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Bundesregierung rät zu Hamsterkäufen: Deutsche sollen Vorräte für den Notfall bunkern


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Vorschlag zu Hamsterkäufen als Panikmache kritisiert

Von dpa, t-online
Aktualisiert am 22.08.2016Lesedauer: 2 Min.
Nach dem Willen der Bundesregierung sollen sich die Bürger für den Krisenfall mit einem individuellen Vorrat an Lebensmitteln eindecken.
Nach dem Willen der Bundesregierung sollen sich die Bürger für den Krisenfall mit einem individuellen Vorrat an Lebensmitteln eindecken. (Quelle: dpa-bilder)
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Das neue Konzept der Bundesregierung zur Zivilverteidigung stößt bei Oppositionsparteien auf deutliche Kritik: "Man kann die Menschen mit immer neuen Vorschlägen, so auch zu Hamsterkäufen, völlig verunsichern", sagte Linksfraktionschef Dietmar Bartsch dem "Kölner Stadtanzeiger".

Die Regierung dürfe nicht täglich neue Hektik verbreiten. Grünen-Fraktionsvize Konstantin von Notz nannte eine Aktualisierung der Notfallpläne zwar sinnvoll, hält eine Vermischung von ziviler Vorsorge mit militärischen Szenarien und Hinweisen auf terroristische Gefahren aber für problematisch.


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Vorrat an Lebensmitteln zulegen

Die Bundesregierung wird das neue Konzept zur zivilen Verteidigung am Mittwoch im Kabinett beraten. Innenminister Thomas de Maizière (CDU) will die Pläne danach der Öffentlichkeit vorstellen. Zu Inhalten wollte sich sein Ressort vorab nicht äußern. Laut "Frankfurter Allgemeiner Sonntagszeitung" (FAS) handelt es sich um die erste Strategie zur zivilen Verteidigung seit dem Ende des Kalten Krieges. Sie wurde 2012 vom Haushaltsausschuss des Bundestages in Auftrag gegeben.

Nach Informationen der "FAS" zielen die Empfehlungen unter anderem darauf ab, dass sich die Bevölkerung im Fall schwerer Katastrophen oder eines bewaffneten Angriffs vorübergehend selbst versorgen kann, bevor staatliche Maßnahmen greifen. So würden die Bürger unter anderem aufgerufen, "einen individuellen Vorrat an Lebensmitteln von zehn Tagen" und für einen Zeitraum von fünf Tagen je zwei Liter Wasser pro Person und Tag vorzuhalten.

Weitere interessante Grafiken finden Sie bei Statista

Aus Sicht des Grünen-Innenpolitikers von Notz ist eine Überarbeitung der zivilen Schutzkonzepte durchaus notwendig. "Angesichts der technischen Entwicklung der letzten Jahre ist es fast schon fahrlässig, mit Konzepten von 1989 zu hantieren", sagte er dem "Kölner Stadtanzeiger". Aber: "Ich sehe kein Angriffsszenario, für das sich die Bevölkerung Vorräte anlegen sollte."

Wenn mit solchen Formulierungen die zivile Hilfe, die die Bundeswehr bei Katastrophen durchaus leisten müsse, militarisiert werden solle, sei das unnötig, unverantwortlich und verfassungswidrig.

"Sachgerecht und notwendig"

Indessen verteidigte die Union das Konzept. "Die Neufassung des Zivil- und Katastrophenschutzes ist vollkommen sachgerecht und notwendig", sagte der innenpolitischen Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Stephan Mayer, dem Blatt. "Nicht nur, aber auch wegen der verschärften Bedrohung durch den islamistischen Terrorismus ist es wichtig, die Abwehr- und Reaktionsfähigkeit unserer Zivilschutzorganisationen in regelmäßigen Abständen zu überprüfen und den neuen Herausforderungen anzupassen."

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