US-Sender berichten

Regierungsmitglieder diskutieren Trumps Absetzung

07.01.2021, 11:47 Uhr | AFP

"Ihr seid etwas ganz Besonderes": In diesem Video richtete sich Donald Trump nach dem Sturm auf das Kapitol an seine Unterstützer und löste damit Reaktionen von Facebook und Twitter aus. (Quelle: t-online)

Abgewählt ist Donald Trump schon, doch nun könnte seine Amtszeit zu einem abrupten Ende kommen. Angeblich überlegt sein eigenes Kabinett, ihn nach dem Sturm seiner Anhänger auf das Kapitol zu entmachten.

Hochrangige Mitglieder der scheidenden US-Regierung haben laut übereinstimmenden Medienberichten am Mittwoch (Ortszeit) über eine mögliche Absetzung von Präsident Donald Trump durch sein eigenes Kabinett beraten. Nach Informationen der US-Sender CNN, CBS und ABC sollen sich diese Überlegungen auf einen Zusatzartikel zur US-Verfassung gestützt haben, der die Entmachtung des Präsidenten durch das Kabinett grundsätzlich erlaubt.
 

Sturm aufs Kapitol: Bilder aus Washington

Es erinnert an einen Staatsstreich: Unterstützer von Donald Trump sind ins Kapitol eingedrungen, wo gerade das Wahlergebnis bestätigt werden sollte. Mit Baseballschlägern und Gewehren standen Demonstranten vor dem Gebäude. Der US-Präsident hatte sie zuvor zu dem Ansturm ermutigt. Sehen Sie hier die schockierenden Bilder der Unruhen. (Quelle: Ted S. Warren/AP/dpa)

Anhänger Trumps vor dem Sitzungssaal des US-Senats: In einer beispiellosen Attacke auf das Zentrum der US-Demokratie haben wütende Anhänger des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump am Mittwoch das Kapitol in Washington gestürmt. (Quelle: Manuel Balce Ceneta/AP/dpa)

Tränengasnebel vor dem Kapitol: Am Parlamentssitz spielten sich Szenen von Chaos und Gewalt ab. Die Randalierer überwanden die Sicherheitsbarrieren und schlugen Fenster ein, einige schafften es sogar in den Sitzungssaal des Senats. Sicherheitsbeamte zückten ihre Schusswaffen und setzten Tränengas ein. (Quelle: Stephanie Keith/Reuters)

Ein Verletzter wird auf einer Trage abtransportiert: Insgesamt starben vier Menschen bei den Ausschreitungen. Eine Frau erlag Schussverletzungen, drei weitere Personen starben nach medizinischen Notfällen. (Quelle: Jacquelyn Martin/AP/dpa)

Eine Explosion, offenbar durch Polizeimunition ausgelöst, erleuchtet die Treppen vor dem Parlamentsgebäude der US-Hauptstadt. Die Polizei versuchte, vor dem Gebäude die Protestierenden zurückzuhalten – ohne Erfolg. (Quelle: Reuters)

Polizisten mit gezogenen Waffen beobachten das Chaos von einem Balkon im Kapitol. Erst nach mehreren Stunden brachten Sicherheitskräfte die Lage am Parlamentssitz wieder unter ihre Kontrolle. (Quelle: John Minchillo/AP/dpa)

Die Polizei versucht, die Unruhen vor dem US-Kapitol mit Tränengas unter Kontrolle zu bringen. Auch in der Senatskammer soll Tränengas zum Einsatz gekommen sein. (Quelle: Stephanie Keith/Reuters)

Trump-Anhänger besetzen das Parlamentsgebäude in der US-Hauptstadt Washington. (Quelle: REUTERS/Leah Millis)

Die Protestierenden bewaffnen sich, um in das Kapitol in Washington einzudringen. (Quelle: Stephanie Keith/Reuters)

Die Proteste der Trump-Anhänger am US-Kapitol eskalieren. (Quelle: Stephanie Keith/Reuters)

Radikale Trump-Anhänger klettern über die Mauer am US-Kapitol. (Quelle: Stephanie Keith/Reuters)

Polizisten hinter zertrümmerten Fensterscheiben, Protestierende versammeln sich vor dem Eingang des Kapitols. (Quelle: Tasos Katopodis/Getty Images)

Ausschreitungen am Kapitol, Rauchwolken vor dem Eingang. (Quelle: Tasos Katopodis/Getty Images)

Ein Polizist bekommt Wasser ins Auge geträufelt, nachdem es im Kapitol zu einer Konfrontation mit Demonstranten gekommen war. (Quelle: John Minchillo/AP/dpa)

Unterstützer von Donald Trump mit Feuerlöschern im Kapitol. (Quelle: Reuters)

Trump-Anhänger belagern den Sitzungssaal im Kapitol. (Quelle: Win McNamee/Getty Images)

Ein Eindringling springt in den Sitzungssaal des Kapitols. (Quelle: Win McNamee/Getty Images)

Kapitol: Polizisten zielen mit ihren Handschusswaffen durch ein Fenster im Inneren des Gebäudes. (Quelle: AP/dpa)

Die Eindringlinge zerstören Teile der Einrichtung und klauen Gegenstände. (Quelle: AP Photo/Andrew Harnik)

Menschen bringen sich im Kapitol in Sicherheit. (Quelle: AP/dpa)

US-Polizisten halten Trump-Anhänger mit Waffen in Schach. (Quelle: Andrew Harnik/AP/dpa)

Ein Polizist sprüht Pfefferspray auf eindringende Demonstranten. (Quelle: Reuters)

Polizisten eilen in Schutzmontur zur Unterstützung durch die Flure des Kapitols. (Quelle: Reuters)

Trump-Anhänger im Kapitol: Die Demonstranten hatten zuvor die Sicherheitsbarrieren durchbrochen. (Quelle: Manuel Balce Ceneta/AP/dpa)

Gedränge am Eingang des Kapitols: Tausende Trump-Anhänger waren am Mittwoch nach Washington gekommen, um gegen das Wahlergebnis zu demonstrieren. (Quelle: Andrew Harnik/AP/dpa)

Rangeleien vor dem Kapitol: Zuvor hatte der abgewählte Amtsinhaber Trump den Kongress dazu aufgerufen, seine Niederlage nicht anzuerkennen. (Quelle: Julio Cortez/AP/dpa)

Washington: Unterstützer des US-Präsidenten Trump versuchen, eine Absperrung vor dem Kapitol zu durchbrechen. (Quelle: dpa)

Trump-Supporter versuchen, eine Blockade der Polizei zu durchbrechen. (Quelle: AP Photo/Julio Cortez)

Trump-Unterstützer sammelten sich vor dem Kapitol – und stürmten anschließend das Regierungsgebäude. (Quelle: Tasos Katopodis/Getty Images)

Washington: Protestierende vor dem Kapitol. (Quelle: AP/dpa)

 
Als Voraussetzung wird in dem "25th Amendment" genannt, dass der Präsident "unfähig ist, die Pflichten und Vollmachten seines Amtes auszuüben". Kriterien für diese "Unfähigkeit" sind nicht definiert, gemeint sind generell physische oder mentale Beeinträchtigungen. CNN zitierte anonyme republikanische Führungspolitiker mit den Worten, Trump sei "außer Kontrolle".


Der abgewählte Präsident, dessen Ausscheiden aus dem Amt ohnehin für den 20. Januar vorgesehen ist, hatte am Mittwoch seine zu Tausenden in Washington versammelte Anhängerschaft mit einem Redeauftritt aufgepeitscht. Darin wiederholte er seinen völlig unbelegten Vorwurf des massiven Betrugs bei der Präsidentenwahl am 3. November und rief zum Marsch auf das Kapitol – den Sitz des Kongresses – auf.

Später stürmten Trump-Anhänger das Kapitol und randalierten stundenlang im Gebäude. Trump rief zwar in einer noch während der Randale ausgestrahlten Videobotschaft zu "Frieden" auf. Zugleich sagte er seinen randalierenden Anhängern aber auch: "Wir lieben euch" – und erneuerte seine Wahlbetrugsvorwürfe.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur AFP
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