Aleppos von der Versorgung abgeschnitten. Dieses Gebiet wird vom Regime gehalten, etwa 1,2 Millionen Menschen leben dort.

Die von Rebellen gehaltenen Gebiete wurden das gesamte Wochenende von heftigen Luftschlägen erschüttert. Der staatlichen Nachrichtenagentur Sana zufolge wurden auch nachrückende Truppen und Versorgungskonvois getroffen. Tausende "Söldner" hätten mit Hilfe von Autobomben die Soldaten angegriffen.

Die syrische Regierung versuchte auch am Sonntag mit einer Serie von Luftangriffen, die vorrückenden islamistischen Rebellen wieder zurückzudrängen. Kampfjets hätten Fahrzeuge von Rebellen beschossen, berichteten die staatliche Nachrichtenagentur Sanaa und die medialen Sprachrohre der auf Seiten der Regierung kämpfenden Hisbollah-Miliz.

Rebellen erbeuten Fahrzeuge und Munition

Auf Rebellenseite war unter anderem die ehemalige Nusra-Front beteiligt, die sich mittlerweile Eroberungsfront der Levante nennt. Die Kämpfer vertrieben die Regierungstruppen in einem erbitterten Straßenkampf aus mehreren Militärakademien, einer Lagerhalle und einem Teil der Autobahn bei Ramuse, wo seit einer Woche heftig gekämpft wurde.

Die Eroberungsfront der Levante postete Bilder von gepanzerten Fahrzeugen und Munition, die sie in den Militärakademien geplündert haben will. Rami Abdurrahman von der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete von mindestens 700 Toten auf beiden Seiten innerhalb der vergangenen Woche.

Vor drei Wochen hatten syrische Regierungstruppen und ihre Verbündeten die letzte Versorgungsroute der Rebellen nach Aleppo gekappt. Ein Bündnis syrischer Rebellengruppen unter Führung von Islamisten versuchte seit einer Woche, die Belagerung zu durchbrechen.

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