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Afghanistan: Neun Tote bei IS-Angriff auf Innenminsterium in Kabul

Anschlag auf Innenministerium  

Mindestens neun Tote bei IS-Angriff in Kabul

30.05.2018, 21:17 Uhr | dpa

Afghanistan: Neun Tote bei IS-Angriff auf Innenminsterium in Kabul. Sicherheitsbeamte kommen zum Ort des Angriffs auf das Innenministerium von Afghanistan: Mehrere Extremisten versuchten, das Tor zum Ministerium zu stürmen. (Quelle: dpa/Rahmat Alizadah/Xinhua)

Sicherheitsbeamte kommen zum Ort des Angriffs auf das Innenministerium von Afghanistan: Mehrere Extremisten versuchten, das Tor zum Ministerium zu stürmen. (Quelle: Rahmat Alizadah/Xinhua/dpa)

Bei einem Attentat auf das Innenministerium in Kabul kämpften Sicherheitskräfte über zwei Stunden gegen acht Angreifer. Neun Menschen kamen bei dem Angriff ums Leben.

Bei einem Angriff auf das Innenministerium in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind alle acht Attentäter und ein Polizist getötet worden. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte den Angriff über ihr Sprachrohr Amak für sich, lieferte aber in der kurzen Botschaft keine weiteren Details.

Ein Sprecher des Innenministeriums, Nadschib Danisch, wies Berichte zurück, wonach es die Kämpfer auf das Gelände geschafft hätten. Die Gefechte hätten sich an einem Tor abgespielt. In dem Ministerium arbeiten Hunderte Menschen.

Der Angriff im Stadtzentrum nahe dem internationalen Flughafen dauerte knapp zwei Stunden. Wie Ministeriumssprecher Danisch in einer landesweit übertragenen Pressekonferenz sagte, wurden sieben der Attentäter von Sicherheitskräften erschossen. Einer habe sich in die Luft gesprengt. Außerdem seien mehrere Polizisten verletzt worden. Mitarbeiter kamen angeblich nicht zu Schaden.

Sicherheitskräfte hatten einen Anschlag auf den Flughafen vermutet

Der Sprecher der für den nahegelegenen Flughafen zuständigen Grenzpolizei, Mohammed Adschmal Faisi, sagte, dass der Flugbetrieb während des Angriffs unterbrochen gewesen sei. Sicherheitskräfte hatten Medienberichten zufolge in der Nacht nahe dem Flughafen Waffen sichergestellt. Sie hatten deshalb einen bevorstehenden Angriff auf den Flughafen vermutet.

Sicherheitsbeamte kommen am afghanischen Innenministerium in Kabul an. (Quelle: AP/dpa/Rahmat Gul)Sicherheitsbeamte kommen am afghanischen Innenministerium in Kabul an. (Quelle: Rahmat Gul/AP/dpa)

Es war der zehnte schwere Anschlag in Kabul in diesem Jahr. Es gab damit nun insgesamt knapp 300 Tote und knapp 500 Verletzte. Sowohl die Taliban als auch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hatten sich zu Angriffen bekannt. Erst vergangene Woche hatten die Taliban die Zivilbevölkerung gewarnt, sich nicht in der Nähe von Regierungs- oder Militäreinrichtungen aufzuhalten, weil sie weitere Anschläge planten.

Auch die Taliban griffen an

Gleichzeitig mit dem Angriff auf das Ministerium in Kabul eroberten Taliban in der nordafghanischen Provinz Tachar einen strategisch wichtigen Bezirk. Das Zentrum von Dascht-e Kala sei "nach fünfstündigen Gefechten" gefallen, sagten örtliche Quellen. Alle Regierungsgebäude seien in Gewalt der Taliban. Im Polizeihauptquartier hätten die Islamisten Feuer gelegt.

Der Bezirk Dascht-e Kala ist ein Haupteinfallstor für die Provinzhauptstadt von Tachar, Talokan. Mit der Einnahme des Bezirks sollen nun außerdem Straßen in vier weitere Bezirke versperrt sein.

Den Taliban gelingen immer wieder Eroberungen

Die Taliban greifen seit Monaten immer wieder Bezirkszentren an und weiten so ihr Herrschaftsgebiet langsam aus. Vor zwei Wochen hatten sie sogar kurzzeitig die Provinzhauptstadt von Farah in Westafghanistan eingenommen. Sie kontrollieren heute nach Militärangaben wieder mindestens ein Siebtel des Landes.

Bei Angriffen der Taliban im südafghanischen Kandahar und im ostafghanischen Logar waren bereits am Mittwochmorgen mindestens zehn Sicherheitskräfte und Zivilisten ums Leben gekommen.

Verwendete Quellen:
  • dpa

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