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Reporterin durch SchĂŒsse getötet

Von dpa, rtr, pdi

Aktualisiert am 11.05.2022Lesedauer: 3 Min.
Jenin: Journalisten und SanitÀter rollen die Leiche von Shireen Abu Akleh, einer Journalistin des Senders Al-Jazeera, in die Leichenhalle des Krankenhauses.
Jenin: Journalisten und SanitÀter rollen die Leiche von Shireen Abu Akleh, einer Journalistin des Senders al-Jazeera, in die Leichenhalle des Krankenhauses. (Quelle: /dpa-bilder)
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Der Nahostkonflikt spitzt sich weiter zu: In Jenin gab es nun einen Schusswechsel zwischen der israelischen Armee und bewaffneten PalÀstinensern. Dabei wurde eine bekannte Journalistin getötet.

Eine Reporterin des TV-Senders Al-Dschasira ist am Mittwoch wĂ€hrend eines israelischen MilitĂ€reinsatzes im Westjordanland durch SchĂŒsse getötet worden. Wie genau die in der arabischen Welt bekannte Journalistin Schirin Abu Akle ums Leben kam, blieb zunĂ€chst unklar.

Die israelische Armee berichtete, es habe ein heftiges Feuergefecht mit Dutzenden militanten PalĂ€stinensern wĂ€hrend einer Razzia in Jenin gegeben. Soldaten seien im Einsatz gewesen, um TerrorverdĂ€chtige festzunehmen. VerdĂ€chtige hĂ€tten massiv auf die Truppen geschossen und SprengsĂ€tze geworfen. Die Soldaten hĂ€tten zurĂŒckgeschossen, es seien Treffer identifiziert worden. "Es wird die Möglichkeit untersucht, dass Journalisten getroffen wurden, möglicherweise durch bewaffnete PalĂ€stinenser", hieß es weiter. Generalstabschef Aviv Kochavi sagte allerdings, gegenwĂ€rtig könne man nicht festlegen, welche Seite fĂŒr die tödlichen SchĂŒsse verantwortlich sei. Der Vorfall werde untersucht.

UN-Nahost-Beauftragte fordert "vollstÀndige Untersuchung"

Al-Dschasira warf Israel dagegen einen gezielten, kaltblĂŒtigen Mord vor. Auch PalĂ€stinenserprĂ€sident Mahmud Abbas sprach von einem "Verbrechen der Hinrichtung". Das palĂ€stinensische Gesundheitsministerium hatte mitgeteilt, die Journalistin, die auch US-BĂŒrgerin war, sei durch SchĂŒsse tödlich am Kopf verletzt worden. Ein anderer Journalist, der auch fĂŒr Al-Dschasira arbeitet, sei bei dem Vorfall angeschossen worden.

Israels MinisterprĂ€sident Naftali Bennett wies die VorwĂŒrfe von Abbas zurĂŒck; sie hĂ€tten keine "solide Basis". Israels Außenminister Jair Lapid bot den PalĂ€stinensern eine gemeinsame Untersuchung und Obduktion an.

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Der UN-Nahost-Beauftragte Tor Wennesland verurteilte die Bluttat und forderte "eine umgehende und vollstĂ€ndige Untersuchung". Die arabische Liga machte "israelische Kugeln" fĂŒr den Tod der Journalistin verantwortlich und forderte ebenfalls eine Untersuchung.

Auch die EU forderte eine umfassende und unabhĂ€ngige Ermittlung, damit die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden könnten. Es sei nicht hinnehmbar, dass Journalisten bei der AusĂŒbung ihrer Arbeit angegriffen wĂŒrden, hieß es in einer Mitteilung des außenpolitischen Sprechers. Ähnlich Ă€ußerte sich die US-Regierung. "Die Untersuchung von Angriffen auf unabhĂ€ngige Medien und die strafrechtliche Verfolgung der Verantwortlichen sind von grĂ¶ĂŸter Bedeutung", erklĂ€rte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki. Der Tod der Reporterin sei ein "Angriff auf die Medienfreiheit ĂŒberall".

Journalistin trug laut Sender Presseweste

Al-Dschasira schrieb, die Reporterin habe ĂŒber die Razzia berichtet und dabei eine Weste mit der gut lesbaren Aufschrift "Presse" getragen. Die PalĂ€stinenserin aus Ost-Jerusalem war schon seit mehr als 20 Jahren fĂŒr den katarischen Sender im Einsatz. Besonders in der arabischen Welt war sie fĂŒr ihre Berichterstattung ĂŒber den Nahost-Konflikt sehr bekannt. Al-Dschasira verurteilte die tödlichen SchĂŒsse als "abscheuliches Verbrechen, dessen Ziel es war, die Medien an der Berichterstattung zu hindern".

Der verletzte Journalist, Ali al-Samudi, sagte laut der palÀstinensischen Nachrichtenagentur Wafa, er und weitere Journalisten seien von israelischen Soldaten gezielt beschossen worden. Diese hÀtten ihn und Abu Akle getroffen. Die Soldaten hÀtten gewusst, dass an dem Ort, wo sie sich befanden, nur Journalisten gewesen seien und keine bewaffneten MÀnner. Alle Journalisten hÀtten Presse-Westen getragen. Es habe dort auch keine Konfrontationen gegeben.

Anschlagswelle in Israel – Tote bei MilitĂ€reinsĂ€tzen

Bei einer Terrorwelle sind seit Ende MĂ€rz in Israel 17 Menschen getötet worden, ein israelischer Wachmann im Westjordanland wurde außerdem von PalĂ€stinensern erschossen. Israels Armee verstĂ€rkte seit Beginn der Anschlagswelle ihre EinsĂ€tze im besetzten Westjordanland. Vor allem im Bereich der Stadt Jenin, die als Hochburg militanter PalĂ€stinenser gilt, kommt es bei solchen MilitĂ€reinsĂ€tzen immer wieder zu schweren Konfrontationen mit Einwohnern.

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Nach Angaben des palĂ€stinensischen Gesundheitsministeriums sind seit Ende MĂ€rz mehr als 20 PalĂ€stinenser getötet worden. Mehrere PalĂ€stinenser wurden bei MilitĂ€reinsĂ€tzen getötet, aber auch bei ihren eigenen AnschlĂ€gen und ZusammenstĂ¶ĂŸen mit der Armee.

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