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Proteste in Hongkong: Demonstranten blockieren erneut den Flughafen

Flüge unregelmäßig  

Demonstranten blockieren erneut Hongkonger Flughafen

13.08.2019, 13:26 Uhr | dpa

Proteste in Hongkong (Quelle: dpa/Reuters)
Hongkong: Flughafen stellt nach erneuten Protesten Betrieb ein

Bei Demonstrationen am Wochenende stürmte die Polizei mehrere Metrostationen, wobei auch Tränengas eingesetzt wurde. Auf beiden Seiten gab es Verletzte. (Quelle: Reuters)

Proteste an Hongkongs Flughafen: Die Polizei ging hart gegen die Demonstranten vor. (Quelle: Reuters)


Am Tag nach dem Großprotest läuft der Betrieb am Hongkonger Flughafen langsam wieder an. Doch erneut belagern Demonstranten die Hallen. Regierungschefin Lam stärkt der in die Kritik geratenen Polizei den Rücken.

Einen Tag nach dem Stillstand des Hongkonger Flughafens haben sich dort am Dienstag erneut Hunderte Demonstranten zu Protesten versammelt. Die zumeist schwarz gekleideten Protestler setzten sich auf den Boden der Ankunfts- und Abflughalle, um gegen die Regierung zu protestieren.

Tausende Demonstranten hatten schon am Montag den Flughafen belagert, um gegen immer brutalere Polizeigewalt bei den seit Wochen anhaltenden Protesten in Hongkong zu demonstrieren. Der Airport, einer der geschäftigsten weltweit und ein zentrales Drehkreuz für Langstreckenflüge über China und Südostasien, strich deshalb von Montagnachmittag an sämtliche Flüge für den Tag.

Mehr als 300 Flüge am Dienstag gestrichen

Trotz schwerer Kritik von Demonstranten stellte sich Regierungschefin Carrie Lam am Dienstag hinter die Sicherheitskräfte der Stadt. Die Polizei habe in den vergangenen zwei Monaten "große Schwierigkeiten gehabt, das Gesetz durchzusetzen", sagte Lam vor Journalisten.

Als jemand, der nicht selbst Teil der Polizei sei, könne sie nicht darüber bestimmen, wie Polizeieinsätze ablaufen, "insbesondere wenn die Polizei vor Ort ein Urteil fällen muss", sagte Lam weiter. Die Regierung und die Polizei in der chinesischen Sonderverwaltungszone seien aber in der Lage, die politische Krise in Hongkong zu lösen. 

Nach dem Stillstand am Vortag lief der Flugbetrieb am Dienstag langsam wieder an. Das bestätigte die Flughafenverwaltung auf dpa-Anfrage. Allerdings sei noch nicht abzusehen, wann wieder mit einer störungsfreien Rückkehr zum normalen Flugplan zu rechnen ist. Mehr als 300 Flüge wurden auch am Dienstag zunächst gestrichen, wie die Hongkonger Zeitung "South China Morning Post" berichtete.

Regierung soll durch Blockade Geld verlieren

"Wir versuchen, auch heute die Flüge zu stoppen, und genau wie gestern blockierten wir den gesamten Abflugbereich, damit Besucher oder Menschen, die versuchen, Hongkong zu verlassen, nicht abreisen können", sagte ein Demonstrant am Dienstag. Die Hoffnung sei, dass die Regierung durch die Blockade viel Geld verlieren wird.

 (Quelle: dpa) (Quelle: dpa)

Hunderte Regierungsgegner hatten bereits seit dem vergangenen Freitag friedlich am Flughafen protestiert, ohne den Betrieb nennenswert zu beeinträchtigen. Am Montag war die Zahl der Protestierenden dann so groß geworden, dass der Flugbetrieb eingestellt werden musste.

Zunehmender Einfluss Pekings befürchtet

In der einstigen britischen Kronkolonie Hongkong kommt es seit mehr als zwei Monaten immer wieder zu massiven Protesten, die regelmäßig mit Ausschreitungen enden. Auslöser der Demonstrationen war ein – inzwischen auf Eis gelegter – Gesetzentwurf zur Auslieferung mutmaßlicher Krimineller an China. Die Proteste entwickelten sich zu einer breiteren Bewegung. Viele Menschen befürchten einen zunehmenden Einfluss Pekings auf das Leben in der Finanzmetropole und fordern demokratische Reformen.
 

 
Am Wochenende war es in Hongkong erneut zu heftigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Die Polizei setzte Schlagstöcke und Gummigeschosse ein. Tränengas wurde auf den Straßen und erstmals auch in einer U-Bahnstation verschossen. Gewaltbereite Demonstranten warfen Steine. Die Polizei warf Regierungsgegnern vor, Einsatzkräfte mit Brandsätzen verletzt zu haben.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa 

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