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Israel-Konflikt: Tote und Verletzte bei Luftangriffen auf Gaza

Gewalt im Jerusalem-Streit  

Berichte über zwei Tote bei Luftangriffen auf Gaza

09.12.2017, 17:06 Uhr | dpa

Schwere Ausschreitungen in Israel mit vier Toten (Screenshot: Reuters)
Schwere Ausschreitungen in Israel mit vier Toten

Die kontroversen Aussagen von Präsident Trump zur Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem, haben zu Massenprotesten in der arabischen Welt geführt.

"Tage des Zorns": Schwere Ausschreitungen in Israel mit vier Toten. (Quelle: Reuters)


Bei einem Raketenangriff der israelischen Armee sind im Gazastreifen zwei Palästinenser getötet worden. Das berichten die dortigen Behörden.

Das Geschoss sei am Samstagmorgen in Nusseirat eingeschlagen, erklärte die Hamas, die den Gazastreifen kontrolliert. Die israelische Armee teilte mit, dass sie als Reaktion auf Raketenangriffe aus dem Gazastreifen mehrere Ziele in dem Küstenstreifen aus der Luft angegriffen habe.

Zwei Tote, Hunderte Verletzte

Zuvor sind im Streit um Jerusalem bei Unruhen zwei Palästinenser getötet worden, 800 wurden verletzt. Heute will sich Präsident Abbas mit der Palästinenserführung beraten. Die Hamas setzt weiter auf Gewalt.

Tausende Palästinenser waren nach den Freitagsgebeten in Jerusalem, dem Westjordanland und dem Gazastreifen auf die Straßen gegangen. Sie protestierten gegen die Anerkennung Jerusalems als Israels Hauptstadt durch die USA. Dabei kam es zu zahlreichen Zusammenstößen mit israelischen Sicherheitskräften. Im Gazastreifen starben zwei Palästinenser, wie die Zeitung "Haaretz" in der Nacht zum Samstag berichtete.

Trump fordert "Ruhe und Mäßigung"

Angesichts der Unruhen rief US-Präsident Donald Trump zu "Ruhe und Mäßigung" auf. Das sagte sein Sprecher Raj Shah zu Journalisten an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One. "Der Präsident hat Ruhe und Mäßigung geforderte, und wir hoffen, dass die Stimmen der Toleranz die des Hasses übertönen", sagte Shah. Er betonte, dass Trump weiterhin eine "dauerhafte Friedensvereinbarung zwischen Israelis und Palästinensern" anstrebe.

Am Samstag will sich die palästinensische Führung in Ramallah treffen, nachdem Präsident Mahmud Abbas aus Jordanien zurückgekehrt ist. Auch die Arabische Liga befasst sich am Samstag in einer Dringlichkeitssitzung mit der umstrittenen Entscheidung des US-Präsidenten Donald Trump. Es wird erwartet, dass die Staatengemeinschaft bei ihrem Treffen in Kairo scharfe Kritik an der Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels übt.

Hamas will "Jerusalem befreien"

Die Hamas hatte die blutigen Unruhen gelobt. "Wir arbeiten in alle Richtungen und auf allen Ebenen, um die Entscheidung von Trump zu Fall zu bringen, Jerusalem zu befreien und das palästinensische Volk zurückzubringen", sagte Hamas-Chef Ismail Hanija. Die palästinensische Einheit offenbare sich "in der Arena der Intifada". Hanija hatte am Donnerstag zu einem neuen Palästinenseraufstand (Intifada) aufgerufen.

Der Beginn der ersten Intifada jährt sich am Samstag zum 30. Mal. Von 1987 bis 1993 verloren etwa 2200 Palästinenser und 200 Israelis ihr Leben. Bei der "Al-Aksa-Intifada" von 2000 bis 2005 wurden 3500 Palästinenser getötet, mehr als 1000 Israelis starben bei Anschlägen von Palästinensern.

"Der gesegnete Aufstand heute hat zwei Botschaften gesendet", sagte Hanija. "Erstens unsere Ablehnung von Trumps Entscheidung und zweitens die hohe Bereitschaft, Jerusalem mit unseren Leben zu verteidigen."

UN-Sicherheitsrat tagt

Bei einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats mussten die USA am Freitag massive Kritik aller 14 anderen Mitglieder des Gremiums einstecken. Die Entscheidung, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, stelle einen "gefährlichen Präzedenzfall" dar, sagte Ägyptens UN-Botschafter Amr Abdellatif Aboulatta in New York. Die Botschafter von Großbritannien, Italien, Schweden, Italien und dem derzeit nicht im Sicherheitsrat vertretenen Deutschland teilten nach der Sitzung in einer gemeinsamen Erklärung mit, die Entscheidung sei nicht in Übereinstimmung mit UN-Resolutionen und nicht hilfreich.

Israel hatte 1967 während des Sechs-Tage-Kriegs unter anderem das Westjordanland und den arabischen Ostteil Jerusalems erobert. Das Westjordanland kontrolliert es bis heute, Ost-Jerusalem hat Israelannektiert. Israel beansprucht ganz Jerusalem als seine unteilbare Hauptstadt, was international nicht anerkannt wird.

Die Palästinenser sehen dagegen in Ost-Jerusalem die künftige Hauptstadt eines unabhängigen Palästinenserstaates, der das Westjordanland und den Gazastreifen umfasst. Allerdings leben schon heute in Ost-Jerusalem und im Westjordanland mehr als 600 000 jüdische Siedler.

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