• Home
  • Politik
  • Deutschland
  • Corona-Krise: Gottesdienst könnte Ursache des Ausbruchs bei Tönnies sein


Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild fĂŒr einen TextCorona-Herbst: Erste MaßnahmenSymbolbild fĂŒr einen TextTalk von Maischberger fĂ€llt ausSymbolbild fĂŒr einen TextNawalny muss unter Putin-PortrĂ€t sitzenSymbolbild fĂŒr einen TextFußball-Traditionsklub verkauftSymbolbild fĂŒr einen TextRekordpreise fĂŒr Lufthansa-TicketsSymbolbild fĂŒr ein VideoKreuzfahrtschiff kollidiert mit EisbergSymbolbild fĂŒr einen TextNĂ€chste deutsche Wimbledon-SensationSymbolbild fĂŒr einen TextE-Mail bringt Innenminister unter DruckSymbolbild fĂŒr einen TextPrinzessin Victoria begeistert mit LookSymbolbild fĂŒr ein VideoAsteroiden-Einschlag? ESA Ă€ußert sichSymbolbild fĂŒr einen TextTeenager in Bayern vermisstSymbolbild fĂŒr einen Watson TeaserRTL-Star wĂŒtet gegen Boris BeckerSymbolbild fĂŒr einen TextErdbeersaison auf dem Hof - jetzt spielen

Gottesdienst könnte Ursache des Corona-Ausbruchs bei Tönnies sein

  • Jonas Mueller-Töwe
  • Johannes Bebermeier
Von Jonas Mueller-Töwe, Johannes Bebermeier

Aktualisiert am 20.06.2020Lesedauer: 3 Min.
MinisterprÀsident Armin Laschet (CDU): Er machte Heimaturlaube von RumÀnen und Bulgaren als Ursache des Tönnies-Debakels aus. Möglicherweise trifft allerdings auch ihn persönlich Verantwortung.
MinisterprÀsident Armin Laschet (CDU): Er machte Heimaturlaube von RumÀnen und Bulgaren als Ursache des Tönnies-Debakels aus. Möglicherweise trifft allerdings auch ihn persönlich Verantwortung. (Quelle: Henning Kaiser/dpa-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

NRW-MinisterprÀsident Laschet legte nahe, Heimaturlaube von Gastarbeitern hÀtten den fatalen Covid-19-Ausbruch bei Tönnies verursacht. Nun ergeben Recherchen von t-online.de: Es war vermutlich eine Lockerung, auf die Laschet persönlich drÀngte.

Anders als von NRW-MinisterprĂ€sident Armin Laschet (CDU) angedeutet, waren wohl nicht Heimaturlaube von rumĂ€nischen oder bulgarischen Tönnies-Arbeitern ausschlaggebend fĂŒr den großen Corona-Ausbruch im Schlachthof – sondern vermutlich ein Gottesdienst. Diese durften in Nordrhein-Westfalen seit dem 1. Mai wieder stattfinden. Laschet persönlich hatte lange auf die entsprechende Lockerung der Corona-Maßnahmen gedrĂ€ngt. Der Landkreis schließt einen Zusammenhang nicht aus.

Gottesdienst löste erste große Infektion mit aus

Recherchen von t-online.de ergeben, dass ein Gottesdienst das erste grĂ¶ĂŸere Infektionsgeschehen bei Tönnies mitauslöste – und das wahrscheinlich weitere Infektionen im Betrieb nach sich zog. Nachdem durch behördliche Massentests bis zum 22. Mai zunĂ€chst nur fĂŒnf Infizierte festgestellt wurden, meldete Tönnies am 27. Mai erstmals Ergebnisse eigener Tests mit plötzlich 19 Infektionen. Nur eine davon sei ein UrlaubsrĂŒckkehrer gewesen – er habe sich gemĂ€ĂŸ der firmeninternen Richtlinie freiwillig testen lassen.

Loading...
Symbolbild fĂŒr eingebettete Inhalte

Embed

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
Böses Erwachen
Wladimir Putin: Dreht er uns das Gas ab?


Stattdessen teilte Tönnies mit: "Zwei Mitarbeiter haben uns mitgeteilt, dass sie bei einem Kirchenbesuch Kontakt zu im Nachgang positiv getesteten Personen hatten." Daraufhin seien 120 BeschĂ€ftigte der gesamten Produktionsabteilung getestet worden. Auch der Landkreis bestĂ€tigte: "Einzelne Infektionen sind auf Kontakte in einer Kirche zurĂŒckzufĂŒhren."

Die Infektionen konzentrierten sich schon damals vor allem auf die Zerlegung, wo sich das Virus anschließend immer weiter ausbreitete. In dieser Woche teilte Tönnies das vorlĂ€ufige Ergebnis der neueren Testungen dort mit: "Offenkundig hat es dann weitere Infektionen in diesem Teilbereich gegeben, die den Anstieg der letzten Woche begrĂŒnden."

Der oder die Infektionsherde mĂŒssten in den vergangenen Wochen in den Betrieb getragen worden sein, da die behördlichen Tests bei den betroffenen Mitarbeitern noch negativ gewesen seien. In den Tagen zuvor hatte der Kreis mehrfach zweistellige Zahlen von Neuinfektionen bei Tönnies gemeldet. Inzwischen wurden 1.029 Mitarbeiter positiv getestet, diverse Ergebnisse stehen noch aus.

Gottesdienst am 17. Mai

Der betreffende Gottesdienst fand nach Informationen von t-online.de am 17. Mai statt, auch der Name der mutmaßlichen Gemeinde ist t-online.de bekannt – in der selben Woche stellte der Arbeitsschutz der Bezirksregierung MĂ€ngel im Hygieneschutz in der Betriebskantine von Tönnies fest, die allerdings am 29. Mai schließlich behoben worden seien.

Seit dem ersten grĂ¶ĂŸeren Ausbruch hatten die eigenen Tests von Tönnies im Juni immer höhere Infektionszahlen geliefert, bis der Landkreis in dieser Woche wieder mit Reihentestungen begann und aufgrund hunderter positiver Tests den Betrieb schloss. "Ob sich angesichts des hohen Aufkommens der Infizierten der 'Infizierte Null' feststellen lĂ€sst, wage ich zu bezweifeln", sagte Landkreissprecher Jan Focken t-online.de. Ein Zusammenhang mit dem Infektionsgeschehen von Mitte Mai sei aber nicht auszuschließen.

Laschet hatte am Mittwoch den Anschein erweckt, der riesige Corona-Ausbruch lasse sich vor allem auf einreisende Arbeiter aus RumĂ€nien und Bulgarien zurĂŒckfĂŒhren. Auf die Frage, was der Ausbruch ĂŒber die bisherigen Lockerungen aussage, hatte er geantwortet: "Das sagt darĂŒber ĂŒberhaupt nichts aus, weil RumĂ€nen und Bulgaren da eingereist sind und da der Virus herkommt. Das wird ĂŒberall passieren."

Im nĂ€chsten Satz verwies Laschet auf die Unterbringung und Arbeitsbedingungen in Betrieben. Viele kritisierten seine Äußerungen allerdings als rassistisch, was Laschet zurĂŒckwies. Experten fĂŒr Infektionskrankheiten bezweifelten allerdings, dass hunderte Corona-FĂ€lle auf Familienbesuche am Wochenende zuvor zurĂŒckgehen. "Die Inkubationszeit betrĂ€gt im Mittel fĂŒnf Tage, so dass ein Wochenendbesuch kaum so eine große Anzahl an Personen erklĂ€ren kann", sagte Isabella Eckerle, Leiterin der Forschungsgruppe Emerging Viruses in der Abteilung fĂŒr Infektionskrankheiten der UniversitĂ€t Genf.

Laschet hatte frĂŒh auf Lockerungen in der Corona-Krise gedrĂ€ngt. Auch fĂŒr die Wiedereröffnung der Kirchen setzte er sich ein. "Wenn man LĂ€den öffnet, darf man auch in Kirchen beten", sagte Laschet am 19. April dem Deutschlandfunk. Er bezeichnete es als massiven Grundrechtseingriff, dass sich Menschen nicht zu Gottesdiensten treffen dĂŒrften. Am 30. April einigten sich Bund und LĂ€nder dann, Gottesdienste wieder zu ermöglichen, die Regelung der Details ĂŒberließ man den LĂ€ndern.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
  • Johannes Bebermeier
Von Johannes Bebermeier
Ein Gastbeitrag von Hermann Gröhe (CDU)
Armin LaschetCDUCOVID-19CoronavirusGĂŒtersloh
Aktuelles zu den Parteien

Politik international




t-online - Nachrichten fĂŒr Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlÀngerung FestnetzVertragsverlÀngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website