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Corona-Talk bei "Anne Will": Armin Laschet attackiert Virologen

Corona-Talk bei "Anne Will"  

Laschet attackiert Virologen: "Ändern alle paar Tage ihre Meinung"

Von Anna-Lena Janzen

27.04.2020, 14:04 Uhr
Corona-Talk bei "Anne Will": Armin Laschet attackiert Virologen. Armin Laschet: Der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen ist nicht immer überzeugt von Virologen. (Quelle: imago images/ Jürgen Heinrich)

Armin Laschet: Der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen ist nicht immer überzeugt von Virologen. (Quelle: Jürgen Heinrich/imago images)

Armin Laschet hat in der Talkshow "Anne Will" seine Position zu den Lockerungen der Corona-Maßnahmen verteidigt. Die Vorgaben der deutschen Wissenschaftler kritisierte der NRW-Ministerpräsident.

Der nordrhein-westfälische Regierungschef Armin Laschet (CDU) und SPD-Politiker Karl Lauterbach haben sich bei "Anne Will" einen Schlagabtausch über die strikten Maßnahmen in der Corona-Krise geliefert. Laschet kritisierte in der ARD-Sendung am Sonntagabend, dass die Empfehlungen der Virologen zu den entscheidenden Faktoren für die Maßnahmen ständig schwanken würden.

"Wenn Virologen alle paar Tage ihre Meinung ändern, müssen wir in der Politik dagegenhalten", sagte Laschet. Zuerst habe man Zustände wie in Italien verhindern wollen, zuletzt sei plötzlich der sogenannte R-Faktor zur Reproduktionszahl entscheidend gewesen. Nun sei schon wieder von einem neuen Ziel die Rede: von wenigen Hundert Neuinfektionen pro Tag. Die Virologen müssten auch mal eindeutige Aussagen treffen, so Laschet weiter.

Der Epidemiologe Lauterbach konterte darauf, die Kriterien seien unterschiedliche Werte, verfolgten aber das gleiche Ziel. Deutschland habe Glück gehabt, dass es sich die furchtbaren Bilder aus Italien zum Vorbild nehmen konnte. "Aber es war auch von Anfang an klar, wir müssen verhindern, dass eine zweite Welle kommt, möglicherweise im Herbst", warnte Lauterbach in Richtung Laschet.

Lauterbach: "Ich hätte die Schulen noch nicht geöffnet"

Grundsätzlich warb Laschet erneut dafür, Fragen der Corona-Beschränkungen ganzheitlich zu diskutieren. "Welche Schäden richten die Maßnahmen bei Kindern an, die seit sechs Wochen ihre Wohnungen nicht mehr verlassen haben?" Zudem müsse man die schweren wirtschaftlichen Folgen der Pandemie beachten. "Gleichzeitig stehen vierzig Prozent – bei uns in Nordrhein-Westfalen, Stand heute Nachmittag – der intensivmedizinischen Plätze frei", so Laschet. Man müsse die Lockerungen der Maßnahmen viel umfassender diskutieren und nicht jeden Tag nur auf die Infektionszahlen schauen. 

Lauterbach machte auch hier deutlich, dass er nicht mit dem CDU-Politiker übereinstimme: Die größte Bedrohung sei noch immer die Sterberate der Erkrankung durch das Virus. "Sechzig Prozent der Erkrankten sterben trotz Beatmung", warnte der Wissenschaftler. Zudem stehe dem Großteil der deutschen Bevölkerung eine Infektion noch bevor. "Ich hätte die Schulen noch nicht geöffnet", schoss er gegen Laschet.

Der NRW-Ministerpräsident hatte in den vergangenen Tagen immer wieder Lockerungen der Corona-Maßnahmen gefordert und teilweise auch durchgesetzt. Noch am Montag hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hingegen eindringlich dazu aufgerufen, bei der Einhaltung der Regeln nicht nachzulassen, und in einer Schaltkonferenz des CDU-Präsidiums kritisch von "Öffnungsdiskussionsorgien" in einigen Ländern gesprochen.

Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder wollen am 30. April erneut über die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie beraten. Dabei soll auch bewertet werden, wie sich die in der vergangenen Woche beschlossenen Lockerungen auswirken.

Verwendete Quellen:
  • "Anne Will" vom 27.4.2020
  • Mit Material der Nachrichtenagentur dpa

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