Sie sind hier: Home > Politik > Ausland > USA >

Donald Trump: US-Präsident soll nur 750 Dollar Einkommenssteuer gezahlt haben

Enthüllung der "New York Times"  

Trump soll jahrelang keine Steuern gezahlt haben

28.09.2020, 21:27 Uhr | fab, dpa, rtr

Trump soll jahrelang keine oder kaum Steuern gezahlt haben

Die "New York Times" erhielt nach eigener Darstellung Zugang zu Steuerunterlagen über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahrzehnten, die den Präsidenten wie auch Hunderte Firmen seines Geschäftsimperiums betreffen.

Hier reagiert der US-Präsident auf Vorwürfe: Donald Trump soll jahrelang keine oder kaum Steuern gezahlt haben. (Quelle: Reuters)


Der US-Präsident hütet seine Steuerklärungen wie ein Staatsgeheimnis. Die "New York Times" will dennoch Zugang zu Unterlagen erlangt haben – und berichtet, Trump habe systematisch kaum oder keine Steuern abgeführt.

Gut einen Monat vor der US-Präsidentenwahl lenkt ein explosiver Bericht der "New York Times" die Aufmerksamkeit auf die Finanzen des Amtsinhabers Donald Trump. Der US-Präsident hat demnach über Jahre keine oder kaum Bundessteuern bezahlt. Wie die Zeitung am Sonntagabend unter Berufung auf Steuerunterlagen berichtete, betrug seine entsprechende Last in den Jahren 2016 und 2017 jeweils 750 Dollar.

In zehn der 15 Jahre bis 2017 habe er gar keine Bundessteuern bezahlt, hieß es weiter. Trump habe dabei schwere Verluste aus verschiedenen Geschäftsbereichen geltend gemacht.

Dem Blatt zufolge droht dem Präsidenten finanzielles Ungemach in einem jahrzehntelangen Rechtsstreit mit der Steuerbehörde IRS. In einer ersten Reaktion nannte Trump den Bericht eine "völlige Falschmeldung" ("total fake news").

70.000 Dollar Friseurkosten abgesetzt

Die "New York Times" erhielt nach eigener Darstellung Zugang zu Steuerunterlagen über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahrzehnten, die den Präsidenten wie auch Hunderte Firmen seines Geschäftsimperiums betreffen. Darunter seien Informationen über die ersten beiden Jahre seiner Amtszeit. Unterlagen für 2018 und 2019 lägen dagegen nicht vor.

Die Daten beruhten auf Angaben, die Trump selbst gemacht habe, zahlreiche Fragen wie die Größe seines Vermögens blieben unbeantwortet. Ausdrücklich schrieb die Zeitung, dass die Dokumente keine neuen Hinweise auf Verbindungen zu Russland enthielten.

Die Unterlagen sollen dagegen sehr detaillierte Aufstellungen umfassen. So habe Trump in Verbindung mit seiner TV-Serie "The Apprentice" 70.000 Dollar an Kosten für Haarpflege von der Steuer abgesetzt. Dem Bericht zufolge ist er in einem Rechtsstreit mit der IRS verwickelt, bei dem es um eine Jahre zurückliegende Steuerrückzahlung von fast 73 Millionen Dollar gehe. Sollte die Behörde sich durchsetzen, müsse Trump dem Bund über 100 Millionen Dollar zahlen. In den USA erheben der Bund, die Bundesstaaten und die Kommunen ihre Steuern getrennt.

Ermittlungen zu Trumps Finanzen

Ein Trump-Anwalt sagte der Zeitung, der Präsident habe im vergangenen Jahrzehnt Millionen an Steuern bezahlt. Belege für die jeweiligen Darstellungen lagen zunächst nicht vor. Die "New York Times" lehnte mit Hinweis auf den Quellenschutz eine Veröffentlichung der Originaldokumente ab.

Interessieren Sie sich für die US-Wahl? Washington-Korrespondent Fabian Reinbold schreibt über seine Arbeit im Weißen Haus und seine Eindrücke aus den USA unter Donald Trump einen Newsletter. Hier können Sie die "Post aus Washington" kostenlos abonnieren, die dann einmal pro Woche direkt in Ihrem Postfach landet.

Trump hält seinerseits seine Steuererklärungen entgegen der in den USA üblichen Praxis für Präsidenten unter Verschluss. Er hat dies mit einer laufenden Steuerprüfung des IRS begründet. Trumps Finanzen sind Gegenstand von Ermittlungen unter anderem des von den Demokraten beherrschten Repräsentantenhauses. Auch die Deutsche Bank hat mit dem Republikaner Geschäfte getätigt, die Gegenstand von Ermittlungen sind.

Der neue Bericht wurde zwei Tage vor der mit Spannung erwarteten ersten Präsidentschaftsdebatte des Republikaners gegen seinen demokratischen Herausforderer Joe Biden veröffentlicht.

Verwendete Quellen:

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkentchibo.deOTTOmyToysbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz

shopping-portal