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Studie: 2025 fehlen mehr als 26.000 Grundschullehrer

Von dpa
Aktualisiert am 09.09.2019Lesedauer: 3 Min.
Eine Grundsch├╝lerin schreibt das ABC an die Tafel.
Eine Grundsch├╝lerin schreibt das ABC an die Tafel. (Quelle: Daniel Reinhardt/dpa)
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G├╝tersloh (dpa) - Die Zahl der nicht besetzten Lehrerstellen an den Grundschulen in den kommenden Jahren wird nach einer Prognose der Bertelsmann-Stiftung noch h├Âher sein als bislang berechnet.

Bis zum Jahr 2025 werden demnach mindestens 26.300 Lehrer f├╝r diese Schulform fehlen. Damit sei die Lage noch dramatischer, als von der Kultusministerkonferenz (KMK) erwartet, teilte die Stiftung in G├╝tersloh mit. Die KMK hatte im vergangenen Oktober einen Mangel von 15.300 Grundschullehrern im Jahr 2025 errechnet.

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, die Anstrengungen m├╝ssten verst├Ąrkt werden, mehr junge Leute f├╝r den Lehrerberuf zu gewinnen. "Sicherlich m├╝ssen wir ├╝berlegen, wie wir unsere Prognoseinstrumente weiterentwickeln, um rechtzeitig gegensteuern zu k├Ânnen." Es brauche auch mehr Ausbildungskapazit├Ąten an den Hochschulen. "Wir ben├Âtigen aber auch eine moderne Lehrerbildung in all ihren Phasen und eine Steigerung des gesellschaftlichen Ansehens dieses wichtigen Berufes."

Die Studie der Stiftung bezieht sich auf die Bev├Âlkerungsprognose des Statistischen Bundesamts aus dem vergangenen Juni. Sie geht f├╝r das Jahr 2025 von 3,254 Millionen bis 3,323 Millionen Kindern zwischen 6 und 10 Jahren aus. Die Experten der Studie orientierten sich nach eigenen Angaben an der fast niedrigsten Variante - und kamen dabei bereits auf ein Plus von 168.000 Kindern zur Zahlenbasis der Kultusministerkonferenz. Die Folge: F├╝r 2025 m├╝ssten noch mal 11.000 Lehrer mehr eingestellt werden, als von der KMK ermittelt. So komme man auf die Zahl von 26.300 fehlenden Grundschullehrern.

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"Dass der Bedarf an Grundschullehrern gr├Â├čer ist als zun├Ąchst angenommen, zeigen auch unsere aktuellen Zahlen, dies ist also nichts Neues. Die Bertelsmann-Zahlen sind nun ein Jahr frischer als die KMK-Zahlen, aber die Statistik-Kommission der KMK wird n├Ąchste Woche aktuelle Zahlen in ├Ąhnlicher Gr├Â├čenordnung beraten", sagte der KMK-Pr├Ąsident und hessische Kultusminister, Alexander Lorz, der Deutschen Presse-Agentur. Die Lage in den einzelnen L├Ąndern stelle sich nach wie vor aber sehr unterschiedlich dar. "Es ist nicht so, dass in ganz Deutschland voll ausgebildete Lehrkr├Ąfte fl├Ąchendeckend zu tausenden fehlen. Die Bedarfe unterscheiden sich deutlich zwischen den Schularten und den F├Ąchern", sagte Lorz.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) forderte mit Blick auf die Studie erneut, den Numerus clausus f├╝r das Lehramt an Grundschulen abzuschaffen sowie die Zahl der Studien- und Lehramtsanw├Ąrterpl├Ątze auszubauen.

Die Bertelsmann-Stiftung hatte im Januar 2018 bereits eine Studie mit ├Ąhnlichen Zahlen ver├Âffentlicht, die allerdings auf einer ├Ąlteren Bev├Âlkerungsprognose aufbaute. Auch wenn die Gr├Â├čenordnung von damals durch die neue Auswertung weitgehend best├Ątigt werde, sei man von der "Dynamik doch ├╝berrascht worden", sagte Studienautor Dirk Zorn. Die neue Studie sei "ein Weckruf", denn die Kinder, die im Jahr 2025 in der Grundschule lernen werden, seien schon alle auf der Welt. Die Stiftung pl├Ądiert daher f├╝r schnelle L├Âsungen. So solle man zum Beispiel Quereinsteiger mit Fachstudium aber ohne Lehramtsabschluss einstellen oder angehende Ruhest├Ąndler ermuntern, l├Ąnger zu unterrichten.

Eben dies geschehe bereits in den L├Ąndern, sagte Lorz. Zudem liefen verschiedene Ma├čnahmen zur Steigerung der Zahl der Lehramtsstudierenden und der Attraktivit├Ąt des Berufs. Grund f├╝r den gr├Â├čeren Bedarf an Grundschullehrern sei neben steigenden Geburtenzahlen vor allem die Zuwanderung nach Deutschland. "Es muss auch ber├╝cksichtigt werden, dass die Ausbildung zum Lehrer f├╝nf bis sieben Jahre dauert. Wenn es also heute einen Mangel an Mathematiklehrern gibt, dauert es bis zu sieben Jahren bis zus├Ątzliche neue Lehrer nachkommen", so Lorz.

"Auf der Ebene der Ma├čnahmen ist in der Tat viel passiert. Hier k├Ânnten die L├Ąnder sich im Rahmen der KMK allerdings noch besser zu ihren Erfahrungen austauschen", sagte Zorn. Die anderen L├Ąnder k├Ânnten zum Beispiel von den Erfahrungen Berlins und Sachsens bei der Qualifikation von Quereinsteigern profitieren. Er regte zudem, an Daten f├╝r Bildungsplaner regelm├Ą├čig zu ver├Âffentlichen. "Wer jetzt Abitur macht und ├╝berlegt Lehrer zu werden, will doch wissen, wie die Lage in sechs oder sieben Jahren auf dem Arbeitsmarkt ist." Und bei allen Ma├čnahmen sto├čen die L├Ąndern an ihre Grenzen: So vermeldete etwa Nordrhein-Westfalen zum Schuljahresstart 2019/2020, dass nur 57,8 Prozent der fast 10.000 im Sommer ausgeschriebenen Stellen besetzt werden konnten. Vor einem Jahr lag die Besetzungsquote noch bei 61,6 Prozent.

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