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Deutsche finden Donald Trump als Präsidenten so schlecht wie lange nicht

USA in der Krise  

Deutsche halten Trump für einen schlechten Präsidenten

31.07.2020, 07:56 Uhr
Trump überrascht mit ungewöhnlichem Neid-Geständnis

Donald Trump hat erneut ein bizarres Briefing abgehalten: Der Präsident beklagte, dass sein Corona-Berater populärer sei als er selbst. Trump hatte zuletzt wiederholt versucht, Fauci in Misskredit zu bringen. (Quelle: t-online.de)

"Niemand mag mich": Bei einem Pressetermin beklagte US-Präsident Trump, dass sein Corona-Berater populärer sei als er selbst. (Quelle: t-online.de)


In drei Monaten entscheidet sich in den USA, wer ins Weiße Haus zieht beziehungsweise dort bleibt. Derzeit hat Trump-Herausforderer Biden die Nase vorn. Auch die Deutschen halten nicht viel vom aktuellen US-Präsidenten. 

Am 3. November ist es soweit: Mehr als 200 Millionen Amerikaner wählen ihren neuen – oder alten – Präsidenten. Derzeit liegt der Herausforderer von den Demokraten, Ex-Vize-Präsident Joe Biden, in Wahlumfragen vor dem amtierenden Präsidenten Donald Trump. Und auch bei den Deutschen hat Trump deutlich an Zuspruch verloren. 

Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag von t-online.de zeigt, dass mehr als drei Viertel der Deutschen die Präsidentschaft von Donald Trump als schlecht bewerten. 

Trump stand in Deutschland schon lange nicht mehr so schlecht da

Auf die Frage "Wie bewerten Sie die bisherige Präsidentschaft von Donald Trump" antworten derzeit 82,2 Prozent der Deutschen mit "schlecht". Gut finden ihn nur 13,8 Prozent. Unentschlossen zeigen sich vier Prozent der Befragten. 

Im Zeitverlauf seit April 2017 zeigt sich, dass die Deutschen die Präsidentschaft Trumps generell sehr negativ bewerten. Den Tiefpunkt seiner Beliebtheit in Deutschland erreichte Trump im Spätsommer 2017 mit 87,1 Prozent der Befragten, die ihn als schlechten Präsidenten sahen. In den Sommermonaten 2017 wurde nach sechs Monaten Amtszeit eine erste Bilanz gezogen. Diese lautete einhellig: chaotisch. Daran sollte sich auch in Zukunft nicht viel ändern.


Zu keinem Zeitpunkt konnten sich mehr als 19,5 Prozent der befragten Deutschen für die Politik von Donald Trump erwärmen. Auch jetzt – weniger als 100 Tage vor der Wahl – hat er in Deutschland wenig Freunde. Nur 13,8 Prozent der Befragten bewerten die Präsidentschaft derzeit positiv. 

Trump als Präsident? Finden AfD-Wähler gut

Einzig bei den Anhängern der AfD sieht das anders aus. Die Zustimmung schwankte dort stark, sank aber zu keinem Zeitpunkt seit April 2017 unter 34,7 Prozent (24. November 2017). Obwohl die USA das von der Corona-Pandemie am schwersten getroffene Land der Welt sind, bewerten derzeit knapp zwei Drittel (61,7 Prozent) der potenziellen AfD-Wähler Trumps Präsidentschaft als gut. 

Seit Jahresanfang grassiert das Coronavirus weltweit, die USA wurden schnell zum absoluten Hotspot mit bis heute mehr als 4,4 Millionen Infizierten und mehr als 150.000 Todesopfern. Dennoch bewerteten die Anhänger der AfD die Präsidentschaft Donald Trumps im Zeitraum von April 2020 bis Ende Juli zu mehr als 60 Prozent als gut. Sein Missmanagement in der Corona-Krise spielt bei der Bewertung offenbar keine Rolle. 

Dabei glauben 58,7 Prozent der Deutschen, dass genau das einer zweiten Amtszeit Donald Trumps im Weg stehen könnte. Auf die Frage "Denken Sie, dass das aktuelle Corona-Krisenmanagement von Donald Trump seine Wiederwahl zum US-Präsidenten gefährden könnte?" antworteten nur 28,1 Prozent "nein". 13,2 Prozent zeigten sich unentschlossen. 

Noch ist in den USA nichts entschieden

Auch bei dieser Frage zeigt sich, dass die potenziellen Wähler der AfD die Chancen Trumps deutlich anders bewerten als die anderen Parteien. Nur 30 Prozent der befragten AfD-Anhänger glauben, dass das aktuelle Corona-Krisenmanagement Trumps Wiederwahl im Weg stehen wird. 52,6 Prozent glauben, dass die Amerikaner am Wahltag darüber hinwegsehen werden. 

Ob Trump sein Umgang mit der Corona-Krise tatsächlich schaden wird, ist offen. Er hat sich während seiner Amtszeit schon viele Fauxpas geleistet, die bis zu einem – erfolglosen – Impeachment-Verfahren zu Beginn des Jahres führten. Trotz der tiefen Krise, in der sich die öffentliche Gesundheit, die Wirtschaft und die Gesellschaft der USA befinden, könnte Trump die Präsidentschaftswahl am 3. November gewinnen.

​​​​​​​Zur Methodik: In die Umfragen flossen die Antworten von 5.116 beziehungsweise 5.089 bevölkerungsrepräsentativ ausgewählten Menschen ein, die zwischen dem 24. April 2017 und dem 29. Juli 2020 sowie zwischen dem 30. April 2020 und dem 29. Juli 2020 online gefragt wurden: "Wie bewerten Sie die bisherige Präsidentschaft von Donald Trump?" beziehungsweise "Denken Sie, dass das aktuelle Corona-Krisenmanagement von Donald Trump seine Wiederwahl zum US-Präsidenten gefährden könnte?" Der statistische Fehler für die Gesamtergebnisse beträgt 2,5 Prozent, für Teilgruppen kann er davon abweichen. 

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