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Landtagswahl in MV 2016: Wer hat eigentlich die AfD gewählt?


Landtagswahl Mecklenburg-Vorpommern
Wer hat die AfD gewählt?

Von dpa, t-online
Aktualisiert am 05.09.2016Lesedauer: 2 Min.
Landtagswahl in MV: Nach der Bekanntgabe der ersten Ergebnisse jubeln die AfD-Anhänger in Schwerin.Vergrößern des BildesLandtagswahl in MV: Nach der Bekanntgabe der ersten Ergebnisse jubeln die AfD-Anhänger in Schwerin. (Quelle: dpa-bilder)
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Die Alternative für Deutschland (AfD) hat bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern aus dem Stand die 20-Prozent-Marke geknackt. Befragungen von Infratest dimap und Forschungsgruppe Wahlen zeigen: Der aktuelle AfD-Wähler ist überwiegend männlich, hat die mittlere Reife und ist Arbeiter.

(Hinweis zu den Daten: Dass die Zahlen zum Beispiel bei der SPD zusammen mit als 100 ergeben, liegt nicht etwa daran, dass die Zahlen falsch wären. Man muss sie nur anders lesen: Nicht "31 Prozent der SPD-Wähler haben Abitur", sondern "31 Prozent der Menschen mit Abitur haben SPD gewählt".)

Menschen mit Hauptschulabschluss oder Mittlerer Reife konnten sich eher für die Rechtspopulisten begeistern als Menschen mit Abitur und Hochschulabschluss.

Bei der SPD und der CDU waren die Wähler mit Hauptschul- und Hochschulabschluss so gut wie gleich vertreten. Bildungsunterschiede spielen bei den etablierten Parteien also nicht die entscheidende Rolle für das Wahlverhalten.

In Mecklenburg-Vorpommern machten vor allem Arbeiter, Arbeitslose und Selbstständige ihr Kreuz bei der AfD. Bei Angestellten lag der Zuspruch unter dem Schnitt. Bei Menschen ohne Arbeit wurde die AfD stärkste Kraft.

Die SPD wählten vor allem Rentner, Angestellte und Arbeiter. Die CDU punktete bei Selbstständigen, Angestellten und Rentnern. Auffällig: Bei Wählern ohne Job kam die CDU lediglich auf 13 Prozent.

Die Grafik zeigt, dass die AfD vor allem in der Altersgruppe der 30- bis 59-Jährigen verstärkt Zuspruch fand. Bei allen ab 60-Jährigen lag sie - wie bisher immer bei Wahlen in Flächenländern - unter dem Durchschnitt.

Die SPD erreichte eher die über 45-Jährigen. In der Generation 60plus war sie mit 39 Prozent weit überproportional stark und bei den unter 45-jährigen Wählern auffällig schwach. Die CDU lag bei allen ab 30-jährigen Wählern nahe an ihrem Gesamtresultat.

Gewählt wurde die AfD von 16 Prozent der Frauen, aber von 25 Prozent der Männer. Die Sozialdemokraten hingegen fanden mehr Unterstützung bei Frauen als bei Männern, während das Geschlechterverhältnis bei den Wählern der CDU fast ausgewogen war.

Eine Denkzettelwahl?

Zwar gaben laut der Analyse der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF 75 Prozent der AfD-Wähler an, die Rechtspopulisten nur aus Protest gegen die anderen Parteien gewählt zu haben. Aber das ändert nichts daran, dass der AfD nun zum zweiten Mal nach Sachsen-Anhalt im März der Sprung über die 20-Prozent-Marke gelungen ist.

Die AfD hat vor allem Nichtwähler mobilisiert. So konnte sie nach den Erkenntnissen der ARD mit 56.000 Wählern deutlich mehr Stimmen aus dem Nichtwähler-Lager als von anderen Parteien für sich gewinnen. Auch nach Daten des ZDF vom Sonntag waren rund 34 Prozent der AfD-Wähler 2011 nicht zur Urne gegangen.

Die Analyse des Instituts Infratest dimap ging zudem der Frage nach, warum Menschen der AfD ihre Stimmen gaben. Am häufigsten lautete die Antwort, dass die Partei den Zuzug von Flüchtlingen und Ausländern begrenzen wolle und dass sie klar ausspreche, was andere Parteien nicht offen sagten. Wichtig ist AfD-Wählern neben dem Thema Sicherheit auch die Familienpolitik.

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