• Home
  • Politik
  • Deutschland
  • "Querdenker"-Demo in Leipzig: Teilnehmer greifen Polizisten mit Pyrotechnik an


Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild f├╝r einen TextLufthansa bringt Mega-Jumbo A380 zur├╝ckSymbolbild f├╝r einen TextWaldbrand in Brandenburg au├čer KontrolleSymbolbild f├╝r einen TextGelbe Giftwolke t├Âtet zehn MenschenSymbolbild f├╝r einen TextUSA: Zug mit 200 Passagieren entgleistSymbolbild f├╝r einen TextOligarchen-Jacht soll versteigert werdenSymbolbild f├╝r einen TextHut-Panne bei K├Ânigin M├íximaSymbolbild f├╝r einen TextARD-Serienstar wird ersetztSymbolbild f├╝r einen TextDeutsche Tennis-Asse souver├ĄnSymbolbild f├╝r einen TextDresden: Baukran kracht gegen WohnhausSymbolbild f├╝r ein VideoDorfbewohner stoppen RiesenkrokodilSymbolbild f├╝r einen TextErster Wolf in Baden-W├╝rttemberg entdecktSymbolbild f├╝r einen Watson TeaserRoyal-Expertin sorgt sich um KateSymbolbild f├╝r einen TextJetzt testen: Was f├╝r ein Herrscher sind Sie?

Demonstrant schie├čt Pyro aus n├Ąchster N├Ąhe auf Polizisten

  • Lars Wienand
Von Lars Wienand

Aktualisiert am 08.11.2020Lesedauer: 4 Min.
"Querdenken"-Kundgebung in Leipzig: Demo-Teilnehmer lie├čen sich nach der Aufl├Âsung auch von Polizeiketten nicht aufhalten. Als die ├╝berforderte Polizei den Weg frei machte, schoss ein Teilnehmer mit Pyrotechnik aus wenigen Metern auf einen Polizisten.
"Querdenken"-Kundgebung in Leipzig: Demo-Teilnehmer lie├čen sich nach der Aufl├Âsung auch von Polizeiketten nicht aufhalten. Als die ├╝berforderte Polizei den Weg frei machte, schoss ein Teilnehmer mit Pyrotechnik aus wenigen Metern auf einen Polizisten. (Quelle: Screenshot Telegram)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

Bei einem eigentlich verbotenen Demo-Umzug von Rechtsextremen und "Querdenkern" ist in Leipzig ein Polizist aus n├Ąchster N├Ąhe mit Pyrotechnik beschossen worden. Weil die Polizei so passiv war, ger├Ąt Sachsens Innenminister unter Druck.

Nach einer Kundgebung von "Querdenken" in Leipzig ist es zu zahlreichen ├ťbergriffen auf Einsatzkr├Ąfte und Journalisten gekommen. Videos zeigen, dass dabei auch ein Polizist aus n├Ąchster N├Ąhe beschossen wurde. Die offenbar ├╝berforderte Polizei war dabei auf dem R├╝ckzug und schritt auch gegen den Sch├╝tzen nicht ein. "Der Staat hat sich in Leipzig am Nasenring durch die Manege f├╝hren lassen", erkl├Ąrte Sachsens SPD-Chef Martin Dulig auf Twitter.

Tausende Teilnehmer waren zuvor einer Aufmunterung von "Querdenken" gefolgt, ein Verbot eines Demonstrationszugs zu ignorieren. "Querdenken" hatte nach einer von der Stadt abgebrochenen Kundgebung ├╝ber seine Kan├Ąle verbreitet, man habe "geh├Ârt, dass viele Versammlungsteilnehmer Richtung Innenstadtring laufen". Das war ein klarer Fingerzeig f├╝r einen Demozug auf dieser Route.

Polizei setzte Pfefferspray und Schlagst├Âcke ein

Teilnehmer der zuvor friedlichen Kundgebung durchbrachen dann auch Polizeiketten und attackierten Polizisten und Reporter. Die zu Verdi geh├Ârende Journalisten-Gewerkschaft DJU berichtete von 32 Angriffen und gezielten Behinderungen von Journalisten, ├╝berwiegend durch die Teilnehmer der "Querdenken"-Kundgebung. Bei Angriffen nach vorne dr├Ąngender Rechtsextremer setzte die Polizei Pfefferspray und Schlagstock ein.

Empfohlener externer Inhalt
Twitter

Wir ben├Âtigen Ihre Einwilligung, um den von unserer Redaktion eingebundenen Twitter-Inhalt anzuzeigen. Sie k├Ânnen diesen (und damit auch alle weiteren Twitter-Inhalte auf t-online.de) mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder deaktivieren.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit k├Ânnen personenbezogene Daten an Drittplattformen ├╝bermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.
ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
Erster Angriff mit neuer Waffe hat drastische Folgen


Sie waren zuvor aufgestachelt worden unter anderem von dem Neonazi Sven Skoda, Vorsitzender der Kleinstpartei "Die Rechte".

Empfohlener externer Inhalt
Twitter

Wir ben├Âtigen Ihre Einwilligung, um den von unserer Redaktion eingebundenen Twitter-Inhalt anzuzeigen. Sie k├Ânnen diesen (und damit auch alle weiteren Twitter-Inhalte auf t-online.de) mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder deaktivieren.

"Es entstand gro├čer Druck an unserer Kette", sagte Polizeipr├Ąsident Torsten Schulze sp├Ąter. Nur mit unmittelbarem Zwang h├Ątte man dem weiter standhalten k├Ânnen, so der Polizeichef. Es habe sich die Frage der Verh├Ąltnism├Ą├čigkeit der Mittel gestellt: "Gewalt einzusetzen war f├╝r uns nicht angezeigt." Hei├čt: Die Polizei gab auf und k├╝ndigte an, die Stra├če freizugeben. In sozialen Netzwerken tauchen Vorw├╝rfe aus, dass die Polizei in Sachsen bei einer linken Demo ganz anders eingeschritten w├Ąre.

Feuerwerksk├Ârper explodierte am K├Ârper des Polizisten

In Leipzig stationierte Wasserwerfer waren bei dem verbotenen Marsch der "Querdenker" mit ├ťbergriffen auf Polizei und Journalisten nicht zu sehen. Sie wurden erst am Abend eingesetzt, als im Stadtteil Connewitz Linksextreme Barrikaden angez├╝ndet hatten. In Richtung der Feuerwehr waren Steine geflogen.

Diese Ausschreitungen in Connewitz in der zweiten Nacht in Folge waren auch Thema der Hauptnachrichten von ZDF und ARD am Samstag, nicht jedoch die Attacken auf die Polizei bei der Querdenken-Demo. Auch Leipzigs Polizeipr├Ąsident Torsten Schulz sprach in einem Fazit davon, es sei "weitestgehend" gelungen, einen friedlichen Verlauf aller Veranstaltungen zu gew├Ąhrleisten und m├Âgliche Gewalttaten zu verhindern.

Szenen in Videos

Er ging nicht detaillierter auf das Geschehen an der Kette oder m├Âgliche Ermittlungen ein: Als sich dort eine Kette von Bereitschaftspolizisten aus Mecklenburg-Vorpommern r├╝ckw├Ąrts gehend zur├╝ckziehen wollte, schoss aus der Gruppe der Demonstranten ein Teilnehmer Pyrotechnik auf einen vor ihm gehenden Polizisten. Der Feuerwerksk├Ârper explodierte mit einem Feuerball am K├Ârper des Polizisten, verletzte ihn aber offenbar zumindest nicht schwer. Die Polizisten trugen Helme mit Visier. Das Video zeigt die Szene.

Empfohlener externer Inhalt
Twitter

Wir ben├Âtigen Ihre Einwilligung, um den von unserer Redaktion eingebundenen Twitter-Inhalt anzuzeigen. Sie k├Ânnen diesen (und damit auch alle weiteren Twitter-Inhalte auf t-online.de) mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder deaktivieren.

Auf einem weiteren Video werden die zur├╝ckweichenden Polizeikr├Ąfte vom angrenzenden Wintergartenhochhaus gefilmt. Zu dieser Zeit werden mehrere Feuerwerksk├Ârper verschossen. Dann fliegt die Pyrotechnik direkt auf den Beamten am unteren Bildrand.

Empfohlener externer Inhalt
Twitter

Wir ben├Âtigen Ihre Einwilligung, um den von unserer Redaktion eingebundenen Twitter-Inhalt anzuzeigen. Sie k├Ânnen diesen (und damit auch alle weiteren Twitter-Inhalte auf t-online.de) mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder deaktivieren.

Die Einsatztaktik der Polizei scheiterte hier erneut. Geplant war die Stra├če freizugeben, um die Menschen geradeaus gehen zu lassen. Doch die Demonstranten scherten sich nicht um die vorgegebene Richtung, sondern str├Âmten wie angestrebt auf den Innenstadtring. Das wurde von ihnen als Sieg gefeiert, Teilnehmer sangen "So ein Tag, so wundersch├Ân wie heute" und tanzten Polon├Ąse.

Regierungsparteien kritisieren Einsatzplanung

Das Vorgehen der Polizei zieht nun heftige Kritik nach sich: "Ein offensichtliches Planungsdesaster hat dazu gef├╝hrt, dass der Staat in Leipzig gegen├╝ber Feinden der Demokratie kapituliert", kommentierte Valentin Lippmann, Parlamentarischer Gesch├Ąftsf├╝hrer und Innenpolitischer Sprecher der Gr├╝nen im s├Ąchsischen Landtag. Die Gr├╝nen geh├Âren der Kenia-Koalition in Sachsen an, attackieren Innenminister Roland W├Âller (CDU) aber scharf. "Sein Nichthandeln als Innenminister ist nicht mehr tragbar."

Die SPD, ebenfalls an der Regierung, und die Linke habe angek├╝ndigt, das Thema in den Innenausschuss zu bringen. SPD-Innenexperte Albrecht Pallas erkl├Ąrte, die Planung und Vorbereitung des Einsatzes m├╝sse gepr├╝ft werden: "Wieso konnte eine nicht angemeldete Demonstration um den Ring laufen, obwohl Aufz├╝ge generell untersagt sind und auch von keinem Gericht genehmigt wurden?" Seit Wochen war unter "Querdenkern" mobilisiert worden, aber auch rechte und rechtsextreme Publizisten und Youtuber hatten einen gemeinsamen Aufruf ver├Âffentlicht und breit gestreut. Neben der gro├čen "Querdenken"-Kundgebung waren mehr als 20 weitere Versammlungen angemeldet, darunter auch Gegendemos. Die s├Ąchsische Polizei hatte nach Angaben vom Verst├Ąrkung von Bundespolizei und aus acht Bundesl├Ąndern.

Oberverwaltungsgericht hatte Verbot aufgehoben

Innenminister W├Âller erkl├Ąrte, die Polizei sei nicht zust├Ąndig, das Corona-Problem zu l├Âsen. "Die Corona-Pandemie l├Ąsst sich nicht durch die Polizei oder polizeiliche Ma├čnahmen bek├Ąmpfen, sondern nur mit Vernunft aller", sagte der CDU-Politiker der Leipziger Volkszeitung. Er kritisierte das Oberverwaltungsgerichte Bautzen scharf: "Es ist unverantwortlich, eine solche Versammlung mit 16.000 Menschen in Zeiten der Corona-Pandemie in der Leipziger Innenstadt zuzulassen." Am Sonntag schob er nach: "Das OVG hat die gr├Â├čte Corona-Party mit 20.000 Teilnehmern genehmigt."

Das Gericht hatte ein Verbot der "Querdenken"-Kundgebung im Stadtzentrum durch die Stadt Leipzig gekippt. Es erlaubte trotz der Pandemielage auf dem zentralen Augustaplatz eine Kundgebung mit 16.000 Teilnehmern. Tats├Ąchlich z├Ąhlte die Stadt kurz nach Veranstaltungsbeginn bereits mehr als 20.000. Die Forschungsgruppe "Durchgez├Ąhlt" der Universit├Ąt Leipzig ging sogar von 45.000 Teilnehmern aus, die sich an einem B├╝hnenbereich auf dem Platz dr├Ąngten. Der gr├Â├čte Teil der Teilnehmer verhielt sich friedlich, fr├Âhlich und sorglos, scherte sich aber auch nicht um die Auflagen zu Maskentragen oder Abstand.

Loading...
Loading...
Loading...

Infektionsschutz wurde nicht durchgesetzt

Einzige Folge waren Lautsprecherdurchsagen und sp├Ąter Filmaufnahmen der Polizei. Querdenken-Sprecher erreichten mit Appellen zum Maskentragen oder Abstandhalten wenig. Angesichts der sonstigen Aussagen zu dem Thema ist das wenig ├╝berraschend. Die Stadt Leipzig l├Âste die Versammlung deshalb auf. Doch jetzt setzte sich ein Gro├čteil der Teilnehmer wie vorher geplant zu dem Aufzug in Bewegung, der eigentlich auch nach der Entscheidung des OVG verboten war.

Leipzigs Polizeipr├Ąsident Schulz sprach in einem Fazit davon, es sei "weitestgehend" gelungen, einen friedlichen Verlauf aller Veranstaltungen zu gew├Ąhrleisten und m├Âgliche Gewalttaten zu verhindern. Es sei aber nicht gelungen, den Infektionsschutz durchzusetzen.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
  • Tim Kummert
Von Tim Kummert
Von Fabian Reinbold, Elmau
CDUFeuerwehrPolizeiQuerdenkerSPDTwitterVereinte Dienstleistungsgewerkschaft
Aktuelles zu den Parteien

Politik international




t-online - Nachrichten f├╝r Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Str├Âer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverl├Ąngerung FestnetzVertragsverl├Ąngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website