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Schnell erklärt: Warum poltert Donald Trump jetzt gegen den Iran?

SCHNELL ERKLÄRTDrohgebärden  

Darum poltert Trump jetzt gegen den Iran

Von Johannes Bebermeier

23.07.2018, 18:36 Uhr
US-Präsident Donald Trump droht mit Eskalation im Streit um Iran-Abkommen (Quelle: Screeenshot dpa)
Trump droht im Iran-Streit mit Eskalation

Im Streit um das Iran-Abkommen stößt US-Präsident Trump unverhohlene Drohungen in Richtung Iran aus.

Tweet vom US-Präsidenten: Donald Trump droht im Iran-Streit mit Eskalation. (Quelle: dpa)


Trump kündigt beispiellose Konsequenzen an, sollte der Iran den USA weiter drohen. Der Konflikt scheint zu eskalieren. Doch worum streiten sie sich eigentlich? Fünf Fragen, fünf Antworten.

Es waren deftige Worte in Großbuchstaben: "Bedrohen Sie niemals wieder die USA, oder Sie werden Konsequenzen zu spüren bekommen, die nur wenige in der Geschichte jemals zu spüren bekommen haben." Das schrieb US-Präsident Donald Trump am Sonntag auf Twitter an die Adresse des iranischen Präsidenten Hassan Ruhani. Was ist da los?

1. Warum attackiert Trump jetzt den Iran?

Anlass für Trumps Drohungen waren Aussagen des iranischen Staatschefs Hassan Ruhani. Der hatte den USA mit der „Mutter aller Schlachten“ gedroht im Gegensatz zur "Mutter aller Frieden", nämlich dem mit dem Iran. "Mister Trump, spielen Sie nicht mit dem Schwanz des Löwen. Dies würde nur zu Bedauern führen." US-Präsident Trump selbst schlägt schon länger einen deutlich härteren Kurs gegenüber dem Iran ein als  sein Vorgänger Barack Obama. Im Mai hatte Trump den Ausstieg der USA aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran erklärt. Das Abkommen soll den Iran am Bau von Atombomben hindern.

2. Womit drohen USA und Iran sich gegenseitig?

Die USA haben mit dem Ausstieg aus dem Atomabkommen zugleich angekündigt, die Sanktionen im Finanz- und Energiesektor gegen den Iran wieder in Kraft zu setzen. Unter anderem will man den Ölexport des Landes „auf Null reduzieren“. Ländern, die Öl aus dem Iran kaufen, sollen deshalb bald Sanktionen drohen. Das würde den Iran, dessen Wirtschaft stark vom Erdölexport abhängt, hart treffen. Der Iran droht im Gegenzug damit, für diesen Fall dafür zu sorgen, dass auch die anderen Länder in der Region nicht mehr wie gewohnt Erdöl exportieren können – indem man die Straße von Hormus schließt.

 (Quelle: dpa/A. Rigamonti) (Quelle: dpa/A. Rigamonti)

3. Was ist die Straße von Hormus?

Die Straße von Hormus ist eine strategisch wichtige Meerenge, die den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und dem Arabischen Meer verbindet. Sie ist die einzige Verbindung des Persischen Golfs zu den Weltmeeren und an der engsten Stelle nur 54 Kilometer breit. Schiffbar sind zum Teil sogar nur 10 Kilometer. Am Persischen Golf liegen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien, Kuwait, Irak und Iran wichtige Erdölproduzenten. 80 Prozent des Öls, das durch die Meerenge verschifft wird, landet auf dem asiatischen Energiemarkt.

4. Wie wichtig ist die Straße von Hormus?

Ziemlich wichtig. Es ist die Meerenge, durch die der meiste Handel mit Erdöl abgewickelt wird. Rund 30 Prozent allen Rohöls, das auf dem Seeweg gehandelt wird, muss die Meerenge passieren, wie US-Zahlen aus 2016 besagen. 18,5 Millionen Barrel werden jeden Tag durch die Straße von Hormus verschifft. Ein Rekordstand. Auch eine zeitweise Sperrung einer solchen Meerenge würde einer Analyse der Statistikbehörde des US-Energieministeriums zu „substanziellen Verzögerungen von Lieferungen und höheren Transportkosten“ und damit zu „höheren Energiepreisen auf dem Weltmarkt“ führen.

5. Ist es realistisch, dass der Iran die Meerenge sperrt?

Technisch möglich ist es aus Sicht von Experten definitiv. Der Iran grenzt direkt an die Meerenge und könnte sie im Zweifel militärisch sperren, etwa mit Marineeinheiten oder Mittelstreckenraketen. Er würde damit aber Konflikte mit seinen Nachbarn provozieren, die ihre Ölexporte nicht mehr wie gewohnt abwickeln könnten. Und der Iran würde natürlich den Konflikt mit den USA massiv eskalieren.

Verwendete Quellen:
  • dpa, Reuters, AFP
  • Analyse der Statistikbehörde des US-Energieministeriums
  • Bericht der Deutschen Welle von 2011
  • Bericht von Bloomberg
  • Bericht der New York Times
  • Fakten der Weltbank zum Iran
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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