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Rundfunkbeitrag: Mehrheit würde auf Fußball bei ARD und ZDF verzichten

Umfrage zum Rundfunkbeitrag  

Deutsche brauchen keinen Fußball bei ARD und ZDF

31.12.2017, 12:49 Uhr | Daniel Fersch, t-online.de, dpa

Rundfunkbeitrag: Mehrheit würde auf Fußball bei ARD und ZDF verzichten. Die ARD beharrt auf den Live-Übertragungen der Spiele der deutschen Nationalmannschaft. (Quelle: AP/dpa/Martin Meissner)

Die ARD beharrt auf den Live-Übertragungen der Spiele der deutschen Nationalmannschaft. (Quelle: Martin Meissner/AP/dpa)

Der neue ARD-Chef ist sich sicher: Die Zuschauer wollen Fußball live bei den Öffentlich-Rechtlichen sehen – koste es was es wolle. Eine Umfrage für t-online.de ergibt jedoch ein ganz anderes Bild.

Die überwiegende Mehrheit der Deutschen könnte auf die Übertragung von Fußballspielen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen verzichten. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag von t-online.de.

70 Prozent der Befragten hielten es für unwichtig, dass ARD und ZDF trotz hoher Kosten Live-Fußball zeigten. Nur 25,2 Prozent – etwas mehr als ein Viertel der Teilnehmer – gaben an, dass ihnen solche Übertragungen wichtig seien. 4,8 Prozent zeigten sich bei der Umfrage unentschieden.

Anlass für die Umfrage war ein Interview des neuen ARD-Chefs Ulrich Wilhelm mit der Deutschen Presse-Agentur vom Freitag. Darin setzte sich Wilhelm, der den ARD-Vorsitz zum Jahreswechsel übernimmt, für eine Erhöhung des Rundfunkbeitrages ein und begründete seine Forderung mit der hohen gesellschaftlichen Bedeutung des Fußballs.

Moderator Matthias Opdenhövel, Kölns Sportdirektor Armin Veh und ARD-Experte Thomas Hitzlsperger bei einem DFB-Pokal-Spiel in Gelsenkirchen: Eine Mehrheit könnte auf Live-Übertragungen von Fußballspielen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen verzichten. (Quelle: imago images/Team 2)Moderator Matthias Opdenhövel, Kölns Sportdirektor Armin Veh und ARD-Experte Thomas Hitzlsperger bei einem DFB-Pokal-Spiel in Gelsenkirchen: Eine Mehrheit könnte auf Live-Übertragungen von Fußballspielen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen verzichten. (Quelle: Team 2/imago images)

ARD-Chef: Zuschauer "wollen Nationalmannschaft bei uns sehen"

Für Wilhelm war klar, dass die Zuschauer "gerade die Fußball-Nationalmannschaft" bei der ARD sehen wollen. Der Fußball müsse aufpassen, "dass er die gesellschaftliche Bindung nicht verliert, wenn er wesentliche Inhalte ins Pay-TV vergibt", sagte der Intendant des Bayerischen Rundfunks. Die mögliche Ausstrahlung von Spielen im werbefinanzierten Privatfernsehen thematisierte er nicht.


Den Verantwortlichen des Fußballs in Deutschland sei klar, dass das öffentlich-rechtliche Programm für eine breite Verankerung des Fußballs in der Bevölkerung sorge, so Wilhelm weiter. "Die Champions League ist erstmals in ganz Europa nur noch im Pay-TV zu sehen", sagte er. "Ich denke, dass die Breitenwirkung dieses Wettbewerbs in der Bevölkerung dadurch geschwächt wird."

Fußball-Rechte kosten Sender Millionen

Für die Rechte zur Übertragung der Fußball-WM 2018 in Russland müssen die öffentlich-rechtlichen Sender zusammen rund 218 Millionen Euro ausgeben. Das ZDF hat sich für rund 54 Millionen Euro im Jahr die Ausstrahlung jeweils einer der Mittwochs-Partien der Champions League gesichert.

Das ZDF darf außerdem derzeit einzelne Bundesligaspiele sowie die Relegationsspiele der 1. und 2. Bundesliga übertragen. Die ARD hat wiederum Live-Spiele des DFB-Pokals im Programm. 

Anmerkung der Redaktion: t-online.de kooperiert für repräsentative Umfragen mit dem Umfrageinstitut Civey. Abstimmen kann jeder, doch berücksichtigt werden nur die Abstimmungen registrierter User. Wenn Sie sich registrieren, tragen Sie zu besseren Ergebnissen bei. Bei der Umfrage handelt es sich um eine laufende Befragung. Ergebnisse werden in Echtzeit aktualisiert und können daher je nach zeitlicher Differenz von denen im Widget abweichen.

Quellen und weiterführende Informationen:
- Civey, dpa, eigene Recherchen
- "Für die ARD sind Gebührenerhöhungen alternativlos" (t-online.de)

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