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Bei "Markus Lanz": "Was nutzt dir Geld, wenn du nichts kaufen kannst?"

Lanz-Talk über Impf-Dilemma  

"Was nutzt dir Geld, wenn Du nichts kaufen kannst?"

07.01.2021, 08:22 Uhr | Von Carsten Drees

Bei "Markus Lanz": "Was nutzt dir Geld, wenn du nichts kaufen kannst?". Ein Impfzentrum in Potsdam (Symbolfoto): "Das hat ja noch nie jemand machen müssen – ein ganzes Volk impfen", sagt NRW-Minister Laumann in der Lanz-Sendung. (Quelle: dpa/Soeren Stache)

Ein Impfzentrum in Potsdam (Symbolfoto): "Das hat ja noch nie jemand machen müssen – ein ganzes Volk impfen", sagt NRW-Minister Laumann in der Lanz-Sendung. (Quelle: Soeren Stache/dpa)

Markus Lanz reagierte spontan auf die Geschehnisse in Washington. Danach bestimmte die Pandemie die Sendung. NRW-Minister Laumann zeigte klare Kante – sowohl beim Thema Trump als auch beim Thema Corona.

In seiner Sendung muss Lanz recht kurzfristig sein Programm umwürfeln, da die schlimmen Bilder vom Capitol Hill die Nachrichten bestimmen. Passend dazu wird Elmar Theveßen zugeschaltet, der sich direkt vor Ort befindet und sich nach der Schalte sogar selbst in Sicherheit bringen muss.


Karl-Josef Laumann, der CDU-Politiker, der in NRW das Amt des Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales innehat, soll sich eigentlich zur Verschärfung der Lockdown-Maßnahmen und zur Impfstrategie äußern, hat aber auch zu Trump eine klare Meinung: "Ich glaube, dass sich das wahre Gesicht eines Politikers immer in Niederlagen zeigt."

Mit Kristina Dunz, der stellvertretenden Leiterin des Hauptstadtbüros vom "RedaktionsNetzwerk Deutschland", beweist Lanz ein perfektes Händchen, denn auch die Journalistin ist sowohl bei Corona als auch Trump im Thema. Zwei Ärztinnen machen die Runde voll mit Dr. Lisa Federle aus Tübingen und Dr. Carola Holzner, Oberärztin im Uniklinikum Essen.

Karl-Josef Laumann vor dem Impf-Start in NRW: Der Minister hat sich in der Sendung "Markus Lanz" zur Impfstrategie geäußert. (Quelle: imago images/Archivbild)Karl-Josef Laumann vor dem Impf-Start in NRW: Der Minister hat sich in der Sendung "Markus Lanz" zur Impfstrategie geäußert. (Quelle: imago images/Archivbild)

"Das hat ja noch nie jemand machen müssen"

Beim Thema Pandemie angelangt, entgegnet Minister Laumann entwaffnend ehrlich: "Ich habe gar nicht gewusst, wie viel Macht ein Gesundheitsministerium aufgrund des Infektionsschutzgesetzes hat." Auf Lanz' Frage, ob ihm diese Macht Angst bereite, bejaht er dies sogar und zeigt sich erleichtert, dass wir eine "vernünftige Gewaltenteilung" haben.

Auch ein Einspieler aus einer Rede Laumanns unterstreicht noch mal die Bodenständigkeit des Politikers mit Hauptschulabschluss, als er einräumt, dass er "Manschetten" habe vor der vor ihm liegenden Aufgabe: "Das hat ja noch nie jemand machen müssen – ein ganzes Volk impfen!"

Wir erfahren, dass er morgens als Erstes checkt, wie viele Intensivbetten noch verfügbar sind. "Ich wusste im Frühjahr nicht mal, wie viel Intensivbetten ich hatte!" Und auch die Tatsache, dass er zwar über immense Geldmittel verfügen durfte, es früh in der Pandemie aber einfach keine Masken und Desinfektionsmittel zu kaufen gab, musste er erst verarbeiten: "Was nutzt dir Geld, wenn Du nichts kaufen kannst?"

Zumindest das Problem mit dem Desinfektionsmittel konnte er lösen, indem er Apotheker aus Alkohol Desinfektionsmittel herstellen ließ: "Die Schnapsbrennereien haben uns rausgehauen."

"Schieben sie den Jens Spahn den schwarzen Peter zu?"

Als es dann um die europäische Impfstrategie geht, möchte Lanz Laumann gern festnageln: "Dann schieben sie den schwarzen Peter jetzt zu Jens Spahn oder zu wem schieben sie den jetzt?" Auch hier bleibt sich Laumann treu und erklärt: "Am Ende ist es die Europäische Kommission".

Kirsten Dunz unterstützt Lanz bei den Zahlenspielen um die potenziellen Impfkosten, indem sie darauf verweist, wie gering die Kosten für Impfstoff im Vergleich zu den gemachten Schulden sind. Ihrer Meinung nach hätte Deutschland nach der europäischen Impf-Initiative eigeninitiativ handeln können. Laumann muss sich hier aber nicht erklären, da Markus Lanz die Ärztin Dr. Federle ins Gespräch holt und den Politiker damit vom Haken lässt.

Zum Ende hin fragt Lanz, wer den Leuten denn sagen wird, dass sie "noch vier, fünf, sechs harte Monate" vor sich haben werden, aber damit lässt Dunz ihn nicht davonkommen. Sie führt aus, dass die Regierung unter anderem durch Spahn das klar angesprochen habe.

Es geht auch um die CDU-Personalien

Abschließend will Lanz dem CDU-Mann abringen, dass dieser Markus Söder die Kanzlerschaft zutraue und Laumann tut ihm auch tatsächlich den Gefallen und erklärt deutlich, dass Armin Laschet sein Favorit für den Kanzler-Job ist. "Und Herr Laumann möchte Ministerpräsident in NRW werden", wirft die Journalistin ein, was der Minister kurz mit "Quatsch!" beantwortet. In der Folge versichert er aber sehr überzeugend, dass ihm sein Amt deutlich lieber ist als das eines Ministerpräsidenten. Einen Bundesminister für Arbeit unter einem Kanzler Laschet würde er sich aber schon zutrauen, ließ er durchblicken.

Markus Lanz lässt natürlich trotzdem nicht locker: "Schließen sie aus, dass sie jemals Ministerpräsident in NRW werden?" Laumanns Antwort: "Ach, ich muss das jetzt ja nicht ausschließen – wenn der Himmel über der CDU zusammenbricht, ehe die anderen drankommen, müssen wir es halt machen!"

Verwendete Quellen:
  • Markus Lanz vom 6. Januar 2021 

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