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"Sea-Watch 4": Rettungsschiff getauft – erster Einsatz im April

Platz für 1.000 Menschen  

"Sea-Watch 4" getauft – erster Einsatz im April

20.02.2020, 21:44 Uhr | dpa

"Sea-Watch 4": Rettungsschiff getauft – erster Einsatz im April. Das Rettungsschiff "Sea-Watch 4": Das Schiff kann 1.000 Menschen aufnehmen. (Quelle: dpa)

Das Rettungsschiff "Sea-Watch 4": Das Schiff kann 1.000 Menschen aufnehmen. (Quelle: dpa)

Das Seenotrettungsboot der evangelischen Kirche ist getauft. Bei der Feier forderten Kirchenvertreter und Politiker, dass Europa seiner humanitären Verantwortung gerecht werden muss.

Mit dem Appell, Europa dürfe Menschen im Mittelmeer nicht ertrinken lassen, ist in Kiel das von der evangelischen Kirche initiierte Flüchtlingsschiff getauft worden. "Europa darf nicht zuschauen, wenn Menschen im Mittelmeer ertrinken", sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, bei der Zeremonie am Donnerstag. Das frühere Forschungsschiff "Poseidon" wurde auf den Namen "Sea-Watch 4 powered by United4Rescue" umgetauft und in die operative Verantwortung der Hilfsorganisation Sea-Watch übergeben.

Taufpatin war Schleswig-Holsteins stellvertretende Landtagspräsidentin Aminata Touré. Sie sprach angesichts des mutmaßlich rassistischen Anschlags in Hanau mit zehn Todesopfern "von einem mulmigen Gefühl" an diesem Tag. Die Schiffstaufe setze ein großartiges Signal dagegen – statt zu töten, Leben zu retten. Zugleich kritisierte Touré, deren Eltern vor Jahrzehnten aus dem vom Bürgerkrieg erschütterten westafrikanischen Mali nach Deutschland geflohen waren, den Umgang einiger Länder mit privaten Rettungsorganisationen: "Seenotrettung ist kein Verbrechen."

1.000 Menschen haben auf Schiff Platz

Die rund 60 Meter lange "Sea-Watch 4" könne notfalls bis zu 1.000 Menschen aufnehmen, hieß es. Am Montag wird das Schiff Kiel in Richtung Spanien verlassen. Dort sollen letzte Umbauten erfolgen. Der erste Einsatz zur Flüchtlingsrettung vor der libyschen Küste könnte im April starten.

Dem Bündnis "United4Rescue" gehören rund 300 Partner an, darunter die EKD und die Mehrzahl der Landeskirchen wie die Nordkirche, aber auch die Musikband Revolverheld und der DGB. Der Filmemacher Wim Wenders hat die Initiative mit seinem Namen und einer Spende unterstützt – wie Tausende Privatpersonen. Das Aktionsbündnis hatte sich am 3. Dezember 2019 in Hamburg konstituiert.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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