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Fall Otto Warmbier: Nordkorea soll 500 Millionen Dollar zahlen

Fall Otto Warmbier  

Nordkorea soll 500 Millionen Dollar zahlen

25.12.2018, 14:23 Uhr | dpa, pdi

Fall Otto Warmbier: Nordkorea soll 500 Millionen Dollar zahlen. Otto Frederick Warmbier wird von Sicherheitsbeamten vor ein nordkoreanisches Gericht gebracht: Der US-Student starb nach seiner Freilassung aufgrund der Verletzungen, die er bei der Folter erlitten hat. (Quelle: Reuters)

Otto Frederick Warmbier wird von Sicherheitsbeamten vor ein nordkoreanisches Gericht gebracht: Der US-Student starb nach seiner Freilassung aufgrund der Verletzungen, die er bei der Folter erlitten hat. (Quelle: Reuters)

Der Amerikaner Otto Warmbier war kurz nach dem Ende seiner Gefangenschaft in Nordkorea gestorben. Seine Eltern warfen dem Regime Folter vor. Ein US-Gericht verurteilte das Land nun zu einer halben Milliarde Dollar Schadenersatz.

Nordkorea soll wegen des Todes des Amerikaners Otto Warmbier mehr als 500 Millionen Dollar (rund 438 Millionen Euro) an die Familie des gestorbenen Studenten zahlen. Das entschied ein US-Bundesgericht in Washington. Nordkorea sei verantwortlich für die Folter, Geiselnahme und Tötung des jungen Mannes und für die Verletzungen, die Warmbiers Familie dadurch erlitten habe, hieß es zur Begründung.

Anfang 2016 war der damals 21-jährige Otto Warmbier nach einer Gruppenreise in dem Land bei der Ausreise festgenommen und wegen "feindlicher Handlungen gegen den Staat" zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt worden. Wenige Tage nach seiner Rückkehr in die USA im Juni 2017 starb er - er hatte damals bereits 15 Monate im Koma gelegen.


Warmbiers Familie hatte Nordkorea wegen "brutaler Folter und Mord" verklagt. Sie warfen dem nordkoreanischen Regime von Diktator Kim Jong Un vor, es habe Otto Warmbier als Geisel genommen, als politischen Gefangenen gehalten und brutal misshandelt.

Gerichtsmedizinerin: keine eindeutigen Folterspuren

Ob Warmbier in Haft tatsächlich gefoltert wurde, ist nach Ansicht einer Gerichtsmedizinerin, die den Leichnam begutachtete, jedoch unklar. Der Tote habe keine eindeutigen Folterspuren aufgewiesen, sagte Lakshmi Sammarco im September 2017. Der 22-Jährige habe aufgrund von Sauerstoffmangel Hirnschäden erlitten. Was seine Verletzung verursacht habe, sei unklar.

Sammarco reagierte damals auf Folter-Vorwürfe von Warmbiers Eltern sowie von US-Präsident Donald Trump. In einem Interview hatten die Eltern gesagt, die Zähne ihres Sohnes seien bei seiner Rückkehr aus Nordkorea "neu angeordnet" gewesen, seine Hände und Füße entstellt. Nach der Ausstrahlung des Interviews bei Fox News beschuldigte Trump die nordkoreanische Führung, Warmbier gefoltert zu haben.

Sammarco sagte hingegegen, es gebe keinen eindeutigen Beweis für körperliche Misshandlung. "Wir wissen nicht, was mit ihm passiert ist", sagte sie. "Wir werden es nie wissen, es sei denn, dass diejenigen, die dabei waren, es uns sagen." Warmbiers Leichnam hatte kleinere Wunden aufgewiesen, die laut Sammarco bis auf eine Ausnahme von medizinischen Geräten stammen könnten.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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