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Rechtsextremer Anschlag in Halle: Was wir über die Tat wissen und was nicht!

Offenbar rechtsextremer Einzeltäter  

Was wir über den Anschlag in Halle wissen

10.10.2019, 12:34 Uhr | dpa

Tote durch Schüsse in Halle: Bilder sollen mutmaßlichen Täter zeigen.

Bei Schüssen vor einer Synagoge in Halle sind zwei Menschen getötet worden. Das bestätigte die Polizei via Twitter. Der oder die flüchtigen Täter sollen auf Aufnahmen zu sehen sein. (Quelle: t-online.de)

Tote durch Schüsse in Halle: Diese Bilder sollen den mutmaßlichen Täter zeigen. (Quelle: t-online.de)


Nach den Schüssen vor der Synagoge in Halle hat die Polizei einen Verdächtigen festgenommen. Laut Sicherheitskreisen deutet alles auf einen antisemitischen Einzeltäter hin. Was wir wissen  – und was nicht.

Nach den tödlichen Schüssen am Mittwoch in Halle/Saale hat die Polizei die akute Gefährdungswarnung in der Stadt aufgehoben. Die Generalbundesanwaltschaft hat den Fall an sich gezogen. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) sagte, es gebe nach Einschätzung des Generalbundesanwalts ausreichend Anhaltspunkte für ein rechtsextremistisches Motiv.

Ein mutmaßlicher Einzeltäter hatte versucht, sich mit einer Schusswaffe und Sprengsätzen Zugang zu der Synagoge im Paulusviertel in Halle zu verschaffen. Dort hatten nach Angaben der Jüdischen Gemeinde rund 70 bis 80 Menschen den höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur begangen. Im Internet kursieren ein Video und ein PDF-Dokument, in denen sich der mutmaßliche Täter im Vorfeld der Tat äußert und Hass auf Juden als Grund für den geplanten Anschlag angibt. Antworten auf die wichtigsten Fragen:

Was wir wissen

Zwei Menschen sind in Halle/Saale erschossen worden. Ein Todesopfer wurde auf einer Straße in der Nähe der Synagoge in der Innenstadt gefunden. Im Universitätsklinikum Halle werden Angaben eines Sprechers zufolge zwei Verletzte behandelt. Dabei handele es sich um einen Mann und eine Frau, beide hätten Schussverletzungen erlitten.

Das andere Todesopfer wurde laut einem Polizeisprecher in einem Imbiss getötet. Ein Döner-Imbiss befindet sich rund 600 Meter entfernt von der Synagoge.

Bei dem Angriff legte ein Täter auch selbstgebastelte Sprengsätze vor der Synagoge ab. Der Täter versuchte, in die Synagoge einzudringen.

t-online.de-Redakteurin Nathalie Rippich berichtet aus Halle/Saale:

Nach dem Anschlag in Halle: Die t-online.de-Reporterin Nathalie Rippich schildert ihre Eindrücke vor Ort. (Quelle: t-online.de)

Täter mit Stahlhelm und Gewehr

Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Halle, Max Privorozki, sagte, dass er über die Kamera der Synagoge sah, wie der Täter mit Stahlhelm und Gewehr versucht hat, die Türen aufzuschießen. Danach habe er versucht, das Tor des benachbarten jüdischen Friedhofs aufzuschießen.

Auch im rund 15 Kilometer entfernten Landsberg gab es Polizeiangaben zufolge Schüsse. Auch hier gaben die Behörden eine Warnmeldung heraus, Menschen sollen Gebäude nicht verlassen. Die Zufahrt zu dem Ortsteil Wiedersdorf war am Mittwoch abgesperrt.

Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen. Sie ermittelt wegen Mordes von besonderer Bedeutung.

Die Polizei suchte zunächst nach mehreren bewaffneten Tätern. Im Laufe des Nachmittags deutete aber alles auf einen Einzeltäter hin, der am frühen Nachmittag festgenommen worden ist. Weitere Fahndungsmaßnahmen liefen. Die Polizei dementierte Berichte, wonach sich ein Verdächtiger im Zusammenhang mit den tödlichen Schüssen von Halle im Leipziger Stadtgebiet aufhalten soll.

Die Stadt Halle sprach von einer "Amok-Lage". Oberbürgermeister Bernd Wiegand berief den Stab für Außergewöhnliche Ereignisse ein. Die Menschen im gesamten Stadtgebiet von Halle wurden für mehrere Stunden aufgefordert, in Sicherheit in Gebäuden zu bleiben. Am Abend stufte die Polizei die Gefährdungslage nicht mehr als akut ein und hob die Warnungen auf. Die Gegend im Paulusviertel in Halle wurde großräumig abgesperrt.

Alle Rettungskräfte der Feuerwehr seien in Alarmbereitschaft versetzt worden. Die Polizei zog alle verfügbaren Kräfte in Sachsen-Anhalt ab und verlegte sie nach Halle. Der Bahnhof von Halle wurde Angaben der Bahn zufolge wegen polizeilicher Ermittlungen gesperrt, wurde aber am frühen Abend wieder freigegeben. Der gesamte Linienverkehr wurde nach Angaben der Stadtwerke eingestellt.

Was wir nicht wissen

Der genaue Ablauf der Vorfälle in Halle und auch in Landsberg ist noch nicht bekannt. Die Polizei in Halle machte zunächst keine Angaben zu den näheren Umständen. Die Hintergründe der Tat seien noch nicht bekannt, sagte auch ein Sprecher des Bundesinnenministeriums. Ob es sich um eine antisemitische Tat handelt, ist nach Angaben der Bundesanwaltschaft unklar.

Die genaue Bewaffnung des Täters oder der Täter ist ebenso unbekannt wie die genauen Vorgänge auf dem jüdischen Friedhof.

Offen ist, wie viele Täter es genau gibt und wie viele noch auf der Flucht sind. Die Polizei spricht von mehreren Tätern. Die "Mitteldeutsche Zeitung" aus Halle zeigte ein Foto, auf dem ein dunkel gekleideter Mann mit Helm und Stiefeln zu sehen ist, der ein Gewehr im Anschlag hat. Der MDR zeigte ein Video, auf dem womöglich derselbe Mann aus einem Auto aussteigt und mehrfach seine Waffe abfeuert.
  


Die Identität des Tatverdächtigen und wann und wo er genau festgenommen wurde, ist nicht bekannt. Auch dazu, wie die Einsatzkräfte auf ihn aufmerksam wurden, gibt es bisher keine offiziellen Informationen. Die genaue Zahl der Opfer ist nicht bekannt.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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