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Bericht: Rechte verabredeten sich in Chemnitz zur "Jagd"

Ausschreitungen in Sachsen  

Bericht: Rechte verabredeten sich in Chemnitz zur "Jagd"

26.08.2019, 20:57 Uhr | dpa

Bericht: Rechte verabredeten sich in Chemnitz zur "Jagd". Bild einer der fraglichen Szenen: Die Echtheit wurde bestritten, doch die Hinweise auf Hetzjagden mehren sich. (Quelle: Screenshot/Twitter/AZeckenbiss)

Bild einer der fraglichen Szenen: Die Echtheit wurde bestritten, doch die Hinweise auf Hetzjagden mehren sich. (Quelle: Screenshot/Twitter/AZeckenbiss)

Vor einem Jahr entbrannte eine Debatte darüber, ob es in Chemnitz Hetzjagden auf Ausländer gab. Chat-Protokolle von Neonazis stützen jetzt die Berichte über die Hetzjagden.

Ein Jahr nach der tödlichen Messerattacke in Chemnitz und den darauffolgenden rechten Ausschreitungen sind neue Details der Ermittlungen bekannt geworden. Laut Recherchen von "Süddeutscher Zeitung", WDR und NDR liegen dem sächsischen Landeskriminalamt Handy-Chats rechter Demonstrationsteilnehmer vor. Die Dokumente legen demnach nahe, dass die Neonazis Jagd auf Menschen machten, die sie für Migranten hielten. 

Maaßen bezweifelte Hetzjagden

In den Nachrichten, die den Angaben zufolge mehrheitlich vom 26. und 28. August 2018 stammen, sollen Chat-Teilnehmer den Begriff "Jagd" verwendet haben. Zudem sollen Formulierungen benutzt worden sein, die die Ermittler unter anderem als Prahlerei über eine "angeblich erfolgreiche Jagd auf Ausländer" deuten, wie es in dem Bericht heißt.

Der frühere Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, hatte damals die Authentizität eines Videos zur Verfolgung von Ausländern bezweifelt und gesagt, seiner Behörde lägen keine belastbaren Erkenntnisse zu Hetzjagden vor. Schon damals gab es allerdings neben einem Video auch glaubhafte Zeugenaussagen für die Ausschreitungen. t-online.de prüfte das Video damals in einem aufwendigen Faktencheck.

"Zusammenfassung von Ermittlungsergebnissen"

Nach Angaben des sächsischen Landeskriminalamtes handelt es sich bei dem Medienbericht um die "Zusammenfassung von Ermittlungsergebnissen, welche Bestandteil des Ermittlungsverfahrens sind, das der Generalbundesanwaltschaft zur Bearbeitung vorliegt". 

Am 26. August 2018 war am Rande des Chemnitzer Stadtfestes Daniel H. erstochen worden. Die Tat hatte rechte Demonstrationen von Neonazis, Hooligans und AfD ausgelöst – mit zahlreichen rassistischen Übergriffen. Der Streit um die Frage, ob es dabei "Hetzjagden" gegeben habe, wurde auch zur Zerreißprobe für die große Koalition aus Union und SPD – und führte letztlich dazu, dass Maaßen seinen Posten verlor. 


Vergangene Woche wurde ein 24-Jähriger wegen der Messerattacke zu neuneinhalb Jahren Haft verurteilt. Das Landgericht Chemnitz sprach den Syrer wegen Totschlags und gefährlicher Körperverletzung schuldig. Die Verteidiger legten kurz nach der Urteilsverkündung Rechtsmittel ein.

Verwendete Quellen:

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