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Irak: Familien ausländischer IS-Kämpfern in Haft

Eroberung von Tal Afar  

Familien ausländischer IS-Kämpfern in Haft

10.09.2017, 13:54 Uhr | AP

Irak: Familien ausländischer IS-Kämpfern in Haft.  (Quelle:  EPA/AHMED JALIL/DPA)

Soldat der irakischen Armee auf den Trümmern des Flughafens von Tal Afar (Quelle: EPA/AHMED JALIL/DPA)

Tausende ausländische Islamisten waren in das vom IS ausgerufene Kalifat geströmt. Viele brachten ihre Familien mit. Bei der jüngsten IS-Niederlage in Tal Afar wurden nun auch viele Frauen und Kinder von IS-Kämpfern gefangen genommen.

Die 1333 Frauen und Kinder stammten aus 14 Ländern und seien in Lagern nahe der Stadt Mossul untergebracht worden, verlautete am Sonntag aus irakischen Sicherheitskreisen. Ihnen werden demnach keine Verbrechen vorgeworfen, sie sollen vermutlich in ihre Heimatländer überstellt werden.

Den Angaben zufolge stammten die meisten von ihnen aus Zentralasien, Russland und der Türkei, einige kamen aber auch aus Ländern wie Japan und Südkorea. Zehntausende Menschen aus aller Welt waren in den vergangenen Jahren nach Syrien und in den Irak gereist, um im selbst ausgerufenen Kalifat des IS zu leben. Die Extremisten verloren aber durch Militäroffensiven in beiden Staaten in den vergangenen Monaten viel von ihrem Territorium.

"Wir konnten unsere Religion in Aserbaidschan nicht praktizieren, sagte eine der Frauen, Fejrusa, die ursprünglich aus der russischen Teilrepublik Dagestan stammt. "Uns wurde gesagt, dass sie im Irak den Islam umgesetzt hätten und wir kamen hierher und es war wahr. Wir lebten unsere Leben als Muslime und wir waren glücklich, bis die Kriegsflugzeuge kamen und alles zerstörten", sagte sie.

"Das ist nicht passiert"

Auch eine andere der Frauen, Ajbenis, ebenfalls aus Aserbaidschan, rückte die Herrschaft des IS in Tal Afar in ein positives Licht. "Wir haben keine Morde gesehen. Das ist nicht passiert", sagte sie. Andere Bewohner, die vor der Eroberung Tal Afars im August zu Tausenden aus der Stadt geflohen waren, hatten hingegen von Gräueltaten und Hunger unter dem brutalen Joch des IS berichtet.

Die Frauen erklärten, sie wüssten nichts über das Schicksal ihrer Männer, die sich kurdischen Kämpfern ergeben hatten. Kurden-Kommandeur Kamel Harki sagte, einige von ihnen seien den irakischen Behörden übergeben worden, andere seien getötet worden, weil sie ihre Kapitulation nur vorgetäuscht und dann angegriffen hätten.

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