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Nordkorea und USA: Kim Jong Un will lieber Burger statt atomarer Abrüstung

Einschätzung der CIA  

Kim will Burger statt atomarer Abrüstung

31.05.2018, 12:45 Uhr
Nordkorea und USA: Kim Jong Un will lieber Burger statt atomarer Abrüstung. Kim Jong Un in der koreanischen Grenzstadt Panmunjom: Der nordkoreanische Machthaber wird aus Sicht der CIA seine Atomwaffen wohl nicht aufgeben. (Quelle: imago images/Inter-Korean Press Corps/POOL)

Kim Jong Un in der koreanischen Grenzstadt Panmunjom: Der nordkoreanische Machthaber wird aus Sicht der CIA seine Atomwaffen wohl nicht aufgeben. (Quelle: Inter-Korean Press Corps/POOL/imago images)

Donald Trump scheint Kim Jong Un doch treffen zu wollen. Dass Nordkorea seine Atomwaffen aufgibt, glaubt die CIA aber nicht. Kim könnte ein anderes schmackhaftes Angebot machen.

Donald Trumps Schwäche für Fast Food ist gut dokumentiert. Burger gehören zu seinen Leibspeisen, auch wenn er sie angeblich seit Kurzem nur noch mit einem halben Brötchen isst – als Zugeständnis an seine Gesundheit. Das zumindest erzählte der frühere New Yorker Bürgermeister und neue Anwalt des US-Präsidenten, Rudy Guiliani, der "Washington Post".

Das Angebot, das Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un den USA in den Bemühungen um Entspannung angeblich machen will, könnte dem US-Präsidenten also gefallen: Wie "NBC News" berichtet, überlege Kim, den USA anzubieten, eine westliche Fast-Food-Kette in Nordkoreas Hauptstadt Pjöngjang anzusiedeln – als Zeichen des guten Willens.

Liste möglicher Zugeständnisse Nordkoreas

Das steht zumindest auf einer Liste von möglichen Zugeständnissen Nordkoreas, die der US-Geheimdienst CIA dem Bericht zufolge erstellt hat. Die CIA geht demnach nicht davon aus, dass Trumps erklärtes Ziel bei den geplanten Verhandlungen erreicht werden könne: die Vernichtung des nordkoreanischen Atomarsenals. Ein realistischeres Ziel sei, Kim davon zu überzeugen, jüngste Fortschritte im nordkoreanischen Atomwaffenprogramm wieder aufzugeben. 

So wunderlich die mögliche Burger-Diplomatie klingen mag – unrealistisch ist sie nicht. Auch wenn die drei Offiziellen, die "NBC News" aus US-Sicherheitskreisen zitiert, selbst sagen, dass verlässliche Informationen über mögliche Verhandlungsstrategien gerade aus dem stark abgeschotteten Nordkorea schwer zu bekommen sind. 

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un und Südkoreas Präsident Moon Jae In Ende April beim Treffen im Grenzort Panmunjom: Burger gab es beim Bankett nach dem historischen Gipfel nicht. (Quelle: imago images)Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un und Südkoreas Präsident Moon Jae In Ende April beim Treffen im Grenzort Panmunjom: Burger gab es beim Bankett nach dem historischen Gipfel nicht. (Quelle: imago images)

Doch schon nach dem Treffen Kims mit Südkoreas Präsident Moon Jae In Ende April hatte es entsprechende Berichte aus der südkoreanischen Delegation gegeben. Chung-in Moon, ein Berater des Präsidenten Moon, sagte damals, Nordkorea heiße amerikanische Investitionen im eigenen Land Willkommen. "Sie wollen ein normales Land sein, ein normaler Staat, der von den USA anerkannt wird", sagte er CNN International nach dem Treffen mit Kim. Als Beispiele nannte er einen "Trump Tower" in Nordkorea – und McDonald's.

Auch die CIA geht dem NBC-Bericht zufolge davon auf, dass sich Nordkorea Investitionen öffnen wolle, von denen letztlich auch die USA profitieren könnten. Besonders Investitionen in die Infrastruktur hält der Geheimdienst für wahrscheinlich, Nahrungsmittellieferungen und Hilfe bei der Entwicklung der Landwirtschaft. 

Treffen scheint wahrscheinlicher zu werden

Dass das Treffen Trumps mit Kim tatsächlich stattfindet, scheint nach den jüngsten Volten nun wieder wahrscheinlicher zu werden. "Der Präsident denkt, dass die anhaltenden Diskussionen sehr gut laufen", sagte Sprecherin Sarah Sanders. "Wir werden vorbereitet sein, wenn das Treffen am 12. Juni stattfindet." Und auch, wenn es später stattfinden sollte.

Zugleich hat sich der hohe nordkoreanische Parteifunktionär und frühere Geheimdienstchef Kim Yong Chol auf den Weg in die USA gemacht, wo er US-Außenminister Mike Pompeo treffen soll. Der hatte selbst in den vergangenen Wochen schon zweimal Nordkorea besucht, um das Treffen vorzubereiten.

Schon damals hätte Pompeo übrigens Burger in Nordkorea essen können – nur eben nicht von einer der großen Fast-Food-Ketten. Im Jahr 2009 öffnete das erste Restaurant im westlichen Stil. Den Anschein, dass man damit dem bisherigen Erzfeind USA nacheiferte, wollte man damals aber offensichtlich vermeiden. Statt "Burger" bekam man deshalb nur "Hackfleisch mit Brot" zu essen.

Verwendete Quellen:
  • Bericht von "NBC News" über die Burger-Diplomatie
  • Bericht der "Washington Post" zu Trumps neuer Burger-Vorliebe
  • Bericht des "Business Insider" zu Südkoreas Angaben nach dem Spitzentreffen
  • Bericht der "Welt" über die ersten Burger in Nordkorea
  • Mit Material von dpa und Reuters
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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