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Todesopfer in Myanmar: Symbolfigur der Protestbewegung stirbt nach Kopfschuss

Todesopfer in Myanmar  

Symbolfigur der Protestbewegung stirbt nach Kopfschuss

19.02.2021, 15:10 Uhr | dpa

Myanmar: Proteste gegen Putsch gehen weiter

Auch zwei Wochen nach dem Militärputsch in Myanmar gehen die Proteste weiter. Die Polizei feuerte mit Gummigeschossen und Tränengas auf die Demonstranten. (Quelle: Reuters)

Andauernde Proteste in Myanmar: Die Polizei geht hier mit Geschossen und Tränengas gegen Demonstranten vor. (Quelle: Reuters)


Eine Kugel traf Mya Thwet Thwet Khine in den Kopf, als sie bei den Protesten in Myanmar Schutz vor der Polizei suchte. Nun erlag die junge Demonstrantin ihren Verletzungen.

Eine bei den Protesten in Myanmar schwer verletzte Demonstrantin ist gestorben. Die 20-Jährige erlag den Folgen eines Kopfschusses, den sie bei einer Demonstration in Naypyidaw in der vergangenen Woche erlitten hatte, wie ein Krankenhausarzt am Freitag sagte. Die Leiche sei zur Obduktion geschickt worden. Die junge Frau ist das erste offiziell bestätigte Todesopfer seit Beginn der Proteste.

Mya Thwet Thwet Khine war in der vergangenen Woche zu einer Symbolfigur der Protestbewegung geworden. Im Internet kursiert ein Video von dem Angriff, ihr Fall ist in ganz Myanmar bekannt und hat den Zorn vieler Menschen erregt. Ein 15 Meter großes Plakat der 20-Jährigen, das den Moment zeigt, in dem sie angeschossen wurde, hängt wie ein Mahnmal über einer Brücke in der einstigen Hauptstadt Rangun.

Wie kam es zum Militärputsch in Myanmar? In Myanmar hat das Militär Anfang Februar die Kontrolle übernommen und die zivile Regierung von Aung San Suu Kyi entmachtet. Offizieller Grund sollen – unbelegte – Vorwürfe des Wahlbetrugs bei der Wahl vom November gewesen sein, die die Partei der früheren Freiheitsikone Suu Kyi wieder haushoch gewonnen hatte. Das Militär putschte genau an dem Tag, als das neugewählte Parlament zusammenkommen sollte. Beobachter glauben, dass die Militärs vor allem Suu Kyis wachsender Beliebtheit im Land entgegensteuern wollten. Ihr Sieg bei der Wahl war geradezu erdrutschartig. Auch habe die 75-Jährige, die seit 2015 faktische Regierungschefin war, immer wieder Verfassungsänderungen gefordert. Dabei hatte das Militär bereits vor dem Putsch eine starke Stellung in Myanmar. Mehrere wichtige Ministerposten wurden durch die Armee besetzt.

Das Krankenhauspersonal sei enorm unter Druck gesetzt worden, seit die junge Frau dort auf der Intensivstation lag, berichtete der Krankenhausarzt. Einige hätten deshalb bereits die Klinik verlassen.

Demonstranten fordern die Rückkehr zur Demokratie

Der neu ernannte Informationsminister Zaw Min Tun hatte diese Woche bestätigt, dass die 20-Jährige angeschossen worden war und erklärt, die Behörden untersuchten den Fall.

Seit dem Militärputsch am 1. Februar finden in dem südostasiatischen Land Massenproteste gegen die Militärjunta statt. Die Demonstranten fordern die Rückkehr zur Demokratie und die Freilassung der entmachteten De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi. Sie war im Zuge des Putsches von der Armee festgenommen und unter Hausarrest gestellt worden.

Hunderte Menschen wurden seit dem Putsch festgenommen, mehrere bei den Demonstrationen verletzt. Dennoch erfährt die Protestbewegung weiterhin viel Zulauf.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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