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Trump-Gegner gesucht: Wie radikal darfs denn sein?

Von Fabian Reinbold, Des Moines (Iowa)

Aktualisiert am 03.02.2020Lesedauer: 4 Min.
Bei den Demokraten können sich Bernie Sanders und Joe Biden Chancen gegen US-Präsident Donald Trump machen.
Bei den Demokraten können sich Bernie Sanders und Joe Biden Chancen gegen US-Präsident Donald Trump machen. (Quelle: Montage: t-online.de/imago-images-bilder)
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Die Demokraten sind zerrissen: Machen sie einen Radikalen wie Bernie Sanders zum Präsidentschaftskandidaten? Oder einen Moderaten wie Joe Biden? Beide sagen, sie hätten die beste Strategie gegen Trump.

Die Revolution hat gerufen und so ist Robert Schentrup 18 Stunden in seinem Pick-up durch Amerika gejuckelt. Jetzt hockt er auf der Ladefläche, einmal kurz Luft holen. Gerade hat der Anführer zu ihm gesprochen: "Unsere politische Revolution startet hier in Iowa!", rief Bernie Sanders von einer Holztreppe einer Sportsbar hinunter zu den Anhängern auf einem schneebedeckten Parkplatz.

Sanders versprach, was er immer verspricht: Mindestlohn von 15 Dollar die Stunde, gleiche Bezahlung von Frau und Mann, Krankenversicherung für jedermann, Ausstieg aus Öl und Gasenergie, Erlass von Schulden aus Studiengebühren und noch vieles mehr. Vieles ist altbekannt, doch genau dieser Umstand hat nun zu neuer Begeisterung geführt. Schentrup, 20 Jahre jung, schwärmt: "Er sagt seit fünfzig Jahren genau dieselben Sachen. Niemand ist so glaubwürdig wie er."

Bernie Sanders, jahrzehntelang ein Sonderling und Außenseiter der amerikanischen Politik, ist aktuell der Favorit, der Präsidentschaftskandidat der Demokraten zu werden. Vor der ersten Vorwahl im Bundesstaat Iowa liegt er in mehreren Umfragen vorn. Er hat ein landesweit ein ausgezeichnetes Netz an Spendern und Unterstützern aufgebaut. Und vor allem: Er hat für sich eine Jugend eingenommen, die ein anderes Amerika will.

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78 Jahre – und ein Jungbrunnen

Für sie ist Sanders auf den ersten Blick ein ungewöhnlicher Held: Der Mann sitzt seit Jahrzehnten in Washington, ist 78 Jahre alt und erlitt vor vier Monaten einen Herzinfarkt. Dennoch wirkt er wie ein Jungbrunnen auf die demokratische Wählerbasis. Auf seinen Wahlkampfveranstaltungen sammeln sie sich, die Bärtigen, die jungen Frauen mit dünn gerahmten Brillen. In einer Forbes-Umfrage liegt Sanders bei der Wählergruppe der 18-29 jährigen Demokraten mit 32 Prozent einsam vorn – er hat doppelt so viele Unterstützer wie der Zweitplatzierte.

Diese Mann auf Rang zwei heißt Joe Biden, war bis 2016 Vizepräsident der USA und er ist mit 77 Jahren fast genauso alt wie Sanders. Doch er repräsentiert eine ganz andere demokratische Wählerschaft.

Interessieren Sie sich für US-Politik? Unser Washington-Korrespondent Fabian Reinbold schreibt über seine Arbeit im Weißen Haus und seine Eindrücke aus den USA unter Donald Trump einen Newsletter. Hier können Sie die "Post aus Washington" kostenlos abonnieren, die dann einmal pro Woche direkt in Ihrem Postfach landet.

Biden ist derjenige, der um Ausgleich bemüht ist. Wo Sanders zur Attacke auf die Gegner bläst, glaubt Biden, man könne in der aktuellen Spaltung des Landes dennoch mit Republikanern zusammenarbeiten. "Auch sie wollen den Krebs besiegen", nennt er bei einem Wahlkampfauftritt in Iowa ein Beispiel für ein Problem, wo man den Schulterschluss suchen müsse.

Sanders sieht Feinde

Sanders sieht Feinde, die bekämpft werden müssen: Republikaner, Pharmakonzerne, Öl- und Gasindustrie, Wall Street, Milliardäre. Er ist Populist, das hat er mit Trump gemein. Biden verspricht, er könne die "Seele der Nation wiederherstellen" – indem er Anstand zurück in die Politik bringe und gemäßigte Republikaner in Washington auf seine Seite ziehe.

Seinem Publikum gefällt's. Schon optisch sind Bidens Wahlkampfveranstaltungen ein Kontrast zu Sanders. Bei ihm werden die Klappstühle aufgestellt, denn Publikum ist oft schon am Ende des Berufslebens oder schon verrentet. Es schauen tatsächlich auch ein paar Republikaner vorbei, die einem sagen: Biden wäre der einzige Demokrat, für den sie stimmen könnten.

Im Durchschnitt der Umfragen in Iowa liegt Sanders bei 24 Prozent, Biden bei 20 Prozent.

Eine Gemeinsamkeit haben die beiden Lager: Ihnen ist es das wichtigste Ziel, Trump abzuwählen. Deshalb bemühen sich beide Kandidaten, das Argument zu machen, dass sie dazu am ehesten in der Lage sind.

Sanders' Kampagne druckt in diesen Woche massenhaft den Spruch "Bernie beats Trump" (also Bernie schlägt Trump), sein Argument lautet : Er könne Wähler mobilisieren, die sonst zu Hause blieben. Und er kümmere sich um die Arbeiter, die aus Frust für Trump gestimmt hätten. Biden sagt hingegen, er könne Wähler der Mitte zurückgewinnen. Welches Argument überzeugt am Ende mehr Anhänger der Demokraten?

Eine Weichenstellung für den Wahlkampf

Die Abstimmung in Iowa kann eine Weichenstellung für den gesamten Wahlkampf sein. Doch das Ergebnis ist schwer vorherzusehen. Die Regeln sind besondere: Die Bürger gehen nicht in ein Wahllokal, sondern votieren auf Bürgerversammlungen mit den Füßen, indem sie sich in verschiedenen Ecken des Raumes für einen Kandidaten sammeln. Es gibt in diesem Jahr zwei Durchgänge. Wessen Kandidat nicht das Quorum von 15 Prozent erreicht, darf sich neu entscheiden.

Auf beiden Seiten, bei den Linken und bei den Zentristen, kommen auch andere Kandidaten in Betracht. Linksaußen lief zwischenzeitlich die Senatorin Elizabeth Warren ihrem guten Bekannten Sanders den Rang ab. Ihre Positionen sind ähnlich, doch dann fiel sie wieder ab, als sie sich verteidigen musste für ihre teuren Krankenversicherungspläne. Bernie rechtfertigt sich nicht, das nützte ihm offenbar zuletzt.

Ähnlich war es auf den anderen Seite: Pete Buttigieg, dieser gerade einmal 38-jährige frühere Provinzbürgermeister aus Indiana, war plötzlich ein Star – ein Liebling der Medien, der Biden Unterstützter abluchste. Zuletzt sackte er in Umfragen wieder ab, doch seine Auftritte in Iowa sind gut besucht. Und dann gibt es noch den Milliardär Mike Bloomberg, der erst im März richtig ins Rennen einsteigen wird. Er spielt in Iowa keine Rolle.

Eine Umfrage wird zurückgehalten

Die ganze Partei schaut darauf, wie der Konflikt zwischen Radikalen und Moderaten in Iowa ausgeht. Mehr Klarheit über die Kräfteverhältnisse sollte die traditionelle letzte Umfrage der Lokalzeitung in der Hauptstadt Des Moines bringen.

Sie wird traditionell am Samstag vor dem Wahltag veröffentlicht und gilt als verlässlicher Indikator für die Stimmung im potentiell so wichtigen Bundesstaat Iowa.

Doch in diesem Jahr wurde sie unter Verschluss gehalten, weil es offenbar Mängel bei der Durchführung gab. In mindestens einem Fall sei der Name des Kandidaten Buttigieg dem angerufenen Bürger nicht genannt worden. Da entschloss sich die Zeitung, die Umfrage gleich komplett zurückzuhalten.

Kurz vor der ersten Vorwahl steht hinter den Kräfteverhältnissen zwischen Radikalen und Moderaten also ein großes Fragezeichen.

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