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Konfrontation in Hongkong – Polizist gibt Schuss ab

Erstmals Wasserwerfer im Einsatz  

Konfrontation in Hongkong – Polizist gibt Schuss ab

25.08.2019, 16:41 Uhr | jp, dpa, rtr, AFP

 (Quelle: imago images / ZUMA Press)
Dutzende Personen nach Zusammenstößen in Hongkong festgenommen

Die Polizei in Hongkong hat nach Angaben vom Sonntag nach Zusammenstößen mit Demonstranten 29 Menschen festgenommen. Darunter sei auch der Organisator des Protestmarschs vom Samstag. (Quelle: Reuters)

Zusammenstöße in Hongkong: Dutzende Personen wurden nach Zusammenstößen in Hongkong festgenommen. (Quelle: Reuters)


Bei den Protesten in Hongkong ist es zu Gewalt zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Erstmals setzte die Polizei Wasserwerfer ein – und ein Beamter schoss in die Luft.

Ein Polizist in Hongkong soll während einer Demonstration mindestens einen Schuss abgefeuert haben. Es wäre das erste Mal seit Beginn der Massendemonstrationen Anfang Juni. Ein uniformierter Polizist habe in Tsuen Wan "meinem Verständnis nach" einen Schuss abgegeben, sagte ein Polizeibeamter zu Journalisten in der chinesischen Sonderverwaltungszone. Der Beamte soll in die Luft gefeuert haben, nachdem ihn mehrere Protestler umringt hätten.

Tausende Menschen hatten sich zuvor bei einem Sportstadion versammelt und waren im strömenden Regen nach Tsuen Wan marschiert, eine Stadt in den Neuen Territorien im Norden Hongkongs. Einige von ihnen errichteten Barrikaden und gruben Pflastersteine aus. Die Polizei setzte zunächst Tränengas ein, um die Demonstranten auseinanderzutreiben. Protestler warfen mit Steinen und Molotow-Cocktails auf die Polizisten.

Menschenkette erinnerte an den Baltischen Weg

Die Hongkonger Zeitung "South China Morning Post" und die Nachrichtenagentur AFP berichteten übereinstimmend, dass die Polizei dabei erstmals auch Wasserwerfer einsetzte. Bereits am Samstag war es zu Gewalt auf den Straßen gekommen. Es waren die ersten Ausschreitungen, seit es vor zwei Wochen am Flughafen der Stadt zu schweren Zusammenstößen gekommen war. Seitdem entwickelte sich der Protest in eine friedlichere Richtung. 

Erst am Freitag bildeten Zehntausende Demonstranten in Hongkong – nach dem Vorbild des "Baltischen Wegs" von 1989 – eine kilometerlange Menschenkette für mehr Demokratie. Vor der erleuchteten nächtlichen Skyline der Stadt hielten sie sich an den Händen, verlangten auf Schildern US-Unterstützung für ihre Forderungen, schwenkten ihre Handys und sangen, um sich Mut zu machen.Protestler zeigten dabei auch die Flaggen Deutschlands und anderer Länder, um sich für die internationale Unterstützung zu bedanken.
 

 
In Hongkong demonstrieren seit Wochen Hunderttausende Menschen. Sie fürchten eine Beschneidung ihrer Rechte durch China und werfen Regierungschefin Carrie Lam eine zu große Nähe zur kommunistischen Regierung in Peking vor. Die frühere britische Kronkolonie Hongkong ist seit 1997 chinesische Sonderverwaltungszone, deren Einwohner größere persönliche Freiheiten genießen als in der Volksrepublik.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, AFP

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