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"Unverschämtheit": Weidel bricht TV-Interview ab

Von dpa
Aktualisiert am 28.11.2020Lesedauer: 3 Min.
Alice Weidel: Die Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion hat einen Reporter während eines Live-Interviews einfach stehen lassen.
Alice Weidel: Die Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion hat einen Reporter während eines Live-Interviews einfach stehen lassen. (Quelle: Rolf Vennenbernd/dpa-bilder)
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Die Vorsitzende der Bundestagsfraktion hat am Rande des Parteitags in Kalkar ein Interview mit dem TV-Sender Phönix abgebrochen. Der Reporter hatte sie nach der AfD-Sozialpolitik befragt.

Die Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, Alice Weidel, hat einen Reporter des Fernsehsenders "Phoenix" mitten in einem Live-Interview stehen lassen. Der Reporter hatte Weidel am Samstag am Rande des Bundesparteitages der AfD im nordrhein-westfälischen Kalkar die Frage gestellt: "Sozialpolitik, da ist sich die AfD ja auch nicht einig, soll es eher in die wirtschaftsliberale, mehr in die sozialpatriotische nennen sie es, andere sagen sozial-nationalistische Richtung gehen?"

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Weidel entgegnete: "Was bitte, was für eine Richtung?" Der Reporter gab zurück, er habe hier nur aus einem Presseartikel zitiert, ohne sich dessen Inhalt zu eigen zu machen. Sie lehne die Art der Fragestellung trotzdem ab, sagte Weidel. "Das ist eine Unverschämtheit", fügte sie hinzu, bevor sie das Interview schließlich abbrach und grußlos davonstürmte.

Eines der wichtigsten Themen der Zusammenkunft ist das sozialpolitische Konzept der Partei. Dieses ist am Samstagnachmittag von den Delegierten beschlossen worden. Damit schließt die AfD eine bislang bestehende programmatische Lücke.

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AfD-Chef Meuthen: Keine "Corona-Diktatur" in Deutschland

Zuvor hatte der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen die Mitglieder seiner Partei aufgefordert, sich klar von Krawallmachern und Provokateuren in den eigenen Reihen zu distanzieren. Mit Blick auf die von AfD-Abgeordneten eingeladenen dreisten Besucher im Bundestag mahnte er auf dem Bundesparteitag in Kalkar: "Wir werden nicht mehr Erfolg erzielen, indem wir immer aggressiver, immer derber, immer enthemmter auftreten."

Da derartige Vorkommnisse auch auf viele AfD-Wähler abschreckend wirkten, sei es falsch, sich mit Parteimitgliedern zu solidarisieren, die sich "in der Rolle des Provokateurs gefallen", sagte Meuthen.

Die Politik der Bundesregierung in der Corona-Pandemie und der Kurs von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) seien zwar nicht angemessen "und schon gar nicht verhältnismäßig". Dies dürfe man auch mit deutlichen Worten kritisieren. "Aber ist es wirklich klug, von einer "Corona-Diktatur" zu sprechen?", fragte Meuthen die mehr als 500 Delegierten im Saal.

"Wir leben in keiner Diktatur, sonst könnten wir diesen Parteitag auch heute wohl kaum so abhalten", fügte Meuthen hinzu. Für seine Rede erhielt er nicht nur Beifall, sondern wurde von einem Teil der Delegierten auch ausgebuht.

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Chrupalla greift die Bundesregierung an

Mit einer Attacke auf die Corona-Politik der Bundesregierung hatte der AfD-Vorsitzende Tino Chrupalla den Parteitag in Kalkar eröffnet. Er warf der Regierung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) vor, eine "reine Konkurspolitik" zu betreiben. Existenzen würden vernichtet, die Pleitewelle rolle bereits, der Pandemie-Kurs werde viele Menschen den Arbeitsplatz kosten.

AfD-Parteitag in Kalkar: Mitarbeiter des Ordnungsamtes kontrollieren die Einhaltung der Maskenpflicht.
AfD-Parteitag in Kalkar: Mitarbeiter des Ordnungsamtes kontrollieren die Einhaltung der Maskenpflicht. (Quelle: Wolfgang Rattay/Reuters-bilder)

Chrupalla verteidigte, dass die AfD in der Corona-Pandemie einen zweitägigen Präsenzparteitag abhält. Solche Präsenzparteitage seien unverzichtbar in der Demokratie, sagte er. "Wenn wir uns von einem Virus in die Schranken weisen lassen, hat die Demokratie schon verloren." Zugleich appellierte Chrupalla an die rund 600 Delegierten, das Hygienekonzept einzuhalten. "Tragt Eure Masken, haltet Abstand", sagte er. Die Delegierten sollten den Parteitag "nicht durch leichtsinniges Verhalten beschädigen".

An der Großveranstaltung auf dem Messegelände inmitten der Corona-Pandemie hatte es scharfe Kritik gegeben. Für die Delegierten gilt eine permanente Maskenpflicht. Die AfD blieb mit einer Klage gegen diese Auflage erfolglos. Das Ordnungsamt will kontrollieren, ob das behördlich genehmigte Hygienekonzept umgesetzt wird. Die Stadt Kalkar hat angekündigt, den Parteitag andernfalls abzubrechen.

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Von Daniel Mützel
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