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Warnschüsse auf Militärflugzeug: Russland bestreitet Eindringen in südkoreanischen Luftraum

Warnschüsse auf Militärflugzeug  

Russland bestreitet Eindringen in südkoreanischen Luftraum

23.07.2019, 11:53 Uhr | rtr

Warnschüsse auf Militärflugzeug: Russland bestreitet Eindringen in südkoreanischen Luftraum. Ein russischer Kampfjet vom Typ Sukhoi Su-35S. (Symbolbild) (Quelle: imago images)

Ein russischer Kampfjet vom Typ Sukhoi Su-35S. (Symbolbild) (Quelle: imago images)

Ein russischer Bomber soll den südkoreanischen Luftraum durchquert haben und wurde deshalb mit Warnschüssen attackiert. Russland streitet die Vorwürfe ab. Südkorea warnt vor weiteren Maßnahmen. 

Südkorea hat nach eigenen Angaben am Dienstag Hunderte Warnschüsse auf ein russisches Militärflugzeug abgefeuert, das in seine Luftraum eingedrungen ist. Es sei das erste Mal gewesen, dass eine russische Militärmaschine den Luftraum verletzt habe, teilte das Verteidigungsministerium in Seoul mit. Zusätzlich zu diesem Aufklärungsflugzeug seien zwei russische Kampfjets und zwei chinesische Militärflugzeuge in Südkoreas Luftraum eingedrungen. 

Das Verteidigungsministerium in Moskau wies der Nachrichtenagentur RIA zufolge die Vorwürfe zurück. Russische Militärmaschinen hätten den Luftraum Südkoreas nicht verletzt. Vielmehr hätten dessen Flugzeuge gefährliche Manöver unternommen und damit die russische Maschine in Bedrängnis gebracht. Nicht zum ersten Mal hätten damit südkoreanische Piloten einen russischen Militärflug über neutralen Gewässern behindert.

Etwa 360 Warnschüsse abgefeuert

Die beiden russischen und die beiden chinesischen Bomber seien zusammen in die Koreanische Luftverteidigungsidentifikationszone KADIZ eingedrungen, teilte das Verteidigungsministerium in Seoul mit. Später habe das russische Aufklärungsflugzeug zweimal den Luftraum über Dokdo verletzt – einer von Südkorea besetzten Insel, die auch von Japan beansprucht wird und dort Takeshima genannt wird.

Südkorea habe F-15 und F-16 Kampfjets in Richtung des Aufklärers geschickt, erklärte das Verteidigungsministerium in Seoul. Es seien etwa 360 Warnschüsse abgefeuert worden. Das sei eine "übliche Reaktion" auf ein Eindringen in den Luftraum. In Japan stieß das Vorgehen Südkoreas allerdings auf Kritik. "Takeshima ist japanisches Gebiet", sagte Außenminister Taro Kono in Tokio in Bezug auf die Insel. Japan hätte gegen das russische Aufklärungsflugzeug vorgehen sollen, nicht Südkorea.

Härtere Schritte bei erneuter Verletzung

Südkoreas höchster Sicherheitsberater, Chung Eui Yong, legte beim Nationalen Sicherheitsrat Russlands Protest ein und forderte ihn auf, den Vorfall zu prüfen und Maßnahmen zu ergreifen. Zugleich kündigte Chung härtere Schritte im Falle einer erneuten Verletzung des Luftraums an. "Wir halten diese Situation für sehr ernst, und wenn sich das wiederholt, werden wir noch entschiedener handeln", sagte Chung nach Angaben des südkoreanischen Präsidialamts. Das Außenministerium kündigte an, der chinesische Botschafter und der russische Vize-Botschafter würden einbestellt.
 

 
Das russische Verteidigungsministerium warf Südkorea dagegen vor, die Piloten hätten den Weg der russischen Maschinen gekreuzt und nicht kommuniziert. Chinas Außenministerium erklärte, die KADIZ sei kein territorialer Luftraum und Flugzeuge aller Länder könnten sich darin frei bewegen. Japan legte sowohl bei Südkorea als auch Russland wegen des Vorfalls Protest ein, wie ein Regierungssprecher mitteilte.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur Reuters

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