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Los Angeles: Schwarzer erschossen – jetzt berichten Zeugen


Nachbarn und Familie entsetzt
Schwarzer von der Polizei erschossen – Zeugen berichten

Von t-online, reuters, rew

02.09.2020Lesedauer: 3 Min.
Ein Foto von Dijon Kizzee auf einer Gedenktafel: Familie und Nachbarn beklagen Vorgehen der Polizei.Vergrößern des BildesEin Foto von Dijon Kizzee auf einer Gedenktafel: Familie und Nachbarn beklagen Vorgehen der Polizei. (Quelle: Christian Monterrosa/ap)
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Wieder haben Polizisten einen schwarzen Mann in den USA getötet. Sie sollen zahlreiche Schüsse auf einen 29-Jährigen abgegeben haben. Jetzt erzählen Anwohner, was sie vor Ort erlebten.

Nachdem Polizisten am Montag einen schwarzen Mann in Los Angeles mit mehreren Schüssen töteten, ist es in der Stadt zu Protesten gegen Polizeigewalt gekommen. Das berichtet die US-Zeitung "Los Angeles Times". Am Montagnachmittag hatten Polizisten in Los Angeles den 29-jährigen Dijon Kizzee getötet, der zuvor mit seinem Fahrrad unterwegs gewesen war.

Den Angaben der Polizei zufolge soll Kizzee auf dem Fahrrad ein Verkehrsschild missachtet haben, weshalb die Beamten versuchten, ihn anzuhalten. Bei der Verfolgung ließ er demnach eine Waffe fallen, woraufhin die Polizisten das Feuer auf ihn eröffneten. Wie viele Schüsse die Beamten abgaben, konnte der Polizeisprecher laut dem Bericht der "Los Angeles Times" nicht sagen.

Alida Trejo sah den Mann durch ihr Fenster

Einen Tag nach dem Unglück berichteten Zeugen der Medien von der Tat, über die bislang wenig bestätige Informationen bekannt sind. Eine davon ist Alida Trejo, die der "LA Times" sagte, sie hätte am Montag an ihrer Nähmaschine gesessen, als sie durch ihr Fenster einen Mann sah, der von Polizisten verfolgt wurde. Daraufhin sei sie vor die Tür gegangen, um zu schauen, was passiere.

Dort habe sie gesehen, wie die Polizisten versuchten, Kizzee festzunehmen, der sich wehrte. "Später haben sie gesagt, er hätte die Polizisten geschlagen, aber das habe ich nicht gesehen", sagte Trejo der Zeitung. Andere Anwohner hätten Kizzee zugerufen, er solle nachgeben, sie sollen die Polizisten gebeten haben, nicht zu schießen. Dann hätten die Polizisten das Feuer eröffnet. "Ich habe etwa zwischen acht und elf Schüsse gehört", sagte die Zeugin, "sie schossen auch weiter, als er schon am Boden lag."

Eine Teenagerin sah den Mann sterben

Auch die 15-jährige Tabatha Ingram erzählte der "Los Angeles Times" von dem, was sie am Montagnachmittag sah. Sie sei zu Hause gewesen, als sie die Schüsse vor ihrer Haustür gehört hätte, sagte Ingram dem Bericht zufolge. Daraufhin sei sie nach draußen gerannt und habe gesehen, wie Kizzee auf den Boden stürzte. Nachbarn hätten begonnen, laut durcheinander zu rufen und auf die Polizisten einzureden: "Ihr hättet nicht so oft schießen müssen", so erinnert es Ingram einen Tag später.

Ingrams Vater, Timothy Ingram, sagte der "Los Angeles Times", die Polizei hätte dem erschossenen Kizzee noch Handschellen angelegt. Sie hätten sich geweigert, den Körper zu bedecken, obwohl die Anwohner darum gebeten hätten. Erst nachts, zwischen Mittenacht und ein Uhr morgens, sei der Körper von dem Tatort abtransportiert worden, sagte Ingram weiter.

Der Tote lag auf ihrem Grundstück

Das berichtet auch eine Nutzerin namens Irene auf Twitter. Sie schreibt, dass sich der brutale Vorfall in ihrem Hof abgespielt habe. Sie habe stundenlang nicht das Haus verlassen dürfen, weil die Leiche noch auf dem Grundstück lag. "Morgen Früh muss ich rausgehen und das Blut sehen, das zurückgelassen wurde." t-online.de hat die Identität der Frau nicht unabhängig überprüfen können. Das US-Nachrichtenportal "The Daily Beast" nahm allerdings Kontakt zu ihr auf und zitierte später eine Nachbarin namens Irene Roberson, 22 Jahre alt.

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Eine Stunde habe sie gezittert, weil sie befürchtete, bei dem Toten könne es sich um ihren Bruder handeln, schreibt die Frau bei Twitter weiter: "Ich war so erleichtert, als ich erfahren habe, dass er es nicht war, aber ich bin am Boden zerstört." Weiter schreibt sie: "Es bedeutet, dass andere Menschen damit leben müssen, dass ihr Bruder/Sohn/Mann/Freund ermordet wurde."

Kizzees Onkel und die Anwohner reinigten den Tatort

Auch mit den Angehörigen von Dijon Kizzee sprach die "Los Angeles Times". Der 29-Jährige sei in der Gegend gewesen, um Freunde zu besuchen, sagten sie der Zeitung. Weil die Polizei das Blut des Erschossenen am Tatort hinterließ, habe er gemeinsam mit Nachbarn am folgenden Morgen den Bürgersteig gereinigt, sagte Kizzees Onkel der Zeitung. Anschließend errichteten Angehörige und Anwohner eine kleine Gedenkstätte vor Ort.

Seitdem der Schwarze George Floyd im Mai brutal von Polizisten getötet wurde, kommt es in den USA immer wieder zu starken Protesten gegen Polizeigewalt und Rassismus. Teilweise kam es dabei auch zu Ausschreitungen. Zuletzt stand Kenosha im Bundesstaat Wisconsin im Mittelpunkt der Öffentlichkeit, wo Polizisten einen Schwarzen mehrmals in den Rücken schossen. Der Mann überlebte mit schweren Verletzungen. Am Dienstag traf US-Präsident Donald Trump in der Stadt ein, obwohl der Bürgermeister und der Gouverneur des Bundesstaats seinen Besuch abgelehnt hatten.

Verwendete Quellen
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