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Nach Entführung von Vietnamesen: Gabriel kündigt Konsequenzen an

Vietnam-Agenten-Affäre  

Gabriel: "Wie in finsteren Filmen über den Kalten Krieg"

04.08.2017, 22:11 Uhr | dpa

Nach Entführung von Vietnamesen: Gabriel kündigt Konsequenzen an. Gabriel: "Jedenfalls ist der mit Methoden außer Landes gebracht worden, nach unserer Auffassung, die sie ansonsten in finsteren Filmen über den Kalten Krieg sehen können." (Quelle: dpa/Kay Nietfeld)

Gabriel: "Jedenfalls ist der mit Methoden außer Landes gebracht worden, nach unserer Auffassung, die sie ansonsten in finsteren Filmen über den Kalten Krieg sehen können." (Quelle: Kay Nietfeld/dpa)

Für die Bundesregierung ist der Fall des aus Berlin verschleppten vietnamesischen Geschäftsmannes Trinh Xuan Thanh noch lange nicht erledigt. Außenminister Sigmar Gabriel verglich den Vorfall mit Methoden aus Filmen über den Kalten Krieg und warnte: "Das ist etwas, das wir nicht dulden werden und nicht dulden können."

In einer ersten Reaktion war der Vertreter des vietnamesischen Nachrichtendienstes an der Botschaft in Berlin, der als der Hauptverantwortliche gilt, zur Persona non grata erklärt und des Landes verwiesen worden. Gabriel betonte nun, dass die Angelegenheit damit keineswegs abgeschlossen sei. Über weitere Maßnahmen gegen Vietnam werde zur Zeit noch beraten.

Es wird angenommen, dass Trinh Xuan Thanh vom vietnamesischen Geheimdienst entführt worden sei.  (Quelle: Reuters)Es wird angenommen, dass Trinh Xuan Thanh vom vietnamesischen Geheimdienst entführt worden sei. (Quelle: Reuters)

Die Bundesregierung geht davon aus, dass der vietnamesische Geheimdienst und die Botschaft der Sozialistischen Republik an der Verschleppung des Asylbewerbers und ehemaligen Funktionärs der Kommunistischen Partei nach Vietnam mitgewirkt haben. Zeugen hatten am 23. Juli in Berlin beobachtet, wie ein Mann und eine Frau mit Gewalt in ein Auto bugsiert wurden. Später tauchten beide in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi auf.

Thanhs Berliner Anwälte sind überzeugt, dass sie gekidnappt wurden. Gabriel sagte: "Jedenfalls ist der mit Methoden außer Landes gebracht worden, nach unserer Auffassung, die sie ansonsten in finsteren Filmen über den Kalten Krieg sehen können."

Für den ausgewiesenen Diplomaten lief am Freitag die Ausreisefrist ab. Das Auswärtige Amt konnte jedoch zunächst nicht bestätigen, ob der Diplomat, der zur "Persona non grata" erklärt worden war, Deutschland bereits verlassen hat. Aus dem Ministerium hieß es: "Die Frist zur Ausreise endet 48 Stunden nach Übergabe der Verbalnote. Übergabe erfolgte am Mittwoch 15.15 Uhr."

Fragliches Geständnis

Das vietnamesische Staatsfernsehen hatte am Donnerstag Aufnahmen mit einem vermeintlichen Geständnis des Geschäftsmanns gezeigt. Dabei war Thanh zu sehen, wie er behauptete, sich selbst gestellt zu haben. Ihm sei klar geworden, dass "ich zurückkehren und der Wahrheit ins Gesicht sehen, meine Fehler zugeben und mich entschuldigen muss". Unklar war, unter welchen Bedingungen die Aufnahme entstand.

Thanh wird zur Last gelegt, als Chef einer Tochterfirma des staatlichen Öl- und Gaskonzerns PetroVietnam für Verluste von umgerechnet etwa 125 Millionen Euro verantwortlich zu sein. Bei einer Verurteilung droht ihm im schlimmsten Fall die Todesstrafe.

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