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Angela Merkel: Debatte über Lockerung der Corona-Maßnahmen zu früh

"Noch ein ganzes Stück entfernt"  

Merkel: Debatte über Lockerung der Maßnahmen zu früh

27.03.2020, 07:38 Uhr | AFP, dpa

Merkel warnt: Debatte um Lockerung der Ausgangsbeschränkungen kommt viel zu früh

Sie müsse die Bevölkerung um Geduld bitten, sagte Angela Merkel. (Quelle: Reuters)

Merkel warnt aus häuslicher Quarantäne: Die Debatte um die Lockerung der Ausgangsbeschränkungen käme viel zu früh, so die Kanzlerin. (Quelle: Reuters)


Die Bundeskanzlerin hat sich aus der Quarantäne mit einer Bitte an die Deutschen gemeldet: Habt Geduld! Auch sie selbst vermisse persönliche Kontakte. Eine Lockerung der Maßnahmen sei aber noch nicht in Sicht. 

Kanzlerin Angela Merkel hält es für viel zu früh, über eine Lockerung der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zu sprechen. Sie wolle "sehr klar sagen, dass im Augenblick nicht der Zeitpunkt ist, über die Lockerung dieser Maßnahmen zu sprechen", sagte sie am Donnerstag in Berlin. Im Moment dauere es immer noch nur vier bis fünf Tage, bis sich die Zahl der Infizierten verdoppele. Diese Zeitspanne müsse sehr viel weiter gestreckt werden, "in Richtung von zehn Tagen". Das Ziel der Maßnahmen sei es, dass das Gesundheitssystem nicht überlastet werde.

Die Inkubationszeit dauere mindestens fünf Tage und könne bis 14 Tage dauern, sagte Merkel. Nachdem die am vergangenen Sonntag beschlossenen Maßnahmen erst am Montag in weiten Teilen Deutschlands in Kraft getreten seien, sei man noch nicht in dem Bereich, in dem man sehen könne, ob sie wirkten. Sie müsse deshalb "die Menschen in Deutschland um Geduld bitten", sagte die Kanzlerin und ergänzte: "Es war immer klar, dass wir erst dann, wenn wir Effekte sehen, darüber nachdenken können", die Maßnahmen zurück zu fahren. Davon sei man leider "noch ein ganzes Stück entfernt".

Merkel: Vermisse persönlichen Kontakt zu Menschen

Auch die Kanzlerin vermisst in ihrer häuslichen Quarantäne den persönlichen Kontakt zu anderen Menschen. Sie sei zwar durch Videokonferenzen und Telefonschalten "sehr, sehr gut beschäftigt", sagte Merkel. "Trotzdem fehlt mir so ein bisschen, dass ich bei den Kabinettssitzungen jetzt nicht persönlich dabei sein kann, dass ich die Leute da nicht sehe."

Die Kanzlerin hatte Kontakt zu einem mit dem Coronavirus infizierten Arzt gehabt, wurde aber selbst bisher negativ auf den Erreger getestet. Wie viele Bürger derzeit sitze sie "den ganzen Tag vor einem Gerät" und könne "virtuell" mit Menschen sprechen, berichtete Merkel. Es gebe aber "keine realen Begegnungen" und "keinen persönlichen Kontakt". Sie sei deshalb "froh", wenn die Quarantäne "sich ihrem Ende zuneigt".

Merkel hatte sich am Sonntag freiwillig in häusliche Quarantäne begeben. Der Mediziner, der die Kanzlerin am Freitag prophylaktisch gegen Pneumokokken geimpft hatte, war kurz danach positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Inzwischen sind in Deutschland mehr als 43.000 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Mehr als 260 Infizierte sind bundesweit gestorben. Bund und Länder haben beispiellose Maßnahmen beschlossen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, darunter einen Neun-Punkte-Plan, der zwischenmenschliche Kontakte minimieren soll. Dieser Beschluss war erst am vergangenen Sonntag vereinbart worden. Zuletzt hatte bereits die Debatte darüber begonnen, wann die Maßnahmen wieder gelockert werden können.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen afp und dpa

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