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Corona-Eklat in Tönnies-Fleischbetrieb: Deutsche fordern radikalen Wandel

Exklusive Umfrage  

Deutsche fordern radikalen Wandel in der Fleischindustrie

Von David Ruch

23.06.2020, 14:51 Uhr
Corona-Eklat in Tönnies-Fleischbetrieb: Deutsche fordern radikalen Wandel. Tönnies-Werk in Rheda-Wiedenbrück: Nach Meinung der Bundesbürger sind Reformen in der Fleischbranche dringend nötig. (Quelle: dpa/Bernd Thissen)

Tönnies-Werk in Rheda-Wiedenbrück: Nach Meinung der Bundesbürger sind Reformen in der Fleischbranche dringend nötig. (Quelle: Bernd Thissen/dpa)

Zahlreiche Corona-Infektionen bei Tönnies haben für Empörung gesorgt. Die Forderungen nach klaren Reformen in der Fleischindustrie haben neuen Auftrieb erhalten. Auch die Bevölkerung hat eine einhellige Meinung.

Der Corona-Ausbruch bei Tönnies hat eine neue Dynamik in die Debatte über die Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie gebracht. Wegen inzwischen weit über 1.300 Infektionen bei dem Unternehmen aus Ostwestfalen wird der Ruf nach anständigen Löhnen sowie besseren Arbeits- und Wohnbedingungen für die Beschäftigten in dem Fleischkonzern laut. Die Politik kündigt an, nun schnell zu handeln. Regierungssprecher Steffen Seibert erklärte am Montag, Gesetzesverschärfungen für die Branche würden "mit Dringlichkeit" vorangetrieben.

Bei den Bundesbürgern rennt die Bundesregierung damit offene Türen ein. In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für t-online.de sprachen sich rund 90 Prozent der Befragten für einen radikalen Wandel in der Branche aus. Lediglich knapp sechs Prozent hielten das für nicht nötig. Circa fünf Prozent waren unentschieden. Die Fragestellung lautete: "Muss sich die Fleischindustrie Ihrer Meinung nach bei den Themen Nachhaltigkeit und Arbeitsschutz radikal wandeln?"

Mit großer Mehrheit sahen die Anhänger aller im Bundestag vertretenen Parteien dringenden Handlungsbedarf in dieser Frage. Bei Grünen und SPD waren es an die 100 Prozent, bei CDU und Linken weit über 90 Prozent. Lediglich die Anhänger von FDP und AfD wichen von diesem Stimmungsbild mehr oder weniger ab. Bei den Unterstützern der Liberalen stellten sich etwa 80 Prozent hinter die Forderung nach grundlegenden Änderungen in der Branche, bei der AfD rund zwei Drittel der Befragten. Bei Letzteren sahen rund 20 Prozent keinen Handlungsbedarf.

Einheitlich war das Meinungsbild dagegen über Alters- wie auch Sozialgruppen hinweg. Alte wie Junge, Arbeitslose wie Arbeitnehmer und Rentner sprachen sich einhellig für Reformen in den Fleisch verarbeitenden Betrieben aus. Kaum Unterschiede zeigten sich auch zwischen den befragten Männern und Frauen, wie zwischen Ost und West. In der Bevölkerung herrscht bei dieser Thematik also ein sehr breiter Konsens.

Zur Methodik: In die Umfrage flossen die Antworten von 5.074 bevölkerungsrepräsentativ ausgewählten Menschen ein, die zwischen dem 19. und dem 23. Juni 2020 online gefragt wurden: "Muss sich die Fleischindustrie Ihrer Meinung nach bei den Themen Nachhaltigkeit und Arbeitsschutz radikal wandeln?" Der statistische Fehler für die Gesamtergebnisse beträgt 2,5 Prozent, für Teilgruppen kann er davon abweichen.

Verwendete Quellen:
  • Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey

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