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Michael Cohen: Dieser Mann weiß alles über Donald Trump


Dieser Mann weiß alles über Trump

Von Fabian Reinbold, Washington

Aktualisiert am 17.04.2018Lesedauer: 3 Min.
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Michael Cohen am Montag (Ortszeit) vor Gericht: Gegen Donald Trumps "Fixer" wird seit Monaten ermittelt.
Michael Cohen am Montag (Ortszeit) vor Gericht: Gegen Donald Trumps "Fixer" wird seit Monaten ermittelt. (Quelle: Shannon Stapleton/Reuters-bilder)
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Die Ermittlungen gegen seine frühere rechte Hand werden für Donald Trump immer heikler. US-Medien sehen gar die Präsidentschaft in Gefahr. Worum geht es in der Affäre Michael Cohen?

Es geht um zehn Kisten voller Unterlagen und bis zu zwölf elektronische Geräte, darunter Handys und Festplatten, die den Präsidenten der Vereinigten Staaten sehr nervös machen.

Am Montag vor einer Woche wurden diese Dokumente bei Donald Trumps langjährigem Vertrauten Michael Cohen beschlagnahmt. Und nun versuchen die beiden zu verhindern, dass das gesamte Material ausgewertet wird.

Vor Gericht in Manhattan sind sie dabei vorerst gescheitert. Eine Richterin lehnte am Montag (Ortszeit) Anträge Trumps und Cohens ab, dass sie aus den beschlagnahmten Unterlagen zunächst jene herausfiltern, die unter besonderem Schutz stehen, weil sie Angelegenheiten zwischen Anwalt Cohen und Mandant Trump betreffen. Aber auch die Staatsanwälte sollen vorerst keinen direkten Zugang zu dem beschlagnahmten Material erhalten.

Der Streit um die Dokumente geht also weiter. Und die Affäre um seine rechte Hand Cohen wird für Trump immer heikler. Schon nach Bekanntwerden der Razzia vor einer Woche wütete Trump: Er betitelte die Durchsuchung als "Einbruch" und sprach von einem "Angriff auf unser Land".

Die nächste Entlassung?

Mittlerweile ist klar, dass die Ermittler wegen zahlreicher Vergehen bereits seit Monaten gegen Cohen ermitteln und dabei entsprechend viele Informationen zusammengetragen haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft stehen viele Vorwürfe gegen Cohen nicht im Zusammenhang mit seiner Arbeit als Anwalt, sondern mit seiner Tätigkeit als Geschäftsmann.

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Viele Beobachter schätzen jetzt die Affäre Cohen als mindestens so gefährlich ein, wie die nicht enden wollende Arbeit von FBI-Sonderermittler Robert Mueller. Und weil der Vize-Justizminister Rod Rosenstein die Durchsuchung bei Cohen genehmigt hat und zugleich die Trump so irritierende Russland-Untersuchung überwacht, wird in Washington spekuliert, dass Trump Rosenstein entlassen könnte.

Berichten zufolge wurden bei der Razzia auch Unterlagen zu Geldzahlungen an die Pornodarstellerin Stormy Daniels und das Ex-"Playboy"-Model Karen McDougal sichergestellt. Beide Frauen hatten nach eigenen Angaben eine Affäre mit Trump. Cohen hatte Mitte Februar zugegeben, Stormy Daniels wenige Tage vor der Präsidentschaftswahl 130.000 Dollar gezahlt zu haben – angeblich aus eigener Tasche und ohne Trumps Wissen. Nach Auffassung vieler Juristen könnte das eine illegale Wahlkampfspende gewesen sein.

1,6 Millionen Dollar Schweigegeld

Nun wurde ebenfalls bekannt, dass Cohen einen weiteren Deal angeleiert hat. 1,6 Millionen Dollar flossen vom republikanischen Großspender Elliott Broidy an ein "Playboy"-Model. Die Frau sollte laut "Wall Street Journal" im Gegenzug nicht öffentlich über die Affäre sprechen – und darüber, dass sie ein gemeinsames Kind mit Broidy abgetrieben habe.

Doch was Trump besonders nervös macht, ist Cohens langjährige Rolle als seine rechte Hand und als sogenannter "Fixer", also als jemand, der die Probleme seines Chefs verschwinden lässt. Außerdem leierte Cohen für die Trump-Firmen, die erst der spätere Präsident, aber auch seine Kinder Donald Jr. und Ivanka kontrollierten, zahlreiche Geschäfte an.

Deshalb ist die beschlagnahmte Kommunikation Cohens potenziell so heikel für Trump, seine Familie, sein Firmenkonstrukt. Untersuchungen seiner Geschäftsaktivitäten hatte Trump stets als rote Linie bezeichnet.

"Die Endphase der Trump-Präsidentschaft"

Die "New York Times" berichtet, dass in Trumps Umfeld die Ermittlungen gegen Cohen als größere Gefahr gesehen werden, als die Russland-Untersuchung von Sonderermittler Robert Mueller.

Die Zeitschrift "New Yorker" spricht gar davon, dass die Ermittlungen gegen Cohen die "Endphase der Präsidentschaft Donald Trumps" eingeläutet hätten. Cohen sei der Vermittler zwischen der Trump-Familie und allerlei halbseidenen Geschäftsleuten auf der ganzen Welt gewesen. In den beschlagnahmten E-Mails würden sich zahlreiche Belege für illegale Aktivitäten finden lassen, mutmaßt Reporter Adam Davidson. Zu Cohen schreibt er: "Er weiß alles, er hat vieles aufgezeichnet und jetzt werden es die Ermittler auch wissen."

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Bleibt die Frage, ob Cohen überhaupt als Anwalt für Trump arbeitete und deshalb manche Dokumente geschützt sind. Oder ob sein Jura-Abschluss nur Deckmantel für seine Tätigkeit als Geschäftsmann war, wie die Staatsanwaltschaft annimmt.

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Um das zu klären, ging es vor Gericht am Montag auch um Cohens Mandantenstamm. Dieser hatte zunächst von "zahlreichen Mandanten" gesprochen, später aber nur noch von dreien. Zwei davon seien Trump und der 1,6-Millionen-Dollar-Mann Broidy gewesen.

Der geheimnisvolle dritte Mann ist ein TV-Star

Einen dritten Mandanten wollte er nicht nennen. Für diesen werde das peinlich, argumentierte Cohens Anwalt vor Gericht. Das vermochte die Richterin nicht zu beeindrucken. Auf ihre Weisung gab der Anwalt den Namen schließlich bekannt: Es ist der TV-Moderator Sean Hannity.

Fox-News-Kommentator Sean Hannity: Der konservative TV-Star und Unterstützer Donald Trumps steht nun ebenfalls im Mittelpunkt der Cohen-Affäre.
Fox-News-Kommentator Sean Hannity: Der konservative TV-Star und Unterstützer Donald Trumps steht nun ebenfalls im Mittelpunkt der Cohen-Affäre. (Quelle: Jim Lo Scalzo/dpa-bilder)

Diese Nachricht schlug in Washington wie ein Blitz ein. Denn Hannity ist nicht nur irgendein Fernsehgesicht, sondern der größte Star des Senders Fox News und Trumps treuester Verteidiger unter den Moderatoren.

In der vergangenen Woche regte sich Hannity Abend für Abend über ein Thema vor seinem Millionenpublikum ganz besonders auf: über die Durchsuchung bei Michael Cohen.

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Verwendete Quellen
  • Eigene Recherchen
  • AFP
  • Artikel im "New Yorker" über die "Endphase der Trump-Präsidentschaft" (engl.)
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