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Umstrittenes Interview – Grünen-Politikerin sorgt für Neiddebatte

Von t-online, MaM

Aktualisiert am 13.05.2022Lesedauer: 2 Min.
Emilia Fester, Bundestagsabgeordnete der Grünen: Beim Longboarden bekam sie immer "den Kopf frei".
Emilia Fester, Bundestagsabgeordnete der Grünen: Beim Longboarden bekam sie immer "den Kopf frei". (Quelle: Political Moments/imago-images-bilder)
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Mit 24 Jahren ist Emilia Fester die jüngste Abgeordnete im deutschen Bundestag. In einem Interview spricht sie nun über die Belastungen ihres Jobs. In den Sozialen Medien wird sie dafür scharf kritisiert.

Emilia Fester, jüngste Abgeordnete des Bundestags, wird in den Sozialen Medien scharf kritisiert. Grund ist eine Aussage der Grünen-Politikerin in einem Interview mit dem "Spiegel".

Dort erklärt sie, dass sie für ihren Job "letztendlich auch ihre Jugend opfern" würde. So arbeite sie 80 bis 90 Stunden die Woche. "Hobbys habe ich eigentlich keine mehr", so Fester. Seit einem Unfall fahre sie etwa auch nicht mehr mit dem Longboard zu Presseterminen, obwohl ihr das immer dabei geholfen habe, "den Kopf freizubekommen".

"Wohlstandsverwahrlosung"

In den Sozialen Medien erhält die 24-Jährige wegen ihrer Aussagen Gegenwind. Besonders stört die Kommentatoren das Gehalt der Abgeordneten. "Wie viele 20-Jährige, die hart arbeiten, verdienen eigentlich 10.000 Euro?", fragt etwa ein Nutzer. Die Aufwandsentschädigung für einen Bundestagsabgeordneten beträgt laut Angaben des Bundestags seit Juli letzten Jahres 10.012,89 Euro brutto.

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Andere stören sich auch daran, dass Fester im Alter von 24 Jahren überhaupt beklage, ihre "Jugend zu opfern". So heißt es, andere seien in ihrem Alter schon viel weiter und würden dennoch weniger verdienen. Auch hätten viele aufgrund ihrer wirtschaftlichen Herkunft nicht die Möglichkeit, sich ein Studium zu finanzieren, und würden nach dem Schulabschluss eine Lehre beginnen – ebenfalls schlechter bezahlt. "Wohlstandsverwahrlosung", meinen einige Nutzer.

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Nicht der erste Shitstorm

Fester trat 2016 im Alter von 18 Jahren den Grünen bei. Seitdem übernahm sie viele Aufgaben in ihrer Partei. 2019 wurde sie zur frauenpolitischen Sprecherin des Landesverbandes in Hamburg gewählt, bevor sie 2021 für die Hansestadt bei der Bundestagswahl kandidierte. Im vergangenen September zog sie dann über die Landesliste in den Bundestag ein.

Fester hatte bereits mit ihrer ersten Rede im Parlament Kritik auf sich gezogen: Im März hatte sich Fester dort für eine allgemeine Impfpflicht ausgesprochen, mit der Begründung, dass sie und andere junge Menschen sich in der Pandemie mit Älteren solidarisch gezeigt hätten – und dabei all das nicht hätten tun können, was man im Alter von etwa zwanzig tue.

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"Ich war nicht in der Uni, ich war nicht im Ausland. Ich habe kein Museum und auch kein Festival besucht. Ich habe nicht mal eine Person, die ich noch nicht kannte, geküsst oder meinen Geburtstag gefeiert. Ich war, verdammt noch mal, nicht einmal in einem Club. Tanzen, feiern und all das, was ich so vermisse", sagte sie in der Bundestagsdebatte. Damals wurde Fester nicht nur von Gegnern der Impfpflicht kritisiert: Laut "Bild" wurde Fester vorgeworfen, sie habe im Juli 2020 Urlaub in Dänemark gemacht und damit in ihrer Rede gelogen. Eine Anfrage der Zeitung beantwortete die Politikerin nicht.

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