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Langzeitlebensmittel: Mit dehydriertem Essen durch die Krise

Mit dehydriertem Essen durch die Krise

02.11.2012, 11:18 Uhr | Von Sandra Lacut, AFP

Langzeitlebensmittel: Mit dehydriertem Essen durch die Krise. Langzeit-Lebensmittel für Krisen (Quelle: imago images)

Immer mehr Menschen wappnen sich mit einem Notvorrat im Keller für Krisen und Katastrophen (Quelle: imago images)

Krisen, Kriege, Katastrophen - die täglichen Horrormeldungen in den Nachrichten verunsichern viele Bürger so sehr, dass sich immer mehr Menschen einen Notvorrat an Nahrungsmitteln zu Hause anlegen. Inzwischen blüht das Geschäft vor allem mit besonders lange haltbaren Lebensmitteln, die auch nach zehn bis 25 Jahren noch genießbar sind. Damit hofft so mancher, selbst die Folgen einer Klimakatastrophe oder des angeblich bevorstehenden Weltuntergangs im Dezember dieses Jahres zu überstehen.

In Deutschland werden im Internet ganze Vorsorge-Pakete angeboten, etwa ein vegetarisches 30-Tage-Paket mit Nudeln in Tomatensauce und Pumpernickel für 289 Euro oder ein 90-Tage-Paket mit Fleisch für 1015 Euro. Das Jahrespaket Grundnahrungsmittel wird auf www.langzeitlebensmittel.de für schlappe 3490 Euro verkauft.

Durch Gefriertrocknung oder den Entzug der Flüssigkeit, die sogenannte Dehydrierung, sollen die Produkte 15 bis 20 Jahre lang haltbar sein und nur wenig Lagerplatz beanspruchen.

"Vorsorge für den Fall des Falles"

Auch in Frankreich oder den USA gibt es eigene Anbieter. "Wegen der Nachfrage haben wir vor einem Jahr unsere Internet-Plattform eröffnet", erzählt Ariane Pehrson vom französischen Händler lyophilise.fr. "Krisen, Fukushima, Klimawandel, um nicht zu sagen Weltuntergang, die Sorgen sind unbestimmt, aber real. Die Leute wollen Vorsorge für den Fall des Falles treffen und die Foren im Internet boomen."

Pehrsons Vertrieb importiert die Produkte vor allem aus Deutschland, wo es den Trend schon länger gibt, sowie aus Norwegen und Großbritannien. Angefangen hatte das Geschäft mit Langzeitlebensmitteln für Berg- oder Segeltouren.

So wie die Oma

Nathalie Joubert von der auch in Deutschland ansässigen Firma Katadyn berichtet ebenfalls von einer steigenden Nachfrage. "Die Menschen legen Vorräte aus Angst vor Versorgungsengpässen, vor Naturkatastrophen an - ein bisschen so wie unsere Großmütter."

Sie weist den Vorwurf zurück, ein Geschäft mit der Angst zu machen. Das Phänomen habe vor etwa fünf Jahren in Deutschland und Großbritannien begonnen. Zuvor habe es schon in den 70er Jahren in den USA nach dem Ölpreisschock Ähnliches gegeben.

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Auch die Bundesregierung sorgt vor

Wer nun solche Ängste belächelt und diejenigen als Spinner abtut, die sich Notvorräte zulegen, der sollte einen Blick auf die Homepage des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe werfen. Dort rät der Staat den deutschen Bürgern: "Jeder Haushalt sollte sich für alle Fälle einen Vorrat anlegen, der für ein bis zwei Wochen ausreicht und aus Lebensmitteln und Getränken besteht, die auch ohne Kühlung länger lagerfähig sind."

Schon verschneite Straßen oder Hochwasser könnten die Belieferung mit Lebensmitteln zum Erliegen bringen.

Und der Berliner Senat verweist sogar auf Katastrophensituationen infolge von Atomunfällen oder Terroranschlägen. Jeder Bürger solle für den Notfall für sich vorsorgen. Eines wird zur Beruhigung aber hinzugefügt, denn die Bundesregierung hat einen eigenen Notvorrat angelegt: "Der Staat hält im Umkreis der Ballungsräume Grundnahrungsmittel für mögliche Notfälle vor."

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