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Großoffensive auf IS: Rebellen beginnen mit Sturm auf Rakka

Offensive auf IS-Hochburg Rakka  

"Wir verkünden den Beginn der großen Schlacht"

06.06.2017, 17:49 Uhr | AP, rok

Großoffensive auf IS: Rebellen beginnen mit Sturm auf Rakka. Kämpfer der syrischen Rebellen während eines Gefechts bei Rakka. (Quelle: AP/dpa)

Kämpfer der syrischen Rebellen während eines Gefechts bei Rakka. (Quelle: AP/dpa)

Die entscheidende Offensive zur Vertreibung der IS-Miliz aus ihrer syrischen Hochburg Rakka hat begonnen. Es dürfte ein verlustreicher Kampf werden. Die Terrormiliz setzt auf Minen und menschliche Schutzschilde.

Der IS hatte Al-Rakka im Januar 2014 eingenommen, mehrere Monate bevor er in einer Blitzoffensive weite Teile des Iraks und Syriens unter seine Kontrolle brachte. In der Stadt versammelten sich viele Extremisten aus dem Ausland, sie gilt als Hauptstadt des vom IS ausgerufenen Kalifats und ist darin neben Mossul im Irak die wichtigste verbliebene Hochburg der Extremisten.

"Wir verkünden heute den Beginn der großen Schlacht zur Befreiung der Stadt Al-Rakka, der angeblichen Hauptstadt des Terrorismus und der Terroristen", sagte jetzt ein Sprecher der von Kurden angeführten SDF, Talal Sillo.

Anti-IS-Allianz unterstützt aus der Luft

Die Kampfjets des internationalen Bündnisses gegen den IS hatten den SDF seit November dabei geholfen, den Belagerungsring um Al-Rakka immer enger zu ziehen. Vergangene Woche erreichten ihre Kämpfer die nördlichen und östlichen Tore Al-Rakkas, auch nach Westen sind die Zufahrten blockiert.

Seit Montagabend liegt die Stadt unter schwerem Beschuss, wie Oppositionsaktivisten berichteten. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana meldete zwölf Tote, die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in Großbritannien sogar 21.

Am Dienstag wurde der Beobachtungsstelle zufolge vor allem in Maschlab am Ostrand Al-Rakkas gekämpft. Auch innerhalb der vom IS gehaltenen, ehemaligen Militärbasis Division 17 gab es demnach Gefechte.

IS-Kämpfer haben Landminen verlegt

Die langen Vorbereitungen für die Offensive auf Al-Rakka haben es auch den Extremisten ermöglicht, Vorkehrungen zu treffen. Sie legten rund um die Stadt Landminen aus, errichteten Barrikaden und spannten Planen über die Straßen, um keine Ziele für die Kampfjets zu bieten.

Die NGO International Rescue Committee warnte davor, dass der IS die rund 200.000 Zivilisten in Al-Rakka als menschliche Schutzschilde missbrauchen könnte. Die Zahl der flüchtenden Bewohner habe zuletzt abgenommen. Sana meldete, einige versuchten noch, mit Booten über den Euphrat aus der Stadt zu fliehen.

Türkei droht kurdischen Einheiten

Die Beteiligung kurdischer Kämpfer an der Offensive belastet auch die Beziehungen zwischen den USA und der Türkei. Ankara betrachtet die zu den SDF gehörende syrisch-kurdische Miliz als Ableger der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK. Ministerpräsident Binali Yildirim sagte, seine Regierung beobachte die Operation genau und werde eingreifen, wenn die Sicherheit der Türkei bedroht sei. Er kritisierte die USA einmal mehr dafür, dass sie sich mit den SDF verbündet haben.

Der Kommandeur der US-Truppen im benachbarten Irak, Steve Townsend, sagte, die Offensive in Al-Rakka und jene in Mossul würden dem Ruf des IS - auch bekannt als ISIS - schaden. "Es ist hart, neue Rekruten zu überzeugen, dass ISIS eine Erfolgsgeschichte ist, wenn sie gerade ihre Zwillingshauptstädte in Irak und Syrien verloren haben", sagte er.

Im Irak läuft seit vergangenem Oktober eine Offensive zur Rückeroberung Mossuls, doch Teile im Westen der Stadt sind immer noch in der Hand der Extremisten. Es wird damit gerechnet, dass die Operation in Al-Rakka ähnlich lange dauern dürfte.

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