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Illegale Polizeigewalt: So oft gehen Beamte brutal vor

dpa, Frank Christiansen

Aktualisiert am 17.09.2019Lesedauer: 3 Min.
Proteste f├╝r Klimaschutz: Ein Demonstrant wird von Polizisten auf dem Boden festgehalten.
Proteste f├╝r Klimaschutz: Ein Demonstrant wird von Polizisten auf dem Boden festgehalten. (Quelle: /imago-images-bilder)
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Wie oft werden B├╝rger in Deutschland Opfer ihrer Polizei? Abseits der amtlichen Statistik haben Bochumer Wissenschaftler erstmals Tausende Betroffene befragt, um das Dunkelfeld zu erforschen.

Der Schlag traf ihn aus heiterem Himmel. Ralf W. (Name ge├Ąndert) hatte in Siegburg gegen einen Neonazi-Aufmarsch demonstriert. Die Atmosph├Ąre sei v├Âllig entspannt gewesen, berichtet er. Dann brach ein Polizeihelm dem Familienvater die Nase. Auf einen Verdachtsfall von illegaler Polizeigewalt kommen in Deutschland nach Ansicht von Forschern mindestens f├╝nf F├Ąlle, die nicht einmal angezeigt werden. Das Dunkelfeld liegt demnach bei mindestens 10.000 mutma├člichen Gewalttaten durch Polizisten pro Jahr.

Das geht aus der ersten Studie zur Erforschung illegaler Polizeigewalt in Deutschland hervor. Wissenschaftler der Ruhr-Universit├Ąt Bochum haben am Dienstag einen Zwischenbericht der Studie "K├Ârperverletzung im Amt" ver├Âffentlicht, f├╝r die knapp 3.400 mutma├čliche Opfer von Polizeigewalt Auskunft gaben.

Laut amtlicher Statistik ermitteln die Staatsanwaltschaften wegen 2.000 Verdachtsf├Ąllen illegaler Polizeigewalt gegen rund 4.000 Polizisten im Jahr. Das ist das sogenannte Hellfeld.

Erh├Âhtes Risiko

Mit dem Verh├Ąltnis von 1:5 von Hell- zu Dunkelfeld sei man sehr vorsichtig gewesen, denn eigentlich habe die Studie sogar ein Verh├Ąltnis von 1:6 ergeben. "Wir nehmen au├čerdem an, dass diejenigen, die Anzeige erstatten, sich auch eher an einer solchen Umfrage beteiligen, also ├╝berrepr├Ąsentiert sind", sagte Prof. Tobias Singelnstein der Deutschen Presse-Agentur.

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Dem Vorwurf, dass Befragte die Polizei mit falschen Beschuldigungen ├╝berh├Ąuft haben k├Ânnten, entgegnet der Kriminologe: "Wir haben eher gro├če Zur├╝ckhaltung und Furcht der Befragten erlebt." Wo in den Frageb├Âgen Widerspr├╝che auftauchten, wurden die Teilnehmer aus der Studie entfernt.

Ein erh├Âhtes Risiko, Opfer eines polizeilichen ├ťbergriffs zu werden, besteht den Wissenschaftlern zufolge bei Gro├čveranstaltungen wie Demonstrationen oder am Rande von Fu├čballspielen. Gewalt der Polizei in privaten Wohnr├Ąumen sei dagegen eher selten. "Das d├╝rfte schon daran liegen, dass die Polizei weniger in Privatwohnungen, sondern vor allem im ├Âffentlichen Raum agiert", sagte Singelnstein.

Die Forscher hatten Menschen um Teilnahme an der Studie gebeten, die illegale Polizeigewalt erlebt haben. Entsprechend ist die Studie f├╝r die Gesamtbev├Âlkerung nicht repr├Ąsentativ. 72 Prozent der Befragten sind M├Ąnner, durchschnittlich sind sie 26 Jahre alt und ├╝berdurchschnittlich gebildet. Einen Migrationshintergrund haben 16 Prozent der Befragten.

Knochenbr├╝che, Kopfwunden oder innere Verletzungen

Mehr als zwei Drittel der Befragten (71 Prozent) berichteten von leichten und mittleren Verletzungen. Fast jeder F├╝nfte (19 Prozent) gab an, schwere Verletzungen wie Knochenbr├╝che, Kopfwunden oder innere Verletzungen erlitten zu haben. Bei 31 Prozent dauerte der Heilungsprozess mehrere Wochen. Vier Prozent gaben an, bleibende Sch├Ąden erlitten zu haben.

Ein Ermittlungsverfahren gegen die Polizisten wurde nach Kenntnis der Betroffenen in nur 14 Prozent der berichteten F├Ąlle eingeleitet. Gegen eine Anzeige entschieden sich die Betroffenen vor allem, weil sie sich keine Chance ausrechneten, oder als Rache eine Gegenanzeige der Polizisten bef├╝rchteten.

Was die geringe Zahl der angezeigten Vorf├Ąlle, also das Hellfeld, angeht, wiesen die Strafverfahren gegen Polizisten zudem eine auffallend hohe Quote an Einstellungen der Verfahren auf. Nur in sieben Prozent der angezeigten F├Ąlle sei Anklage erhoben oder ein Strafbefehl beantragt worden.

"Eine bittere Erfahrung"

Ralf W. hat ├Ąhnliche Erfahrungen gemacht. Zuerst habe sich die Polizei geweigert, seine Anzeige aufzunehmen. Dann h├Ątten ihn Polizisten, obwohl er stark geblutet habe, daran gehindert, ein Krankenhaus aufzusuchen. Erst als Journalisten begannen zu filmen, h├Ątten sie ihn durchgelassen.


Auf seine Strafanzeige folgte eine Gegenanzeige wegen schweren Landfriedensbruchs: "20 identische Aussagen von Polizisten. Ich h├Ątte versucht, ├╝ber das Absperrgitter zu springen und ein Beamter habe vor Schreck seinen Helm hochgerissen."

Nur zeigte das R├Ântgenbild, dass der Schlag von oben kam. "Das Verfahren gegen die Polizei wurde trotzdem eingestellt, ich sollte 600 Euro zahlen. Nach meinem Widerspruch wurde auch das Verfahren gegen mich eingestellt", berichtet der heute 52-j├Ąhrige Unternehmer. "Das war eine bittere Erfahrung. Ich h├Ątte das nicht f├╝r m├Âglich gehalten." Die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gef├Ârderte Studie wird fortgesetzt.

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