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Reisen in der Corona-Krise: Sommerurlaub? Maas dämpft Hoffnungen

"Unvertretbare Risiken"  

Sommerurlaub? Maas dämpft Hoffnungen – Klöckner wirbt für Heimaturlaub

26.04.2020, 10:57 Uhr | AFP

Mallorca bangt um den Tourismus in diesem Sommer

Normalerweise sind die Ostertage auf der beliebten spanischen Ferieninsel Mallorca der Saison-Auftakt, doch nicht in diesem Jahr während der Corona-Krise. (Quelle: dpa)

Leere Strände statt Tourismus: Auch die beliebte spanische Urlaubsinsel Mallorca bangt um den Tourismus und schildert die drastischen Folgen. (Quelle: dpa)


Wohin in den Ferien zu Corona-Zeiten? Wohl kaum ins europäische Ausland. Darauf dürfen die Deutschen laut Außenminister Maas nicht hoffen. Landwirtschaftsministerin Klöckner hat eine andere Idee. 

Angesichts der Diskussionen um die bevorstehende Urlaubssaison hat Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) die Erwartungen an eine baldige Öffnung von europäischen Reisezielen gedämpft. "Ein europäischer Wettlauf darum, wer touristische Reisen zuerst wieder zulässt, führt zu unvertretbaren Risiken", sagte Maas der "Bild am Sonntag".

"Was ein Infektionscluster in einem beliebten Urlaubsgebiet in den Heimatländern der Touristen anrichten kann, haben wir bereits erlebt", sagte Maas mit Blick auf die Infektionsfälle im österreichischen Skiort Ischgl. Das dürfe sich nicht wiederholen, sagte der Minister.

Maas kritisiert Pläne des österreichischen Bundeskanzlers

Stattdessen brauche Europa gemeinsame Kriterien für einen Weg zurück zur Reisefreiheit – "so schnell wie möglich, aber so verantwortlich wie nötig". Auslöser für die Warnungen des Außenministers sind unter anderem die Pläne des österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz für eine schrittweise Grenzöffnung für Urlauber etwa aus Tschechien oder Deutschland. "Wir dürfen uns die hart erkämpften Erfolge der letzten Wochen nicht kaputt machen", sagte Maas. Sonst werde es noch sehr viel länger Reisebeschränkungen geben.

Unterdessen wirbt Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner für Sommerurlaube auf dem Land. Dort gebe es "viele kleine Ferienwohnungen bis hin zum Urlaub auf dem Bauernhof mit eigenem Wohnbereich", sagte die CDU-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Sonntagsausgaben). "Auch in vielen Landgasthöfen mit großen Außenbereichen gibt es Platz für ausreichend Abstand zueinander." Für diese Bereiche könnte sie sich gut vorstellen, dass sie Teil der Urlaubsplanungen sein könnten, wenn Abstands- und Hygieneregeln auch wirklich einzuhalten sind, sagte die Ministerin.

Urlaub in großen Hotels "schwer vorstellbar"

Sie meine damit aber "keine Gruppenreisen mit Disko- und Barbesuchen". Bei den Planungen müsse mit Bedacht vorgegangen werden. In großen Hotels, in denen am Frühstücksbuffet hunderte Gäste aufeinandertreffen, sei Urlaub aktuell schwer vorstellbar. "Hier würde es wahrscheinlich schwer werden, Infektionsketten nachzuvollziehen."

Der Deutsche Reiseverband (DRV) warnt bereits vor einer Pleitewelle in der Tourismusbranche. 60 Prozent der Reisebüros und Reiseveranstalter sehen sich unmittelbar von der Insolvenz bedroht, jedes fünfte hat bereits Mitarbeiter entlassen müssen, wie die "Bild am Sonntag" basierend auf einer DRV-Mitgliederbefragung berichtet. 80 Prozent der Unternehmen mussten demnach bereits staatliche Hilfen beantragen.

"Wenn wir nicht bald spezifische Unterstützung der Bundesregierung erhalten, wird es die mittelständisch geprägte Reisewirtschaft mit ihren vielen kleinen Reiseveranstaltern und Reisebüros, so wie wir sie kennen, sehr bald nicht mehr geben", sagte DRV-Präsident Norbert Fiebig gegenüber der Zeitung. Schon jetzt seien mehr als 4,8 Milliarden Euro Umsatzausfälle zu beklagen, die Soforthilfen würden nicht ausreichen. Er forderte einen Rettungsschirm für die 11.000 Reisebüros und 2.300 Reiseveranstalter in Deutschland.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur AFP

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