Sie sind hier: Home > Politik > Ausland > USA >

Nach Bürgerrechtsikone benanntes Stadion wird Gefängnis

Unruhen in den USA  

Nach Bürgerrechtsikone benanntes Stadion wird Gefängnis

03.06.2020, 15:35 Uhr
Nach Bürgerrechtsikone benanntes Stadion wird Gefängnis. Jackie Robinson im Trikot der Brooklyn Dodgers: Am nach ihm benannten Stadion wurden Demonstranten festgehalten. (Quelle: imago images)

Jackie Robinson im Trikot der Brooklyn Dodgers: Am nach ihm benannten Stadion wurden Demonstranten festgehalten. (Quelle: imago images)

Jackie Robinson ist eine amerikanische Legende. Als schwarzer Baseball-Spieler war er extremem Rassismus ausgesetzt. Jetzt wurden Demonstranten an dem Stadion festgehalten, das seinen Namen trägt.

Die Polizei in Los Angeles hat inmitten der Demonstrationen gegen rassistische Polizeigewalt das nach einer US-amerikanischen Bürgerrechtsikone benannte Stadion zu einer Gewahrsamsstelle  umfunktioniert. Wie die Polizei bestätigte, wurden dort Menschen festgehalten, die bei den Protesten gegen den gewaltsamen Tod von George Floyd festgenommen wurden.  

Die Universität von Kalifornien in LA zeigte sich tief besorgt: Die Nutzung des der Universität angeschlossenen Geländes sei weder erlaubt noch abgesprochen gewesen. Zuvor hatten Mitarbeiter in einem offenen Brief an die Universitätsleitung die Maßnahme verurteilt: Festgenommene Studenten hätten ihr Recht auf freie Meinungsäußerung wahrgenommen, hieß es darin. Man weigere sich, als "Außenposten der Polizei" zu dienen.

Die "42" wurde zur Legende

Aus Sicht der Professoren birgt die polizeiliche Nutzung des Geländes politische Brisanz: Das Stadion trägt den Namen von Jackie Robinson, der 1947 als erster schwarzer Spieler seit über 60 Jahren in der Major League Baseball auflief. Sein Kampf für Gleichbehandlung im Sport wurde zum Symbol der Bürgerrechtsbewegung. Seine Rückennummer 42 wird in der Liga an keinen anderen Spieler mehr vergeben. Nur am 15. April – am Jackie-Robinson-Tag – tragen alle Spieler die Nummer.

Mit der Universität in Los Angeles verbindet Robinson seine persönliche Geschichte: Dort studierte er und lernte seine spätere Frau kennen, bevor er zur nationalen Sportlegende aufstieg – gehasst von Rassisten auf dem Feld und auf den Rängen, begeistert bejubelt hingegen von seinen Fans. Unter anderem der Hollywood-Film "42" mit Chadwick Boseman in der Hauptrolle und Harrison Ford in einer Nebenrolle schildert seine frühen Jahre bei den Brooklyn Dodgers in der Major League. 

Die Polizei in Los Angeles hat gegenüber NBC News eingeräumt, das Stadion als Gewahrsamsstelle genutzt zu haben. Die Praxis sei mittlerweile eingestellt. Laut Angaben des Senders wurden bei den Demonstrationen gegen rassistische Polizeigewalt bis Dienstagmorgen mindestens 2.700 Menschen in LA festgenommen, im Laufe der Nacht zu Mittwoch vermutlich viele mehr. Es sei unklar, wie viele Demonstranten davon am Jackie-Robinson-Stadion festgehalten wurden.

Verwendete Quellen:

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkentchibo.deOTTOmyToysbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz

shopping-portal